Zwischen Krise, Zuversicht und neuer Führungskultur
Volles Haus beim Management Impuls Kongress im Congress Center Villach: Warum Gelassenheit, Akzeptanz und Zuversicht die wichtigsten Zukunftskompetenzen sind.
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Wie gelingt es, in Zeiten von Unsicherheit, rasanten Veränderungen und wachsendem Druck handlungsfähig zu bleiben? Antworten auf diese Frage lieferte der diesjährige Management Impuls Kongress am 11. Juni 2026 im Congress Center Villach mit zahlreichen Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Führung und Personalmanagement. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt, sondern vor allem die menschliche Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und aus ihnen neue Stärke zu entwickeln.
Besonders prägend waren die Keynotes von Psychiater und Gerichtspsychiater Reinhard Haller sowie Schauspieler und Autor Samuel Koch, die aus unterschiedlichen Perspektiven überraschend ähnliche Botschaften vermittelten: Krisen gehören zum Leben – entscheidend ist, wie wir ihnen begegnen.
Mit Gelassenheit gegen Krise
Reinhard Haller rückte in seinem Vortrag die gesellschaftliche und individuelle Bedeutung von Krisen in den Fokus. Eine Krise sei nicht zwangsläufig eine Katastrophe, sondern könne durchaus ein produktiver Zustand sein, wenn man ihr den zerstörerischen Beigeschmack nehme. Dabei verwies er auf die zunehmende Vereinsamung in der Gesellschaft, die psychischen Belastungen unserer Zeit und die Herausforderungen, die durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz entstehen. Besonders betonte er, dass die persönliche Haltung einen entscheidenden Einfluss darauf habe, wie Menschen Krisen bewältigen. Gelassenheit, das Annehmen von Unterstützung und das offene Ansprechen von Problemen seien wichtige Schritte auf diesem Weg.
Freundschaft wichtiger als Technologie
Samuel Koch griff diese Gedanken auf – nicht theoretisch, sondern aus seiner eigenen Lebensgeschichte heraus. Seit seinem Unfall bei der Fernsehsendung „Wetten, dass…?“ lebt er mit einer Querschnittslähmung. In Villach sprach er über Akzeptanz, Dankbarkeit und die Fähigkeit, trotz einschneidender Veränderungen neue Perspektiven zu entwickeln. Dabei appellierte er daran, sich nicht auf das zu konzentrieren, was nicht mehr möglich sei, sondern auf jene Handlungsspielräume, die bleiben. Freundschaft, Familie und zwischenmenschliche Beziehungen seien dabei oft wichtiger als technologische Errungenschaften.
Mut, Tempo und Bereitschaft
Neben diesen beiden Höhepunkten bot der Kongress weitere Impulse zu aktuellen Managementthemen. Markus Tomaschitz beleuchtete die Herausforderungen moderner Führung in einer von künstlicher Intelligenz geprägten Arbeitswelt. Christa Radoš sprach über Gewaltprävention und den Umgang mit psychischer Belastung am Arbeitsplatz. Klaus Fetka widmete sich dem Fachkräftemangel, neuen Erwartungen von Mitarbeiter:innen und der Bedeutung emotionaler Bindung im Unternehmen. Michael Altrichter wiederum zeigte die Chancen künstlicher Intelligenz auf und plädierte für Mut, Tempo und die Bereitschaft, neue Technologien aktiv mitzugestalten.
Veranstalterin Simone Stenitzer rief dazu auf, die eigene Komfortzone regelmäßig zu verlassen und Perspektivenwechsel zuzulassen. Genau das schien der Management Impuls Kongress 2026 erreicht zu haben: Er bot nicht nur fachliche Inputs, sondern auch Denkanstöße, die weit über die Grenzen des Berufsalltags hinausreichen.
Menschlichkeit, Vertrauen und Anpassung
Am Ende blieb vor allem eine Erkenntnis: In einer Welt, die sich ständig verändert, werden Menschlichkeit, Vertrauen und die Fähigkeit zur Anpassung zu den entscheidenden Kompetenzen der Zukunft. Oder, wie Samuel Koch es formulierte: „Man muss nicht alles machen, nur weil man es kann – sondern lernen, das Mögliche zu sehen und daraus das Beste machen.“