Lehre mit Matura: Ausbildung und Berufsstart
Die Lehre mit Matura verbindet zwei starke Ausbildungswege: Gerade in der Metalltechnischen Industrie zeigt dieses Modell seine besonderen Stärken.
Lesedauer: 4 Minuten
Lehre mit Matura heißt: Jugendliche - oder auch Spätentschlossene - absolvieren eine reguläre Lehrausbildung und bereiten sich parallel dazu auf die Berufsreifeprüfung vor. Geprüft wird in Deutsch, Mathematik, einer lebenden Fremdsprache und im Fachbereich des jeweiligen Lehrberufs. Der vollständige Maturaabschluss ist dann nach erfolgreichem Abschluss der Lehre möglich. Damit verbindet die Lehre mit Matura berufliche Qualifikation und höhere Allgemeinbildung auf sinnvolle und praxisnahe Weise.
Metalltechnische Industrie – ideal für duale Ausbildung
Die Metalltechnische Industrie ist eine Branche, in der traditionelles Handwerk und Hightech unmittelbar zusammenkommen. Hier wird nicht nur geschweißt, gelötet oder montiert, sondern auch mit CNC-Maschinen gearbeitet, es werden Konstruktionspläne erstellt, Produktionsanlagen gewartet und digitale Prozesse begleitet. Genau deshalb ist die Lehre mit Matura in diesem Umfeld besonders attraktiv: Sie verbindet praktisches Können mit theoretischer Weiterentwicklung und schafft damit ein Profil, das in modernen Industriebetrieben besonders gefragt ist. Dazu kommt die enorme Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten. Laut WKO gibt es in der metalltechnischen Industrie 72 Lehrberufe – von klassischen technischen Berufen bis zu modernen Jobs mit hochkarätigen Spezialisierungen, darunter beispielsweise Mechatronik, Elektrotechnik, Konstruktion oder Applikationsentwicklung. Wer hier eine Lehre mit Matura absolviert, bewegt sich beruflich in einem breiten Zukunftsfeld mit vielen Spezialisierungs- und Entwicklungschancen.
Praxis mit Zukunftsperspektive
Ein wesentlicher Vorteil der Lehre mit Matura in der Metalltechnischen Industrie ist die Kombination aus unmittelbarer Praxiserfahrung und langfristiger Offenheit. Lehrlinge arbeiten von Beginn an bei praktischen Aufgabenstellungen mit. Dieses Erfahrungswissen ist in technischen Berufen enorm wertvoll – und es wird durch die Matura noch einmal aufgewertet, weil später auch weiterführende Bildungswege offenstehen. Der Zugang zu Uni, FH, Akademien und Kollegs ist mit der Berufsreifeprüfung möglich. Gerade in der Metalltechnischen Industrie ist das ein großer Vorteil, weil Karrieren in dieser Branche weniger oft linear verlaufen als in anderen, sondern vergleichsweise oft in berufliche Karrieren weit über der ursprünglichen Ausbildung gipfeln. Viele Jugendliche starten ihren beruflichen Werdegang in der Fertigung, entwickeln sich dann in Richtung Konstruktion, Automatisierung, Projektmanagement oder Qualitätssicherung weiter und übernehmen später Führungsverantwortung. Wer zusätzlich die Matura mitbringt, erweitert seinen Spielraum dabei deutlich – fachlich wie organisatorisch.
Anspruchsvoll, aber lohnend
Natürlich verlangt die Lehre mit Matura viel Disziplin. Die Vorbereitung zur Matura läuft parallel zur Lehrausbildung und bedeutet zusätzlichen Lern- und Zeitaufwand. Gerade darin liegt aber auch ihre Stärke: Wer diesen Weg geht, beweist Belastbarkeit, Eigenmotivation und Zielstrebigkeit. Eigenschaften wie diese sind in technischen Industrieberufen besonders gefragt, weil moderne Betriebe Mitarbeitende brauchen, die praktisch anpacken und zugleich analytisch denken können. In der Metalltechnischen Industrie kommt hinzu, dass viele Lehrberufe modular aufgebaut sind. Dadurch können junge Menschen sich zunächst ein breites Fundament aufbauen und sich erst später spezialisieren, etwa in Automatisierungstechnik, digitaler Fertigungstechnik, Konstruktionstechnik oder Prozess- und Projektmanagement. Wer hier zusätzlich die Matura absolviert, schafft sich beste Voraussetzungen für eine Karriere, die mit den Anforderungen der Industrie mitwächst.
Verdienen während der Ausbildung
Im Unterschied zu vielen rein schulischen Ausbildungswegen verdienen Lehrlinge bereits während der Ausbildung eigenes Geld. Ein Lehrling in der Metalltechnischen Industrie im vierten Lehrjahr kann bereits auf knapp über 2.000 Euro im Monat kommen. Gleichzeitig sind Lehrlinge als Arbeitnehmer arbeits- und sozialversicherungsrechtlich geschützt. Das macht die Lehre mit Matura auch wirtschaftlich attraktiv: Man investiert in die eigene Zukunft, ohne mehrere Jahre ausschließlich im Klassenzimmer zu verbringen.
Für Praktiker mit Ambitionen
Zusammenfassend kann man sagen: Die Lehre mit Matura in der Metalltechnischen Industrie erfordert keine Entweder-Oder-Entscheidung. Sie ist für Menschen gemacht, die Technik sowohl verstehen als auch anwenden wollen. Sie ist ideal für junge Talente, die früh in die Praxis möchten, ohne sich spätere Bildungswege zu verbauen. Und für alle, die zeigen wollen, dass berufliche Ausbildung und akademische Anschlussfähigkeit kein Widerspruch sind, sondern eine starke Kombination. Wer diesen Weg einschlägt, entscheidet sich nicht nur für einen Beruf, sondern für ein belastbares Zukunftsmodell: mit echter Praxiserfahrung, laufender persönlicher Entwicklung und vielen Türen, die auch nach der Lehrzeit offenbleiben.
Auf einen Blick: Lehre mit Matura
- Verbindung von Praxis und Matura in einem Ausbildungsweg
- Zugang zu Uni, FH, Akademien und Kollegs nach erfolgreichem Abschluss
- Über 70 Lehrberufe und viele Spezialisierungsmöglichkeiten in der Branche
- Früher Einstieg in Hightech-Arbeitswelten wie CNC, Konstruktion, Automatisierung und digitale Fertigung
- Eigenes Einkommen schon während der Ausbildung
- Arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Schutz als Arbeitnehmer:in
- Sehr gute Basis für Karrierewege bis hin zu Technik, Projektleitung oder Führung
- Ideal für alle, die praktisch arbeiten und sich gleichzeitig weiterqualifizieren wollen