Gesetzliche Vorgaben für nachhaltiges Wirtschaften
Welche Nachhaltigkeitsvorschriften für österreichische Unternehmen bereits gelten und welche geplant sind
Lesedauer: 30 Minuten
Omnibus I (CSRD, EU-Taxonomie, CSDDD, CBAM)
Das Omnibus-I-Paket der EU ist ein Legislativpaket zur Überarbeitung und Vereinfachung zentraler Nachhaltigkeitsregulierungen.
Ziel von Omnibus I
Ziel von Omnibus I ist es, Berichts- und Sorgfaltspflichten zu vereinfachen, die Anwendungsbereiche zu reduzieren, Fristen zu verlängern und insgesamt mehr Proportionalität und Rechtsklarheit für Unternehmen zu schaffen – ohne die übergeordneten Klimaziele der EU aufzugeben.
Status von Omnibus I
Omnibus I trat im März 2026 in Kraft. Erste Maßnahmen wie Fristverschiebungen („Stop-the- Clock“) oder Erleichterungen (bei CBAM) wurden bereits zuvor beschlossen.
- CSRD: Die Anwendung für bestimmte Unternehmen auf 2028 mit Berichtsjahr 2027 verschoben, deutlich reduzierter Kreis der direkt Verpflichteten durch höhere Schwellenwerte. Die überarbeiteten Berichtsstandards (ESRS) wurden von der EU-Kommission als delegierter Rechtsakt erlassen und am 21. September 2026 im Amtsblatt veröffentlicht. Der freiwillige Standard für nicht-verpflichtete Unternehmen (VS, auf Basis des VSME) gilt ab dem Geschäftsjahr 2027 als oberste Grenze für Datenanfragen.
- EU-Taxonomie: Taxonomie bleibt bestehen, die Berichtspflichten werden an die CSRD angepasst und teilweise freiwillig ausgestaltet; Änderungen über delegierte Rechtsakte seit Januar 2026 veröffentlicht.
- CSDDD: Zeitliche Verschiebung der Anwendung für alle Unternehmen auf Juli 2029, stärkerer Fokus auf wesentliche Geschäftsbeziehungen, Schwellenwerte der verpflichteten Unternehmen weiter angehoben.
- CBAM: Erleichterungen bei Meldepflichten durch 50-Tonnen-Freigrenze und Fristen; Grundmechanismus bleibt unverändert, über eine Erweiterung der relevanten Produkte wird gerade diskutiert.
Weitere Informationen zum Omnibus-I-Paket
CSRD – EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist die zentrale EU-Richtlinie zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen. Sie erweitert und ersetzt die bisherige Non-Financial Reporting Directive (NFRD). Im Rahmen des Omnibus-I-Pakets wurde die CSRD angepasst, um Komplexität zu reduzieren, den Anwendungsbereich einzugrenzen und Unternehmen zu entlasten.
In Österreich wird die CSRD durch das Nachhaltigkeitsberichtsgesetz (NaBeG) umgesetzt, welches im Februar 2026 kundgemacht wurde. Das NaBeG löst das bisherige NaDiVeG ab.
Ziel der CSRD
Ziel der CSRD ist es, vergleichbare, verlässliche und transparente Nachhaltigkeitsinformationen bereitzustellen. Nach Omnibus I liegt der Fokus stärker auf sehr großen Unternehmen, während kleinere Unternehmen von verpflichtender Berichterstattung weitgehend ausgenommen werden.
Wer ist von der CSRD betroffen?
Gemäß Omnibus I sollen nur noch sehr große Unternehmen CSRD-pflichtig sein, die beide folgenden Kriterien erfüllen:
- mind. 1.000 Mitarbeitende
- mind. 450 Mio. Euro Nettojahresumsatz
Timeline der CSRD
- 16. April 2025: Einführung des „Stop-the-Clock“-Mechanismus → Verschiebung um zwei Jahre
- 16. Dezember 2025: Politische Einigung zum sog. „Content-Vorschlag“ des Omnibus-I-Pakets
- 1. Januar 2027: Anwendungszeitpunkt der CSRD-Berichterstattung für große Unternehmen gemäß der „Stop-the-Clock”-Richtlinie (Berichterstattung 2028 über 2027)
Weitere Informationen zur CSRD
ESRS – Verpflichtende europäische Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Großunternehmen
Die ESRS geben den Inhalt der Nachhaltigkeitsberichte vor. Die Standards wurden im Zuge des Omnibus-I-Verfahren vereinfacht.
Die EU-Kommission hat die überarbeiteten ESRS am 3. Juli 2026 als delegierten Rechtsakt angenommen. Nach der Prüffrist von Parlament und Rat wurden sie am 21. September 2026 im Amtsblatt veröffentlicht (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563); Inkrafttreten am 10. November 2026.
Wahlrecht für das Geschäftsjahr 2026: bisherige ESRS, bisherige ESRS mit ausgewählten Erleichterungen oder überarbeitete ESRS; die gewählte Variante ist im Bericht anzugeben.
Ziel der ESRS
Der Berichterstattungsprozess soll deutlich vereinfacht und der Fokus noch stärker auf die Informationsbedürfnisse der Stakeholder angepasst werden. Die Änderungen sollen den Berichtsaufwand für betroffene Unternehmen reduzieren:
- Reduktion der verpflichtenden Datenpunkte
- Entfall der freiwilligen Angaben
- Straffung narrativer Vorgaben
Die vereinfachten Standards setzen auch einen stärkeren Fokus auf Proportionalität (z.B. Erleichterungen bei unverhältnismäßigem Aufwand) sowie des neu eingeführten „Fair Presentation“-Prinzips (Fokus auf wahrheitsgetreue und relevante Informationen).
Weitere Erleichterungen finden sich u.a. in der praxisnahen Gestaltung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse, dem Versuch eine stärkere Interoperabilität mit internationalen Standards (ISSB-Standards) zu gewährleisten sowie der Streichung von sektorspezifischen Standards.
Wer ist von den ESRS betroffen?
