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Auf einem grünen Rasen liegen vier Würfel nebeneinander. Auf dem ersten steht environment, auf dem zweiten social, auf dem dritten governance, auf dem vierten esg
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Sparte Information und Consulting

Überblick ESG Softwarelösungen

Unterstützung bei der Auswahl Ihrer Software im Bereich Nachhaltigkeit

Lesedauer: 6 Minuten

13.01.2026

ESG-Kennzahlen wie CO₂-Emissionen, Energieverbrauch, Abfallaufkommen oder Mitarbeiterfluktuation sind heute essenziell für die interne Steuerung und externe Berichterstattung. Zudem bestehen für viele Unternehmen bereits regulatorische Verpflichtungen zur Offenlegung von ESG-Daten, oder sie sind indirekt durch Anforderungen von Geschäftspartnern wie Lieferanten, Banken oder Investoren dazu angehalten. Dennoch setzen viele Unternehmen weiterhin auf Excel – mit allen bekannten Herausforderungen hinsichtlich Datenqualität, Transparenz, begrenzte Datenintegration und Skalierbarkeit.

Nachhaltigkeit ist die Chance, Ihr Unternehmen heute schon resilient, verantwortungsvoll und wettbewerbsfähig aufzustellen.

Softwarelösungen im ESG Bereich können eine breite Palette an Anforderungen abdecken – von der reinen Datenerfassung bis hin zur strategischen Steuerung der Nachhaltigkeitsperformance. Die Auswahl der für ein Unternehmen passenden, ist jedoch nicht leicht und daher möchte die Bundessparte Information und Consulting Ihnen hier ein paar Hilfestellungen geben und einen Überblick der derzeitigen Lösungen am Markt vorwiegend in Österreich sowie der DACH-Region bieten:

Tool-Überblick

Unter nachfolgendem Link finden Sie einen Überblick der derzeitigen ESG-Softwarelösungen am Markt. Er richtet sich an Unternehmen jeder Größe und Branche, die auf der Suche nach passenden digitalen Lösungen für ihre diversen Nachhaltigkeitsthemen sind:

Für ESG Softwarehersteller: Möchten Sie in unserer Übersicht gelistet werden, kontaktieren Sie uns gern unter ic@wko.at.

6 Tipps für die Auswahl einer ESG-Software:

1. Start bei den Anforderungen – nicht bei der Technologie

Bevor Sie Tools vergleichen, sollten Sie genau definieren, was Sie damit abbilden und wie Sie mit der Software arbeiten möchten: 

  • ESG-Reporting: die Software soll an einem zentralen Ort Daten sammeln und sie entweder bereits in einem Berichtsformat ausgeben, oder so aufbereiten, dass Ergebnisse und Kennzahlen schnell in einen Bericht übernommen werden können
  • Zielverfolgung: Wenn Sie bereits im Unternehmen eine Strategie mit konkreten Zielen und zugehörigen Maßnahmen erstellt haben (z.B. Umstellung auf grüne Energie bis 2030) gibt es Softwarelösungen, die Ihnen einen Abgleich mit Ihrem Ist-Status und den von Ihnen gesetzten Ziele ermöglichen
  • Lieferkettenmanagement: Viele Ihrer Daten für die Software werden von Ihrer vorgelagerten Lieferkette kommen; hier kann eine Software-Lösung bei der Datenverwaltung Ihrer Lieferanteninformationen unterstützen und Informationen zentral verwalten
Hinweis
Praxistipp: 
Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihren Ist-Status und formulieren Sie möglichst konkret Ihre Anwendungsvorstellungen

Leiten Sie daraus ein einfaches Pflichtenheft mit "Must-haves" und Nice-"to-haves" ab – das hilft, fokussiert zu bleiben und Lösungen miteinander vergleichen zu können.

Beantworten Sie für sich die folgenden Fragen (ev. im Team):

→ Welche Daten wurden bisher warum benötigt?

→ Welche Daten werden noch nicht gesammelt, aber vermehrt z.B. von Kund:innen angefragt?

→ Woher stammen die Daten bisher? Welche internen Systeme sind bereits im Einsatz?

→ Wer ist für die Daten zuständig? Welche Wege, Umrechnungen, Freigabeprozesse etc. sind für Ihr Unternehmen notwendig abzubilden?

→ Wer soll in Zukunft wie mit dem System arbeiten?

→ Wie soll Sie die Software unterstützen?

→ Besonders bei dieser Frage ist die Trennung zwischen nice-to-have und must-have extrem wichtig. Natürlich können Softwarelösungen mittlerweile einiges leisten, jedoch gilt hier: je mehr Features, desto höhere Kosten. Überlegen Sie sich also, welche Funktionen Sie auf jeden Fall benötigen und auf was Sie im Bedarfsfall (zunächst) verzichten könnten, um Ihr Budget zu schonen. Oft werden auch Modulsysteme angeboten, bei denen Sie mit einer Basiskonfiguration starten und bei Bedarf Funktionalitäten erweitern können.

→ Welche konkreten (Wettbewerbs-)Vorteile möchten wir durch die Software erzielen?

2. Regulatorische Konformität prüfen

Für einige Unternehmen bestehen bereits regulatorische Verpflichtungen zur Offenlegung von ESG-Daten und viele Unternehmen sind indirekt durch Anforderungen von Geschäftspartnern wie Lieferanten, Banken oder Investoren dazu angehalten. Die Lösung sollte die von Ihnen benötigten Gesetze und Standards wie 

  • CSRD
  • EU-Taxonomie
  • VSME oder GRI

unterstützen – idealerweise mit laufenden Updates bei Gesetzesänderungen.

