dormakaba Austria GmbH: Vom klassischen Schloss zur intelligenten Zutrittslösung
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Zutrittstechnologie im Alltag
Ob beim Öffnen der Eingangstür mit einem mechanischen Schlüssel, dem Betreten eines Geschäfts durch eine automatische Schiebetüre oder bei einer elektronischen Zutrittskontrolle für ein Bürogebäude, häufig steckt Technologie von dormakaba dahinter. Die weltweit tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in der Schweiz entwickelt Lösungen für Zutritt und Sicherheit und beschäftigt weltweit rund 16.000 Mitarbeiter:innen. Ihre österreichische Tochter, die dormakaba Austria GmbH mit Zentrale in Herzogenburg, zählt mit über 600 Beschäftigten zu den größten heimischen Unternehmen der Branche.
Breites Portfolio für Sicherheit und Komfort
Das Angebot ist breit gefächert. „Wir bieten ein umfassendes Portfolio an Produkten vom mechanischen Absicherung über Türschließtechnik zum sicheren Schließen von Brandschutztüren bis zur vollvernetzten elektronischen Zutrittslösung für alle Arten von Gebäuden, erklären die beiden Geschäftsführer Stefan Penz und Elmar Knittl. Ergänzt wird das Angebot durch Systeme für die Zeit- und Betriebsdatenerfassung, spezielle Hotel- und Hochsicherheitsschlösser sowie horizontale Schiebewände und mobile Trennwandsysteme.
Vielfältige Einsatzgebiete weltweit
Entsprechend vielseitig sind die Einsatzgebiete. „Wir statten Einfamilienhäuser, Geschäfte und Sportstätten, Flughäfen und Krankenhäuser, Hotels und Bürogebäude aus“, so das Geschäftsführer-Duo. Ziel sei es dabei, Sicherheit zu gewährleisten, die Zugänge komfortabler zu machen und Personenströme effizient zu steuern.
Von Traditionsunternehmen zur globalen Gruppe
Die heutige Unternehmensgruppe geht auf zwei Traditionsunternehmen zurück. Dorma wurde 1908 in Deutschland gegründet, die Wurzeln von Kaba reichen bis 1862 zurück, als Franz Bauer in Zürich eine Schlosserei und Kassenfabrik gründete. Als die Bauer AG 1934 das erste Zylinderschloss mit Wendeschlüssel patentieren ließ, benannte sie es nach dem Firmengründer Franz Bauer, der im Volksmund als Kassabauer – kurz Kaba – bekannt war. 2015 wurden beide Unternehmen zu dormakaba fusioniert.
Herzogenburg als wichtiger Produktionsstandort
Im Rahmen ihres Wachstums übernahm die Bauer AG zwischen 1988 und 1998 unter anderem auch die Firma Grundmann Schließtechnik (Marke GEGE) im niederösterreichischen Herzogenburg. Dort befindet sich heute die Unternehmenszentrale von dormakaba Austria. Der Mitgliedsbetrieb der Metalltechnischen Industrie der WKNÖ zählt zu den wichtigsten Fertigungsstandorten des Konzerns. Produziert werden am Standort mechanische Schließzylinder und Schlüssel, verschiedene Arten von Türschlössern sowie Komponenten für elektronische Zutrittskontrollsysteme. Die Exportquote liegt bei rund 40 Prozent.
Präzision und Sicherheit auf höchstem Niveau
Die Lösungen reichen von einfachen Schlüssel-Türschloss-Kombinationen bis hin zu hochkomplexen Systemen bei Großprojekten, wo beispielsweise ein Generalschlüssel alle Türen, einzelne Schlüssel aber nur bestimmten Eingänge öffnen können sollen. Die Anforderungen an Präzision sind entsprechend hoch. „Tatsächlich sind die Schwankungen, die wir haben dürfen, meist weit geringer als eine Haaresbreite“, so Elmar Knittl. Dazu kommen penible Anforderungen an die Sicherheit. So bekommt ein:e Mitarbeiter:in in der Produktion lediglich jene Informationen, die benötigt werden, um das Produkt fertigen zu können. „Wir haben das systemisch abgesichert, sodass wir beispielsweise sicherstellen, dass ein:e Mitarbeiter:in keinen Zugang zur Information hat, wo das Produkt, an dem die Person arbeitet, am Ende landet“, so der Geschäftsführer. Das ist vor allem wichtig, wenn es darum geht Unternehmen bei der Einhaltung von NIS2- und CER-Vorgaben (europäische Rechtsvorschriften, die die Sicherheit in kritischen Sektoren verbessern soll) zu unterstützen. Mit ganzheitlichen Zutritts- und Perimetersicherheitslösungen stärkt dormakaba den physischen Schutz kritischer Infrastrukturen und sorgt für maximale Sicherheit von Rechenzentren und sensiblen Bereichen.
Millioneninvestition in modernste Produktion
Ausgangspunkt für die Produktion sind sogenannte Profilstangen und Metallbänder. Hochpräzisionsmaschinen fertigen daraus in vollautomatisierten Arbeitsschritten einzelne Komponenten wie Zylinder und Schlüssel. Feine Nuancen und Unterschiede beim Fräsen sorgen dafür, dass sich Schlüssel und Schlösser von Auftrag zu Auftrag unterscheiden. Die dafür notwendigen Investitionen in den Maschinenpark sind entsprechend hoch. So wurden in Herzogenburg mehrere Millionen Euro in eine sogenannte Räummaschine investiert, mit der vollautomatisch Türzylinder gefertigt werden können. Die Maschine ist mehr als 15 Meter lang und nach Angaben des Unternehmens die größte derartige Maschine für Schließtechnik der Welt.
Pandemie beschleunigt digitale Zutrittslösungen
Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach berührungslosen Zutrittssystemen erhöht. „Ein berührungsloser Zutritt ist gleichzeitig auch ein hygienischer Zutritt“, begründet Stefan Penz. Zudem reichen aktuelle Innovationen von energieeffizienten, teils batterielosen elektronischen Schlössern über offene, IoT-kompatible Plattformen bis hin zu neuen Sicherheitslösungen mit künstlicher Intelligenz zur proaktiven Gefahrenerkennung. Auch im Alltag kommen dormakaba-Innovationen den Nutzer:innen zugute: In Hotels etwa können Gäste mittlerweile per digitalem Schlüssel auf dem Smartphone (z. B. via Wallet) ihr Zimmer öffnen. Solche Lösungen ersparen Wartezeiten an der Rezeption, erhöhen den Komfort und sparen nebenbei Ressourcen – etwa durch den Wegfall tausender Plastikkarten als Schlüsselersatz.