Durch die Anhebung der Schwellenwerte in der Anwendbarkeit der CSRD im Zuge von des Omnibus-I-Pakets soll die direkte Berichtspflicht nach ESRS nur mehr große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und einem Nettojahresumsatz von über 450 Mio Euro.
Timeline der ESRS
Die „Draft Simplified ESRS“ wurden nach einer öffentlichen Konsultation von der EU-Kommission als delegierter Rechtsakt erlassen:
- 6. Mai bis 3. Juni 2026: Öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission zum Entwurf des delegierten Rechtsakts für die überarbeiteten ESRS
- 3. Juli 2026: Annahme des delegierten Rechtsakts durch die Europäische Kommission
- 21. September 2026: Veröffentlichung im Amtsblatt der EU (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563)
- 10. November 2026: Inkrafttreten
- 1. Januar 2027: Verpflichtender Anwendungsbeginn (Berichterstattung 2028 über 2027); für das Geschäftsjahr 2026 können wahlweise die bisherigen ESRS, die bisherigen ESRS mit Erleichterungen oder die überarbeiteten ESRS angewendet werden.
Besuchen Sie die EFRAG-Seite für weitere Informationen zu den ESRS:
EU-Taxonomieverordnung
Die EU-Taxonomie (EU Taxonomy for Sustainable Activities bzw. EUTAX) ist ein Klassifikationssystem der Europäischen Union, das festlegt, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten. Sie soll Investoren, Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern dabei helfen, Finanzmittel gezielt in nachhaltige Projekte zu lenken und Greenwashing zu vermeiden. Das Omnibus-I-Paket zielt darauf ab, die Berichtspflichten der Taxonomie zu vereinfachen und die Umsetzung praxisnäher zu gestalten.
Ziel der EUTAX
- Förderung nachhaltiger Investitionen in der EU
- Einheitliche Kriterien für ökologisch nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten schaffen
- Transparenz für Investoren und Unternehmen erhöhen
- Unterstützung der EU-Klimaziele, insbesondere der Reduktion von Treibhausgasen bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050.
Wer ist von der EUTAX betroffen?
- Unternehmen: Vor allem große kapitalmarktorientierte Unternehmen (> 1.000 Mitarbeitende, > 450 Mio. Euro Umsatz), kleinere Firmen können freiwillig berichten
- Finanzakteure: Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen
- Investoren: Institutionelle und private Anleger, die in nachhaltige Projekte investieren wollen
- Öffentliche Verwaltung: Umsetzung, Monitoring, Regulierung nachhaltiger Investitionen und Förderprogramme
• Reduziert den Kreis der Verpflichtenden durch höhere Schwellenwerte im Einklang mit CSRD
• Vereinfachte Berichtspflichten (z. B. weniger Datenpunkte, Fokus auf wesentliche Aktivitäten)
• Anpassung der Zeitpunkte für den Beginn der Berichterstattung im Einklang mit CSRD
Timeline der EUTAX
- 2025: Omnibus I – Vereinfachung der Berichtspflichten, Anpassung Pflichtenkreis
- 17. März bis 14. April 2026: Konsultation der EU-Kommission zur Überarbeitung der technischen Bewertungskriterien
- 30. April 2026: Veröffentlichung der finalen FAQ zum delegierten Rechtsakt (Mitteilung der Kommission C/2026/2558)
- 8. Januar 2026: Veröffentlichung des delegierten Rechtsakts im Zuge des Omnibus-I-Pakets
- fortlaufende Anpassungen der Taxonomie (insb. bei den taxonomiefähigen Aktivitäten)
Der delegierte Rechtsakt zur vereinfachten EU-Taxonomie im Zuge des Omnibus-I-Pakets wurde am 8. Januar 2026 veröffentlicht.
Weitere Informationen zur EU-Taxonomie
CSDDD − Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit
Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) ist eine EU‑Richtlinie, die Unternehmen verpflichtet, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in ihren Geschäftsaktivitäten und Wertschöpfungsketten umzusetzen. Sie zielt darauf ab, negative soziale und ökologische Auswirkungen unternehmerischen Handelns zu identifizieren, vermeiden, beheben oder beenden.
Das Omnibus‑I‑Paket hat die unternehmerische Sorgfaltspflicht deutlich vereinfacht. Ziel ist es, Unternehmen zu entlasten und kleinere Betriebe vor indirekten Belastungen zu schützen.
Ziel der CSDDD
- Sorgfaltspflicht der Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales & Governance entlang der Wertschöpfungskette sichern
- Geschäftsmodell und Strategie im Einklang mit dem Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft und dem Pariser Abkommen (1,5 °C-Ziel)
- Verpflichtung von großen Unternehmen, die durch ihre Tätigkeiten verursachten, negativen Auswirkungen auf Menschenrechte sowie Umwelt zu ermitteln, verhindern, minimieren und erforderlichenfalls abzustellen
Wer ist von der CSDDD betroffen?
Durch das Omnibus-I-Paket kam es zu Vereinfachungen in Bezug auf die CSDDD. Es werden daher nur noch folgende Unternehmen betroffen sein:
- Unternehmen mit Sitz in der EU, mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden und einem weltweiten Nettojahresumsatz von über 1,5 Milliarden Euro
-
Nicht-EU-Unternehmen mit einem Nettoumsatz von über 1,5 Milliarden Euro in der EU (ohne Mitarbeitendenschwelle.
Hilfreiche Compliance-Vorlagen zum Download
Timeline der CSDDD
- 25. Juli 2024: Inkrafttreten der CSDDD
- 2025: Verhandlungen über Umsetzung und Anpassungen der Schwellenwerte sowie Anforderungen im Zuge des Omnibus-I-Pakets
- 26. Februar 2026: Veröffentlichung der Änderungsrichtlinie (EU) 2026/470 im Amtsblatt (Inkrafttreten am 18. März 2026)
- bis 26. Juli 2028: Transposition in nationales Recht
- 26. Juli 2029: Beginn der verbindlichen Anwendung für die betroffenen großen Unternehmen
Weitere Informationen zur CSDDD
LkSG – Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (Deutschland)
Das deutsche Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz – LkSG) wurde am 25. Juni 2021 beschlossen und ist am 1. Januar 2023 in Kraft getreten.
