AUSTRIAPRO-Umfrage zur E-Rechnung 2023

Aktuelle Zahlen zum E-Rechnungsmarkt in Österreich

Lesedauer: 1 Minute

Im August 2023 hat AUSTRIAPRO erneut mittels Online-Umfrage aktuelle Zahlen zur E-Rechnung in Österreich (Sample n = 500 Netto-Interviews) erheben lassen. Die Ergebnisse, die nach vorherrschender Unternehmensgröße und Branche in Österreich gewichtet wurden, bleiben mit wenigen Ausnahmen im Vergleich zur Umfrage 2021 recht stabil.

2023 keine Trendumkehr in Sicht

Die gute Nachricht: Der Trend zur E-Rechnung hält generell an. Eine überwiegende Mehrheit von rund 57 Prozent der befragten EPU bzw. KMU bevorzugt diese Art der Rechnung im PDF-Format, während 30 Prozent noch Papier bevorzugen. Die E-Rechnungen werden auch immer häufiger so erstellt. Bereits mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Unternehmen stellen sogar 75-100 Prozent ihrer Rechnungen elektronisch aus. Dadurch ist es wenig 
AUSTRIAPRO-Umfrage zur E-Rechnung 2023
© AUSTRIAPRO Umfrage-Kurzfassung zum Download (PDF)

verwunderlich, dass KMU – sofern elektronisch - über 95 Prozent ihrer Eingangsrechnungen als PDF erhalten.

Ausdrucken, abtippen, ablegen

Die schlechte Nachricht: Dezidiert bevorzugen nur weniger als die üblichen 5 % der befragten Unternehmen strukturierte elektronische Eingangsrechnungen (z.B. XML, EDIFACT) mit der Möglichkeit zur vollautomatisierten Weiterverarbeitung der Rechnungsdaten. Bevorzugt werden die PDFs hingegen ausgedruckt und manuell weiterverarbeitet. Auch die Archivierung auf Papier erfreut sich mit 58 Prozent nach wie vor großer Beliebtheit. Während sich rund 60 Prozent der KMU mit Word und Excel bei der Rechnungserstellung behelfen, nutzen nur halb so viele eine spezielle Buchhaltungs- oder Rechnungserstellungs-Software lokal oder online, obwohl es hier für kleine Unternehmen schon günstige Lösungen um weniger als 10 Euro pro Monat gäbe. Fazit: Die strukturierte E-Rechnung konnte also im Vergleich zur E-Rechnung per se in den letzten beiden Jahren keine Fortschritte erzielen.

Booster für die strukturierte E-Rechnung ab 2026 bzw. 2028?

In einer Vielzahl von europäischen Ländern - von Frankreich über Belgien, Polen bis Rumänien - sind derzeit Pläne für die verpflichtende Umsetzung einer maschinenlesbaren E-Rechnung zwischen Unternehmen (B2B) beschlossen worden. In Italien und Ungarn besteht diese ohnehin schon seit einigen Jahren. Die Bestrebungen Deutschlands mit dem Vorschlag für das Wachstumschancengesetz, ab 2026 solch eine verpflichtende E-Rechnung im B2B-Bereich einzuführen, könnten der nächste Antrieb auch in Österreich sein, da viele heimische Betriebe über die Grenze fakturieren bzw. Kontakte haben. Sollte dort eine intelligente Einführung mit Nutzenpotenzial für KMU gelingen, wäre dies vielleicht ein Booster. Ab 2028 schlägt dann mit der vorgeschlagenen ViDA-Mehrwertsteuer-Richtlinie die Stunde der EU für die verpflichtende Einführung strukturierter E-Rechnungen im grenzüberschreitenden EU-Raum.

Stand: 14.09.2023