Finanzminister Magnus Brunner, Obfrau der WK-Sparte Bank und Versicherung und Michael Velmeden, Obmann der WK-Sparte Industrie.
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Finanzminister zu Besuch in Kärnten

Finanzminister Magnus Brunner verschaffte sich bei seinem Besuch in Klagenfurt einen persönlichen Eindruck von den Leistungen der Kärntner Industrie und der Banken und nahm sich Zeit für ein Gespräch mit Branchenvertretern.

Lesedauer: 2 Minuten

Aktualisiert am 05.08.2023

Vom Steuerpaket bis hin zu Entlastungen: Wenn es um das Thema Finanzen geht, haben die Branchenvertreter der WK-Sparten Industrie sowie Bank und Versicherung viel Gesprächsstoff. Schließlich geht es um eine nachhaltige Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Kärnten und das Sichern von Arbeitsplätzen im Land.

Betriebsbesichtigung in Klagenfurt

Finanzminister Magnus Brunner überzeugte sich bei seinem Besuch in Klagenfurt persönlich von den hervorragenden Leistungen der Kärntner Industriebetriebe. Michael Velmeden, Obmann der WK-Sparte Industrie, nutzte die Gelegenheit, dem Finanzminister sein Unternehmen cms electronics vorzustellen. Gesprächsthema war einmal mehr die Teuerung und Inflation, unter der auch Kärntner Betriebe massiv leiden. „Aufgrund der hohen Lohnstückkosten fällt es vielen schwer, Aufträge nach Österreich zu holen. Investitionen wandern ins Ausland ab. Diese Entwicklung schadet dem Wirtschaftsstandort enorm, weshalb wir beispielsweise eine Verlängerung der Teuerungsprämie vorschlagen“, so Velmeden. Mit diesem Gestaltungselement könnte die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gestärkt werden. Dem Bundesminister wurden konkrete Vorschläge unterbreitet.

Eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten und der Einkommenssteuer sei aus Sicht der Betriebe unumgänglich. „Derzeit bleibt von einer hohen Bruttolohnerhöhung schon ab der mittleren Progressionsstufe einfach zu wenig übrig, weil die Lohnnebenkosten und Steuern zu hoch sind“, so Velmeden. Weitere Forderung: Der Investitionsfreibetrag sollte durch eine attraktivere Investitionsprämie abgelöst werden.

Wirtschaftsgipfel in Kärnten: Finanzminister diskutierte mit Top-Führungskräften aus Industrie, Banken und Versicherungen

Im Anschluss traf sich Finanzminister Brunner auf Einladung von Herta Stockbauer, WK-Obfrau der Sparte Bank und Versicherung, mit Vertretern aus Industrie, Banken und Versicherungen zu einem Gespräch in der BKS-Zentrale in Klagenfurt, bei dem aktuelle Themen diskutiert wurden. So begrüßen die Branchenexpert:innen die Abschaffung der Grunderwerbssteuer für das erste Eigenheim und hoffen auf eine rasche Umsetzung. Nicht nur für die Bauwirtschaft wäre dies ein wichtiger Impuls. Gerade junge Familie können sich aufgrund der KIM-VO (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung) und der Mindesthöhe des Eigenkapitals kaum mehr den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. „Die Nachbesserungen waren ein erster Schritt, reichen aber bei weitem nicht aus. Die Banken haben bei der Vergabe von Immobilienkrediten kaum noch Spielraum. Die Zinsbelastung und die Raten sind deutlich gestiegen, daher ist die Neuvergabe von Immobilienkrediten stark eingebrochen, auch der Zinsanstieg hat dazu beigetragen“, bestätigte Stockbauer. Weiters sprach sie offene Fragen zum digitalen Euro, zur Retail Investment Strategie und zur KESt-Behaltefrist an.

Gefordert: eine Versicherung für Naturkatastrophen

Seitens der Versicherungswirtschaft wurden neue Lösungen für den Umgang mit den immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen gefordert. Unwetter verursachen in Kärnten enorme Schäden. Entsprechend brauche es eine Versicherung für Naturkatastrophen. „Wir freuen uns über diesen Austausch. Finanzminister Brunner zeigte Interesse an unseren Anliegen und wir wollen weiter konstruktiv zusammenarbeiten“, resümierten Velmeden und Stockbauer abschließend.

Die Industrie ist Kärntens wichtigster Wirtschaftszweig. Direkt trägt sie (inklusive Bau und Energie) 37 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei. Rechnet man die indirekt mit ihr zusammenhängenden Teile anderer Wirtschaftszweige hinzu, sind es sogar 55 Prozent der Bruttowertschöpfung. Die Kärntner Industrie als sogenannter produzierender Sektor beschäftigt direkt mehr als 58.000 Personen.

Die Unternehmen der Sparte Bank und Versicherung sind zentrale Akteure des Finanzplatzes. Die Kärntner Banken stellen die finanzielle Infrastruktur zur Verfügung und ermöglichen durch Kredite an Unternehmen Investitionen und Arbeitsplätze in der Region. Die Versicherungswirtschaft sichert Betriebe und Einzelne ab und ist auch für die private Altersvorsorge von zentraler Bedeutung.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Sparte Industrie und Sparte Bank und Versicherung
Mag. Alexander Kuess
T 05 90 90 4 - 200
E alexander.kuess@wkk.or.at

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