Ziel des LkSG
Das Hauptziel des LkSG ist der Schutz von Menschenrechten und Umweltstandards in globalen Lieferketten, indem es große Unternehmen verpflichtet, Sorgfaltspflichten wahrzunehmen, um Risiken wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung zu identifizieren, zu verhindern und zu beheben.
Wer ist vom LkSG betroffen?
Das LkSG gilt für Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die bestimmte Größenkriterien erfüllen:
- ab 2023: Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten
- ab 2024: Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten
- Darüber hinaus können mittelbare Betroffenheiten bei kleineren Unternehmen entstehen, wenn sie als Zulieferer mit LkSG pflichtigen Unternehmen in Beziehung stehen.
Timeline des LkSG
- 26. Juli 2028: Die Mitgliedstaaten erlassen und veröffentlichen spätestens am 26. Juli 2028 die Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die erforderlich sind, um dieser Richtlinie nachzukommen. Sie teilen der Kommission unverzüglich den Wortlaut dieser Vorschriften mit.
- Das bestehende LkSG soll nach Abschluss der Verhandlungen durch ein Gesetz über die internationale Unternehmensverantwortung (das die CSDDD in deutsches Recht überführt) zur Gänze ersetzt werden.
-
16. Januar 2026: Erste Lesung im Deutschen Bundestag; das parlamentarische Verfahren ist noch nicht abgeschlossen (Stand Oktober 2026)
Weitere Informationen zum LkSG
CBAM – EU-CO2-Grenzausgleichsmechanismus
Der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) ist ein neues Klimaschutzinstrument der EU. CBAM stellt ein vergleichbares CO2-Bepreisungsniveau zwischen Waren unterschiedlicher Herkunft her, unabhängig davon, ob die Produktion innerhalb oder außerhalb der EU stattfand.
Ziel des CBAM
Dies soll insbesondere das Risiko reduzieren, dass Produktionsstätten in Länder mit weniger stringenten Klimaauflagen als innerhalb der EU verlagert werden (Carbon Leakage). Außerdem soll durch diese europäische Maßnahme ein monetärer Anreiz für Produzenten in Nicht-EU-Länder geschaffen werden, die THG-Emissionen im Herstellungsprozess zu senken.
Wer ist vom CBAM betroffen?
CBAM ist zunächst auf die Einfuhr bestimmter Warengruppen mit Ursprung in einem Drittstaat in das Zollgebiet der Union beschränkt. CBAM erfasst folgende Warengruppen:
- Zement
- Eisen und Stahl (unterschiedliche Verarbeitungsstufen)
- Aluminium (unterschiedliche Verarbeitungsstufen)
- Düngemittel (inklusive Vorprodukte)
- Elektrischer Strom
- Wasserstoff
Durch das Omnibus-I-Paket kommt es zu Vereinfachungen in Bezug auf CBAM: Es werden Importe bis 50 Tonnen an Masse pro Importeur und Jahr von den CBAM Regeln ausgenommen, wodurch rund 90 % der Importeure (meist KMU und Kleinstimporteure) nicht unter die Verpflichtungen fallen.
Timeline des CBAM
- 17. Oktober 2025: Veröffentlichung der Vereinfachungsverordnung (EU) 2025/2083 im Zuge des Omnibus-I-Pakets (u. a. neuer Schwellenwert von 50 Tonnen, Vereinfachungen bei Autorisierung, Emissionsberechnung und Meldepflichten)
- 17. Dezember 2025: Vorschlag der EU-Kommission zur Ausweitung des CBAM auf nachgelagerte Produkte und zu Maßnahmen gegen Umgehung
- 1. Januar 2026: Beginn der Bepreisungsphase – für Einfuhren ab 2026 sind CBAM-Zertifikate abzugeben
- 12. Juni und 15. September 2026: Rat bzw. Europäisches Parlament legen ihre Positionen zur Ausweitung fest; Trilogverhandlungen seit Herbst 2026
- 1. Februar 2027: Start des Verkaufs von CBAM-Zertifikaten
- 30. September 2027: Erste CBAM-Erklärung und Abgabe von Zertifikaten für Einfuhren aus dem Jahr 2026
- 2028–2034: Verstärkter Ausbau und finale Abdeckung – schrittweise vollständige Einbeziehung aller relevanten Emissionen im Rahmen der Übereinkünfte mit dem EU‑ETS.
Weitere Informationen zum CBAM:
- WKO.at: Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM)
- Bundesministerium für Finanzen: Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM)
SFDR − Nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor
Die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) ist ein zentraler Baustein im EU‑Aktionsplan für nachhaltige Finanzen. Sie verpflichtet Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater, Transparenz über Nachhaltigkeits‑ und ESG‑Aspekte (Environmental, Social, Governance) in ihren Entscheidungs‑, Produkt‑ und Vermarktungsprozessen zu schaffen.
Ziel der SFDR
Die SFDR zielt darauf ab, mehr Transparenz über Nachhaltigkeitsrisiken, -auswirkungen und -eigenschaften von Finanzprodukten und -dienstleistungen herzustellen, damit Investoren besser entscheiden können, wie die Nachhaltigkeitsaspekte ihrer Anlagen berücksichtigt werden.
Wer ist von der SFDR betroffen?
Betroffen von der Offenlegungsverordnung sind unter dem Oberbegriff Finanzberatungen auch Versicherungsvermittlungen, wenn sie über Versicherungsanlageprodukte beraten. Allerdings sind insgesamt „Finanzprodukte“ angesprochen, zu denen die EU nicht nur Versicherungsanlageprodukte (IBIP) zählt, sondern auch „Altersvorsorgeprodukte“. Die Verordnung schließt kleine Vermittlerbetriebe mit weniger als drei Mitarbeitenden aus.