Hinweis
Praxistipp: Fragen Sie beim Anbieter konkret nach der Art und Weise der Abdeckung aktueller Pflichten und kommenden Standards (z.B. VSME), ob und wie mit Aktualisierungen dieser in der Software umgegangen wird (z.B. ob es automatische Aktualisierungen gibt, ob diese etwas kosten etc.).

3. Datenmanagement und Schnittstellen im Blick behalten

Eine ESG-Lösung entfaltet auf der einen Seite ihren Wert, wenn sie Daten aus vorhandenen Systemen automatisiert übernehmen kann (APIs, CSV-Uploads usw.). Auf der anderen Seite hilft Sie aber vor allem bei der zentralisierten Sammlung und Verwaltung von Informationen. Findet Ihre Datenerhebung vor allem "manuell" statt, kann eine Softwarelösung ebenso eine große Hilfe darstellen. Statt 5 Excel-Dateien im Unternehmen im Kreis zu schicken, bei denen am Schluss dann keiner mehr weiß, welche Version die aktuelle ist, bekommen die Mitarbeiter:innen, die für die Datensammlung verantwortlich sind, entsprechende User und LogIns. Das verhindert Chaos, Datenverluste und ermöglicht eine schnelle Überprüfung der Primärdaten (d.h. "Originaldaten") und die Vereinheitlichung teilweise vermutlich notwendiger Umrechnungsschritte.

Hinweis
Praxistipp: Prüfen Sie, ob ERP-, HR- oder CO₂-Datenquellen direkt angebunden werden können – das spart enorm viel Zeit. Manche Softwaresysteme ermöglichen z.B. mittels Template Daten ins System zu laden, sollten Sie nicht einzelne User vergeben wollen. Lassen Sie sich die Möglichkeiten, Daten ins System zu spielen, demonstrieren.

Hier sollten die zukünftigen User anwesend sein, um sicherzugehen, dass diese dann auch mit dem System arbeiten können.

Überlegen Sie auch, ob sie Plausibilitätschecks oder Freigabeprozesse benötigen und lassen Sie sich die jeweilige Lösung vorstellen.

4. Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz nicht unterschätzen

Auch das beste Tool bringt wenig, wenn es im Tagesgeschäft nicht genutzt wird. Achten Sie auf intuitive Bedienung, klare Visualisierung und Supportmöglichkeiten (Sprache, Erreichbarkeit, Know-how) und ob das Tool für Ihre Unternehmensgröße geeignet ist.

Hinweis
Praxistipp: Beziehen Sie frühzeitig Kolleg:innen aus dem Fachbereich in die Tool-Auswahl ein – sie wissen, was praktikabel ist und mit was sie in Zukunft werden arbeiten können.

5. Zukunftssicherheit und Skalierbarkeit sicherstellen

ESG-Anforderungen wachsen. Die Lösung sollte modular erweiterbar sein – etwa um zusätzliche ESG-Themen, neue Berichtsstandards, weitere Standorte etc.

Hinweis
Praxistipp: Wählen Sie nicht nur für "heute", sondern mit Blick auf die nächsten 3–5 Jahre. Fragen Sie konkret nach Roadmap und Weiterentwicklungen und zugehörige Kosten.

Wenn Sie vor der Auswahl stehen, vergleichen Sie die Kosten über einen 5-Jahres-Verlauf (inkl. eventuellem Hosting, Updates und Support) um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

6. Zu guter Letzt die technischen Anforderungen und der Support

Zu guter Letzt muss darüber gesprochen werden, ob Sie von Ihren technischen Voraussetzungen her das System überhaupt nutzen können und wie der Support ausgestaltet ist. Support kann sehr vielfältig sein (persönlicher, telefonischer Support, KI Chat, FAQ usw. hier bitte daher genau hinterfragen, was alles inkludiert ist und überprüfen, was für Ihr Unternehmen wichtig ist.
Stellen Sie (am besten in Abstimmung und/oder Anwesenheit Ihrer IT) die folgenden Fragen hinsichtlich technischer Anforderungen:

  • Wird die Software lokal auf den eigenen Servern installiert oder vom Anbieter in einer Cloud-Lösung gehostet? (eventuell gibt es hier von Ihrer Seite Präferenzen; bei Cloud-Lösungen bitte auch hinterfragen, wo der Server-Standort ist.)
  • Welche technischen Voraussetzungen werden bei einer lokalen Installation („on-premise“) gefordert?
  • Welche Sicherheitsvorgaben sind mit der Softwarelösung kompatibel bzw. nicht kompatibel?
    Es sollte z.B. nicht sein, dass die Software nur über einen Browser (oder Link) erreicht werden kann, der nicht Ihren Sicherheitsvorgaben entspricht. Müssen Sie für die Erreichbarkeit Einstellungen Ihrer Firewall ändern, ist dies mit der IT unbedingt vorab auf Machbarkeit und Konsequenzen hin zu klären.
  • Welche Daten der User werden wie verwaltet? (siehe DSGVO)
  • Werden BackUps erstellt?
  • Wie funktioniert die Wiederherstellung im Fall eines Bugs, Fehlers, etc.?
  • Wie werden Updates eingespielt?

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