Koralmbahn: Modernisierter Bahnhof in Grafenstein
© ÖBB/Pachoinig

Wirtschaft will Jahrhundertchance Koralmbahn wahrnehmen

Doch Kärnten habe Hausaufgaben zu erledigen, um vom gigantischen Bahnprojekt maximal profitieren zu können, mahnt WK-Präsident Mandl: „Das ist kein Selbstläufer!“

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Aktualisiert am 05.08.2023
„Die sechs Milliarden Euro teure Koralmbahn und der damit entstehende Wirtschaftsraum Südösterreich können ein Gamechanger für die Kärntner Wirtschaft sein“, bekräftigte heute Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl als Reaktion auf kritische Medienberichte. Die bessere Integration der Zentralräume Graz bzw. Klagenfurt-Villach führe zu einem signifikant höheren Wirtschaftswachstum und könne dem Arbeitskräftemangel entgegenwirken. Die „AREA SÜD“, wie die beiden Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten den neuen Wirtschaftsraum getauft haben, ist nach Wien der zweitgrößte Ballungsraum Österreichs mit 1,8 Millionen Menschen, 120.000 Unternehmen und 620.000 Beschäftigten. Mandl: „So wie die schnelle Westbahn als wirtschaftliche und gesellschaftliche Lebensader zur Entwicklung des Raumes von Salzburg bis Wien maßgeblich beigetragen hat, wird auch die Koralmbahn eine neue Ära für den Süden einleiten. Jetzt liegt es an uns allen, dafür zu sorgen, diese Jahrhundertchance auch optimal zu nutzen!“

Steiermark hat noch die Nase vorn

Doch zweifelsohne habe Kärnten bis dahin noch viele und komplexe Hausaufgaben zu erledigen. „Die Koralmbahn und der gemeinsame Wirtschaftsraum sind eine große Chance, aber selbstverständlich auch eine Herausforderung für Kärnten. Und die Steiermark hat in Sachen professioneller Vorbereitung eindeutig die Nase vorn“, mahnt Mandl zur Steigerung des Tempos diesseits der Koralm. So habe die Region Deutschlandsberg mit der Gründung der Laßnitztal Entwicklungs GmbH. und der geordneten kommunalen Vorbereitung hinsichtlich der Schaffung von Entwicklungsflächen für Betriebsansiedelungen einen klaren Vorsprung vor den Gemeinden des Lavanttals. Die von den Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten mit Unterstützung der Länder in Auftrag gegebenen Studien würden sehr klar die Potentiale hinsichtlich der stärkeren Vernetzung von Bildungseinrichtungen, Behörden, touristischen und anderen Infrastruktureinrichtungen und vor allem der Zubringerverkehre zur Koralmbahn aufzeigen. „Selbstläufer ist der gemeinsame Wirtschaftsraum keiner. Kärnten wird viel Know-how, Engagement und Geld investieren müssen, damit die Koralmbahn ihre wirtschaftliche Wirkung an beiden Enden des Tunnels gleichermaßen entfaltet. Medienwirksam mit dem ersten Zug durch den Tunnel zu rollen und dann auf das Wirtschaftswunder zu hoffen, wird da nicht reichen!“

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