Timeline der SFDR
- 10. März 2021: Inkrafttreten der SFDR
- 25. Juli 2022: Veröffentlichung der Delegierten Verordnung (EU) 2022/1288 welche ab 1. Januar 2023 gültig ist
- 17. Februar 2023: Veröffentlichung der Delegierten Verordnung (EU) 2023/363 welche ab 20. Februar 2023 gültig ist
- 20. November 2025: Überarbeiteter Vorschlag der EU-Kommission zur SFDR Revision („SFDR 2.0“) vorgelegt
- 24. Juni 2026: Der Rat der EU hat sein Verhandlungsmandat offiziell verabschiedet
- 5. Oktober 2026: Das Europäische Parlament legt sein Verhandlungsmandat fest; Beginn der Trilogverhandlungen
- 2026–2028 (vorgeschlagen): Politische Verhandlungen im EU‑Parlament & Rat über den SFDR‑Reformvorschlag
- Ab ca. 2028 (vorgeschlagen): Anwendung der SFDR-2.0‑Regeln voraussichtlich mit Übergangs‑ und Startphasen für Finanzprodukte und Offenlegungspflichten
Die EU-Kommission veröffentlichte am 20. November 2025 einen Vorschlag zur Überarbeitung der SFDR.
ESPR – EU-Ökodesignverordnung
Die EU-Ökodesignverordnung (Ecodesign for Sustainable Products Regulation bzw. ESPR) ist eine EU-Verordnung und ein zentraler Baustein des EU Green Deals.
Die ESPR ersetzt die bisherige Ökodesign Richtlinie und schafft einen Rahmen für verbindliche Daten- und Nachhaltigkeitsanforderungen an Produkte, die im EU-Binnenmarkt verkauft oder in Betrieb genommen werden.
Sie legt Mindestinformationen und -anforderungen an Produkte fest (z.B. Haltbarkeit, Recyclingfähigkeit, CO2-Fußabdruck, Abfall), die in Zukunft in einem Digitalen Produktpass (DPP) zu dokumentieren und kommunizieren sind.
Ziel der ESPR
Ziel ist es, Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg umweltfreundlicher, langlebiger, reparier und recyclebar zu machen sowie Transparenz über Umwelt und Klimaaspekte zu fördern:
- Reduzierung von Umwelt und CO2-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts
- Förderung von Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit und Recyclingfähigkeit
- Verwendung höherer Rezyklatanteile und geringerer Problemstoffgehalte
- Transparenz durch einen Digitalen Produktpass (DPP)
- Förderung der Kreislaufwirtschaft und Verhinderung der Vernichtung unverkaufter Verbraucherprodukte
Wer ist von der ESPR betroffen?
Die ESPR gilt für nahezu alle physischen Produkte, die im EU-Binnenmarkt in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden, inkl. Bauteilen und Zwischenprodukten. Ausnahmen bilden z.B. bestimmte Lebensmittel, Arzneimittel, Futtermittel, lebende Tiere und Pflanzen. Hersteller, Importeure, Vertreiber, Händler und andere Wirtschaftsbeteiligte müssen künftige Ökodesignanforderungen erfüllen. Die Verordnung schafft einen Rahmen, der durch delegierte Rechtsakte produktspezifische Vorgaben konkretisiert. Hier ist die Europäische Kommission derzeit hinter ihrem Zeitplan.
Timeline der ESPR
- 18. Juli 2024: Inkrafttreten der ESPR in allen EU‑Mitgliedstaaten
- 16. April 2025: Erster ESPR & Energy Labelling Working Plan (2025–2030) eingeführt – legt priorisierte Produktgruppen fest (z.B. Textilien, Möbel, Eisen/ Stahl, Aluminium, Reifen, Matratzen).
- Seit 19. Juli 2026: Verbot der Vernichtung unverkaufter Bekleidung, Bekleidungszubehör und Schuhe für große Unternehmen
- Ab 19. Juli 2030: Das Vernichtungsverbot gilt auch für mittlere Unternehmen
- 2026–2030 – Gestaffelte Einführung der produktbezogenen Ökodesign‑ und DPP‑Pflichten je nach Gruppe durch delegierte Rechtsakte (als erste Produktgruppe ist Eisen/Stahl in Vorbereitung)
Weitere Informationen zur Ökodesignverordnung
DPP − Digitaler Produktpass (Teil der ESPR) | Digital Product Passport
Der DPP ist ein zentrales Element der EU-Produktpolitik zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Er wird im Rahmen der ESPR vorgesehen und soll für bestimmte Produktgruppen verpflichtend werden. Ein DPP ist ein digitaler Datensatz, der umfassende Informationen über ein Produkt enthält − u.a. Materialien, Umwelt und CO2-Daten, Reparatur und Recyclinginformationen sowie Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette − und über standardisierte elektronische Identifikatoren (z.B. QR Code) abrufbar ist.
Ziele des DPP
- Zugang zu Produktinformationen für die Akteure entlang der Wertschöpfungskette (Verbraucher, Wirtschaftsakteure und nationale Behörden)
- Verbesserung der Rückverfolgbarkeit von Produkten entlang der Wertschöpfungskette
- Überprüfbarkeit der Rechtskonformität von Produkten durch die zuständigen nationalen Behörden
- Rückverfolgung aller gefährlichen Stoffe über den gesamten Lebenszyklus von Produkten
Wer ist vom DPP betroffen?
Rechtlich verpflichtend ist ein DPP nur für Produkte, die im ESPR-Arbeitsplan priorisiert werden.
Timeline des DPP
- 18. Juli 2024: Inkrafttreten der ESPR, die den DPP als zentrales Instrument vorsieht
- 16. Juli 2026: Annahme der Durchführungsverordnung (EU) 2026/1778 zum zentralen EU-Register für digitale Produktpässe
- Ab 18. Februar 2027: Digitaler Batteriepass verpflichtend für Batterien für Elektrofahrzeuge und leichte Verkehrsmittel sowie Industriebatterien über 2 kWh (gemäß EU-Batterienverordnung)
- Voraussichtlich ab 2028: DPP-Pflichten für erste ESPR-Produktgruppen nach Erlass der jeweiligen delegierten Rechtsakte; weitere Produktgruppen folgen gestaffelt
Weitere Informationen zum digitalen Produktpass
Batt-VO – EU-Batterienverordnung | Battery Regulation
Die EU-Batterienverordnung regelt den gesamten Lebenszyklus von Batterien – von Herstellung über Nutzung bis zur Entsorgung und Wiederverwertung und soll Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Sicherheit fördern.
Ziel der Batt-VO
Die neue Batterienverordnung zielt darauf ab, die ökologischen und sozialen Auswirkungen während des gesamten Lebenszyklus der Batterie zu verringern. Zu diesem Zweck werden strenge Vorschriften für die Sorgfaltspflicht der Wirtschaftsakteure festgelegt, die die Herkunft der Rohstoffe, die für in Verkehr gebrachte Batterien verwendet werden, überprüfen müssen.
Wer ist von der Batt-VO betroffen?
Die EU-Verordnung wird für alle Batterien unabhängig von Form, Volumen, Gewicht, stofflicher Zusammensetzung oder Verwendung gelten, einschließlich aller Gerätealtbatterien, Traktionsaltbatterien, Industriealtbatterien, Starteraltbatterien (hauptsächlich für Fahrzeuge und Maschinen verwendet) und Altbatterien für leichte Verkehrsmittel (z.B. Elektrofahrräder, E-Mopeds, E-Scooter).
Lithium-Batterien und -Akkumulatoren sind seit 1. Januar 2026 getrennt zu sammeln.
Eine Ausnahme von den Sorgfaltspflichtvorschriften ist für KMU vorgesehen.
Betroffen sind alle Unternehmen, die Batterien in Verkehr bringen oder in Betrieb nehmen (Hersteller, Importeure und Händler).
Timeline der Batt-VO
- 17. August 2023: Inkrafttreten der Batterienverordnung
- 18. Februar 2024: Beginn erster Pflichten im Rahmen der Verordnung
- 2024–2026: Stufenweise Umsetzung von Sicherheits-, Leistungs- und Kennzeichnungspflichten
- 26. Juli 2026: Bereitstellung von Leitlinien zur konkreten Umsetzung der Sorgfaltspflichten seitens EU-Kommission
- 18. Februar 2027: Digitaler Batteriepass verpflichtend (u.a. für Batterien für Elektrofahrzeuge und leichte Verkehrsmittel sowie Industriebatterien über 2 kWh)
- 18. August 2027: Start der Sorgfaltspflichten in Lieferketten, Design-Anforderungen (Verschiebung um 2 Jahre durch einen „Stop-the-clock“-Mechanismus im Zuge des Omnibus-IV-Pakets)
- Ende 2027–2031: Umsetzung von Recycling- und Rückgewinnungszielen, CO2- und Rezyklat-Anforderungen
Weitere Informationen zur Batterienverordnung
CPR – EU-Bauprodukteverordnung | Construction Products Regulation
Am 30. März 2022 legte die Kommission einen Vorschlag zur Überarbeitung der bisherigen Bauprodukteverordnung (CPR 2011) vor. Diese wird schrittweise von der neuen EU-Bauprodukteverordnung 2024 abgelöst und spätestens 2040 gänzlich aufgehoben. Die Revision ist Teil eines Pakets, das darauf abzielt, nachhaltige Produkte zur Norm in der EU zu machen und Kreislaufwirtschaftsmodelle zu fördern.
Ziele der CPR
- Einheitliche Regeln für Bauprodukte im EU-Binnenmarkt
- Nachweise für die ökologische Nachhaltigkeit von Bauprodukten (Ökobilanzierung in der CE-Kennzeichnung)
- Digitalisierung (z.B. digitaler Produktpass für Bauprodukte)
- Stärkere Produktsicherheit und Marktüberwachung
Wer ist von der CPR betroffen?
Direkt betroffen sind Hersteller von Bauprodukten, Importeure und Händler, Zertifizierungs- und Normungsstellen sowie Marktüberwachungsbehörden und − indirekt – Bauunternehmen, Architekten und Ingenieure, Planer, Bauherren und Endkunden.
Timeline der CPR
- 7. Januar 2025: Inkrafttreten der neuen Bauprodukteverordnung (Artikel der neuen Verordnung, die sich auf die Entwicklung von harmonisierten Normen und Produktanforderungen beziehen, gelten unmittelbar mit dem Inkrafttreten)
- 8. Januar 2026: Alle anderen Artikel der Verordnung gelten ein Jahr nach Inkrafttreten der Verordnung (mit Ausnahme von Artikel 92)
- 16. Dezember 2025: EU-Kommission legt (ersten) Arbeitsplan für 2026-2029 vor
- 2025–2030+: Schrittweise Einführung neuer Normen, digitaler Produktpässe für Bauprodukte und Umweltanforderungen
- Bis spätestens 2040: Übergangsphase für vollständige Ablösung der alten Verordnung
Weitere Informationen zur neuen Bauprodukteverordnung
EPBD – EU-Gebäuderichtlinie
Die EU-Gebäuderichtlinie (Energy Performance of Buildings Directive bzw. EPBD) ist das zentrale EU-Instrument zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Sie legt Mindestanforderungen für Neubauten und Bestandsgebäude fest und verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten, nationale Maßnahmen zur energetischen Modernisierung des Gebäudebestands umzusetzen.
Ziele der EPBD
- Schrittweise Dekarbonisierung des Gebäudebestands bis 2050
- Null-Emissions-Standard für Neubauten
- Energetische Sanierung besonders ineffizienter Bestandsgebäude
- Ausbau von Solarenergie, Ladeinfrastruktur und intelligenter Gebäudetechnik
- Mehr Transparenz durch verbesserte Energieausweise und digitale Gebäudedaten
Wer ist von der EPBD betroffen?
Betroffen sind Mitgliedstaaten der EU, die die Richtlinie in nationales Recht umsetzen müssen, und – indirekt – die folgenden Akteure:
- Eigentümer und Betreiber von Gebäuden (Wohn- und Nichtwohngebäude) – z.B. bei Neubau, Verkauf, Vermietung oder größeren Renovierungen
- Bau- und Immobilienwirtschaft inklusive Planerinnen, Bauunternehmen und Energieberater:innen
- Öffentliche Verwaltungen, die z.B. Vorbildfunktionen erfüllen sollen (z.B. bei öffentlichen Gebäuden)
- Energie- und Gebäudetechnikanbieter (Heizung, Solar, Smart-Home)
Timeline der EPBD
- 28. Mai 2024: Inkrafttreten der überarbeitenden EU-Gebäuderichtlinie
- 31. Dezember 2025: Frist für die Entwürfe der nationalen Gebäuderenovierungspläne
- 29. Mai 2026: Ablauf der EU-Frist zur Umsetzung in nationales Recht (inkl. Umstellung der Energieausweise auf die neue Skala A–G)
- 15. Juli 2026: Die EU-Kommission leitet Vertragsverletzungsverfahren gegen alle 27 Mitgliedstaaten wegen unvollständiger Umsetzung ein
- Bis 31. Dezember 2026: Finale nationale Gebäuderenovierungspläne an die EU-Kommissio
Weitere Informationen zur Überarbeitung der EU-Gebäuderichtlinie
PPWR – EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung | Packaging & Packaging Waste Regulation
Die neue Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation PPWR) ersetzt die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Directive, PPWD) und führt strengere Anforderungen an die Herstellung, Kennzeichnung und Entsorgung von Verpackungen in der EU ein.
Ziele der PPWR
- Verpackungsabfälle reduzieren, besonders Einwegverpackungen und übermäßigen Kunststoffgebrauch.
- Verpackungen für das Recycling optimieren, indem hinderliche Gestaltungsmerkmale entfernt und irreführende Kennzeichnungen vermieden werden.
- Recycling-Content in Verpackungen erhöhen und Downcycling vermindern.
Wer ist von PPWR betroffen?
Die PPWR wird verpflichtend und einheitlich für alle Unternehmen und Mitgliedstaaten der EU gelten, die Verpackungen auf den Markt bringen. Es muss sichergestellt werden, dass Verpackungen, die in der EU in Verkehr gebracht werden, eine Reihe grundlegender Anforderungen in Bezug auf die Herstellung und Kennzeichnung von Verpackungen sowie auf ihre Recyclingfähigkeit und Recycling-Content erfüllen.
Timeline der PPWR
- 11. Februar 2025: Inkrafttreten der Verordnung
- 12. August 2026: Allgemeiner Geltungsbeginn der Bestimmungen
- 2028 bis 2040: Folgepflichten treten stufenweise in Kraft (u. a. harmonisierte Kennzeichnung ab 2028, Recyclingfähigkeit und Mindest-Rezyklatanteile ab 2030, verschärfte Zielwerte bis 2040)
Weitere Informationen zur EU-Verpackungsverordnung
EUDR − EU-Verordnung über entwaldungsfreie Erzeugnisse
Die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Erzeugnisse, kurz EU-Entwaldungsverordnung bzw. EU-Deforestation Regulation, soll den europäischen Beitrag zur weltweiten Entwaldung reduzieren und zusätzlich Menschenrechte sowie die Rechte indigener Völker schützen. Deshalb können bestimmte Rohstoffe und daraus hergestellte Produkte künftig in Europa nur noch dann legal vertrieben oder aus der EU ausgeführt werden, wenn sie entwaldungsfrei hergestellt und Gesetze des Erzeugerlandes eingehalten wurden. EU-Unternehmen müssen nachweisen, dass ihre Produkte nicht mit Entwaldung in Verbindung stehen.
Ziele der EUDR
- Minimierung des Beitrags der EU zur weltweiten Entwaldung und Waldschädigung, wodurch die globale Entwaldung und Waldschädigung sowie Treibhausgasemissionen und Biodiversitätsverlust verringert werden.
- Minimierung der Gefahr, dass Erzeugnisse aus Lieferketten, die in Verbindung mit Entwaldung/Waldschädigung stehen, am EU-Markt in Verkehr gebracht oder exportiert werden.
- Steigerung der EU-Nachfrage nach und des Handels mit legalen und „entwaldungsfreien“ Rohstoffen und Erzeugnissen.
Wer ist von der EUDR betroffen?
Betroffen sind alle Unternehmen, die bestimmte Rohstoffe sowie ausgesuchte Produkte auf deren Basis innerhalb der EU erstmals in Verkehr bringen (Hersteller und Importeure). Für nachgelagerte Händler oder aus der EU ausführende Exporteure gab es Ende 2025 durch die Europäische Kommission Vereinfachungen und Ausnahme aus den Sorgfaltspflichten.
Unter die EU-Entwaldungsverordnung fallen folgende Rohstoffe:
- Kakao
- Kaffee
- Holz
- Kautschuk
- Ölpalme
- Soja
- Rinder
Timeline der EUDR
- Ende 2025: Parlament und Rat beschließen eine Verschiebung der Umsetzungsfristen sowie eine Überarbeitung durch die Europäische Kommission
- 4. Mai 2026: Die Europäische Kommission veröffentlicht das Vereinfachungspaket zur EUDR (Bericht an Parlament und Rat, aktualisierter Leitfaden samt FAQ, Entwurf eines delegierten Rechtsakts zum Produktumfang); die Anwendungstermine bleiben unverändert
- 13. Juli 2026: Annahme des delegierten Rechtsakts zum Produktumfang (u.a. Ausnahme von Leder, runderneuerten Reifen sowie Fahrzeug- und Flugzeugsitzen; Aufnahme von löslichem Kaffee und bestimmten Palmöl-Derivaten ab 30. Dezember 2027); in Kraft seit 18. September 2026
- 30. Dezember 2026: Neue Umsetzungsfrist für mittlere und große Unternehmen
- 30. Juni 2027: Neue Umsetzungsfrist für Klein- und Kleinstunternehmen
Weitere Informationen zur EU-Entwaldungsverordnung
EmpCo – EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher:innen für den ökologischen Wandel | Empowering Consumers for the Green Transition Directive
Die Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher:innen für den ökologischen Wandel beinhaltet neue Vorschriften, die die Rechte von Verbraucher:innen stärken sollen. Es wird kein neues Regelungssystem für unlautere Handlungen eingeführt. Vielmehr liegt der Schwerpunkt auf Änderungen der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken (UGP-Richtlinie). In Österreich macht dies eine Anpassung der Bestimmungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) erforderlich. Der zweite Teil der Gesetzesänderungen betrifft das Verbraucherrecht.
Da die Verhandlungen zur Green Claims Directive momentan ausgesetzt sind, ist die EmpCo-Richtlinie das zentrale Regelwerk der EU in Hinblick auf Nachhaltigkeitskommunikation.
Ziele der EmpCo
Die EmpCo-Richtlinie zielt darauf ab Greenwashing zu verhindern, indem sie
- Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen nur erlaubt, wenn sie klar, spezifisch und wissenschaftlich belegbar sind,
- nur staatlich vergebene oder extern zertifizierte Nachhaltigkeitssiegel erlaubt,
- nicht überprüfbare soziale oder ökologische Versprechen (z.B. „fair“, „klimaneutral“) verbietet und
- Unternehmen verpflichtet, relevante Umwelt- und soziale Auswirkungen transparent offenzulegen
Wer ist von der EmpCo betroffen?
Grundsätzlich gilt die Richtlinie für alle Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen innerhalb der EU vermarkten und mit Nachhaltigkeitsinformationen an Verbraucher:innen kommunizieren. Dies gilt auch für bereits vorhandene Produkte und deren Bewerbung. Daher müssen Unternehmen sämtliche Werbung mit Nachhaltigkeitsbezug einer Überprüfung unterziehen.
Timeline der EmpCo
- 26. März 2024: Inkrafttreten der Richtlinie
- 27. März 2026: Frist zur Umsetzung in nationales Recht (von Österreich versäumt)
- Seit 27. September 2026: Anwendung der neuen Bestimmungen
Weitere Informationen zur EmpCo
UWG – Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb (im Zuge der Änderungen durch die EmpCo-Richtlinie)
Gesetzgebung des UWG
Der allgemeine Rechtsrahmen für umweltbezogene Werbung ist im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verankert, das verbindliche Verhaltensregeln für Marktteilnehmer:innen enthält und unfaire Geschäftspraktiken untersagt. Klagen gegen Greenwashing sind – trotz fehlender ausdrücklicher Regelungen − bereits nach der geltenden Rechtslage möglich und werden auch immer häufiger. Bei Verstößen gegen die Werbebeschränkungen kommen sowohl Mitbewerber:innen als auch klagebefugten Verbänden eine entsprechende Klagebefugnis auf Unterlassung, Schadenersatz und Urteilsveröffentlichung zu.
Änderungen des UWG durch EmpCo
Eine „Umweltaussage“ ist jede freiwillige Aussage, die eine positive, neutrale oder geringere Umweltwirkung nahelegt. Das umfasst auch Bilder, Symbole, Markennamen und Produktbezeichnungen. Definiert werden außerdem „allgemeine Umweltaussage“, „Nachhaltigkeitssiegel“, „Zertifizierungssystem“ und „anerkannte hervorragende Umweltleistung“. Letztere meint etwa das EU-Umweltzeichen oder offiziell anerkannte Typ-I-Umweltzeichen nach EN ISO 14024.
Neu auf der Schwarzen Liste (immer verboten):
- Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „klimafreundlich“ sind verboten, wenn keine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachgewiesen werden kann (z.B. EU-Umweltzeichen oder offiziell anerkannte Typ-I-Umweltzeichen nach EN ISO 14024).
- Nachhaltigkeitssiegel sind verboten, wenn sie weder auf einem Zertifizierungssystem mit Drittprüfung beruhen noch staatlich festgesetzt sind. Das betrifft insbesondere selbst erstellte Siegel.
- Aussagen über das gesamte Produkt oder das ganze Unternehmen sind verboten, wenn sie nur einen Teilaspekt betreffen.
- Klimaneutralitätsaussagen auf Basis von CO2-Kompensation sind verboten, wenn sie sich auf das Produkt beziehen.
- Gesetzliche Standards dürfen nicht als Besonderheit des eigenen Angebots beworben werden.
- Obsoleszenz-Praktiken sind verboten. Dazu gehören falsche Haltbarkeitsangaben, die Bewerbung nicht reparierbarer Waren als reparierbar und das Verschweigen negativer Folgen von Software-Updates.
Neue Irreführungstatbestände (Prüfung im Einzelfall):
- Aussagen über künftige Umweltleistungen wie „klimaneutral bis 2030“ brauchen einen öffentlich einsehbaren, detaillierten Umsetzungsplan. Dieser muss messbare Ziele und Ressourcen enthalten und regelmäßig von unabhängigen Sachverständigen geprüft werden.
- Werbung mit irrelevanten Vorteilen ist unzulässig, also mit Vorteilen, die sich nicht aus dem Produkt oder der Geschäftstätigkeit ergeben.
- Vergleichsdienste zu Umwelt-, Sozial- oder Zirkularitätsmerkmalen müssen ihre Methode, die verglichenen Produkte und Anbieter sowie ihre Aktualisierung offenlegen.
Österreichische Übergangsregel: In Österreich sieht die UWG-Novelle zur Umsetzung der EU-EmpCo-Richtlinie eine 3-jährige Übergangsfrist vor, die am 27. September 2026 in Kraft getreten ist (§ 44 Abs. 16 UWG). Die Frist gilt ausschließlich für Waren (inklusive bereits bedruckter Verpackungen und Altbestände), die bereits vor dem 27. September 2026 in Verkehr gebracht wurden.
Das „Common Understanding“ des CPC-Netzwerks zu Altbeständen (30. Juni 2026) ist rechtlich nicht bindend und richtet sich an die Durchsetzungsbehörden. Es sieht keine generelle Pflicht zu Rückruf oder Vernichtung vor und kann Unternehmen als Orientierung für die Priorisierung (z.B. Online-Aussagen und Werbung außerhalb der Verpackung) dienen.
Timeline des UWG
- 27. März 2026: Frist zur Umsetzung der EmpCo-Richtlinie in nationales Recht (von Österreich versäumt)
- 10. Juni 2026: Regierungsvorlage zur UWG-Novelle im Nationalrat eingelangt
- 7. Juli 2026: Beschluss im Nationalrat; Kundmachung am 28. Juli 2026 (BGBl. I Nr. 58/2026)
- Seit 27. September 2026: Geltung der neuen UWG-Bestimmungen zur Umsetzung der EmpCo-Richtlinie
- 27. September 2029: Ende der Übergangsregelung in Österreich
GCD – EU-Richtlinie über Umweltaussagen (blockierter Entwurf)
Timeline der GCD
- 11. Oktober 2023: Veröffentlichung des Entwurfs durch die EU-Kommission
- Januar – Juni 2025: Trilog-Verhandlungen zwischen Rat, Parlament und Kommission
- Juni 2025: Kurz vor dem letzten Verhandlungstermin kündigte die Kommission an, sie ziehe den Entwurf möglicherweise zurück, weil Uneinigkeiten über den Anwendungsbereich (v.a. Einbeziehung von Mikro-Unternehmen) bestanden. Daraufhin wurden die weiteren Trilog-Gespräche bis auf weiteres ausgesetzt.
PTD – EU-Entgelttransparenzrichtlinie
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (Pay Transparency Directive bzw. PTD) ist ein EU-Gesetz, das die Lohndiskriminierung zwischen den Geschlechtern bekämpfen soll. Die Richtlinie schreibt folgendes vor:
- mehr Transparenz bezüglich Bezahlung für Arbeitnehmende
- Arbeitgeber müssen Lohnunterschiede analysieren und beheben
- Arbeitgeber müssen Gehaltsinformationen veröffentlichen
Ziel der PTD
Nach den neuen Vorschriften müssen Unternehmen in der EU-Informationen über Gehälter weitergeben und Maßnahmen ergreifen, wenn ihr geschlechtsspezifisches Lohngefälle 5 % übersteigt. Ergibt der Bericht ein Lohngefälle von mehr als 5 %, das nicht durch objektive, geschlechtsneutrale Kriterien gerechtfertigt werden kann, müssen die Unternehmen Maßnahmen in Form einer gemeinsamen Lohnbewertung in Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmer:innen-Vertretern ergreifen. Neu ist, dass künftig auch intersektionelle Diskriminierung (die Kombination verschiedener Formen von Ungleichheit oder Benachteiligung wie Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder Sexualität) unter die neuen Vorschriften fällt.
Die Richtlinie enthält auch Bestimmungen über die Entschädigung von Opfern von Entgeltdiskriminierung und Sanktionen, einschließlich Geldstrafen, für Arbeitgeber, die gegen die Vorschriften verstoßen.
Wer ist von der PTD betroffen?
- Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten müssen einer zuständigen nationalen Behörde jährlich über das geschlechtsspezifische Lohngefälle in ihrem Unternehmen berichterstatten (erstmals bis 7. Juni 2027).
- Unternehmen mit 150 bis 249 Beschäftigten berichten alle drei Jahre (erstmals bis 7. Juni 2027), Unternehmen mit 100 bis 149 Beschäftigten alle drei Jahre (erstmals bis 7. Juni 2031).
- Für Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten sieht die Richtlinie keine Berichtspflicht vor; die Mitgliedstaaten können eine solche jedoch einführen.
Timeline der PTD
- 6. Juni 2023: Inkraftreten der Richtlinie.
- 7. Juni 2026: Frist zur Umsetzung in nationales Recht (von Österreich versäumt; Entwurf des Arbeitsministeriums seit 6. Juni 2026 in politischer Koordinierung)
- 7. Juni 2027: Erste Berichte für Unternehmen ab 150 Beschäftigten
- 7. Juni 2031: Erste Berichte für Unternehmen mit 100 bis 149 Beschäftigten
Hier finden sie eine Erklärung der PTD-Richtlinie seitens Rates der EU.
Weitere Informationen zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie
BaFG – Barrierefreiheitsgesetz
Ziel des BaFG
Ziel des Gesetzes über Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen, kurz Barrierefreiheitsgesetz, ist es, ein Umfeld mit barrierefreien Produkten und Dienstleistungen – diese sind taxativ gelistet – zu schaffen, welches Menschen mit Behinderungen eine selbstbestimmte Lebensführung erleichtern soll.
Wer ist vom BaFG betroffen?
Der Geltungsbereich des Gesetzes beschränkt sich auf von der EU-Richtlinie über die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen (European Accessibility Act – EAA) umfasste Produkte mit Schwerpunkt Informations- und Kommunikationstechnologie (z.B. Smartphones, E-Book-Lesegeräte, Geldautomaten und Fahrkartenautomaten, Online-Banking und Websites der Banken, PCs, E-Commerce, E-Ticketing…).
Kleinstunternehmen, die ausschließlich Dienstleistungen anbieten, sind von den Regelungen des Gesetzes ausgenommen. Stellen Kleinstunternehmen jedoch Produkte her, importieren oder vertreiben, kommen vereinfachte Vorgaben zur Anwendung, um den administrativen Aufwand möglichst gering zu halten.
Timeline des BaFG
Das Barrierefreiheitsgesetz ist seit 28. Juni 2025 in Kraft. Das Gesetz sieht aber mehrere Übergangsregelungen vor:
- Bis zum 28. Juni 2030: Dienstleister:innen dürfen ihre Leistungen weiterhin mit Produkten erbringen, die sie bereits vor dem 28. Juni 2025 rechtmäßig eingesetzt haben. Dienstleistungsverträge, die vor dem 28. Juni 2025 abgeschlossen wurden, können bis zu ihrem regulären Ablauf fortgeführt werden, jedoch längstens für fünf Jahre, also maximal bis zum 28. Juni 2030.
- Für Selbstbedienungsterminals gilt eine besondere Übergangsbestimmung: Wurden diese vor dem 28. Juni 2025 in Betrieb genommen, dürfen sie so lange weiterverwendet werden, wie sie wirtschaftlich sinnvoll nutzbar sind – höchstens jedoch 20 Jahre und spätestens bis zum 28. Juni 2040.
Weitere Informationen zum Barrierefreiheitsgesetz
Pfandverordnung für Einweggetränkeverpackungen
Ziel der Einwegpfandverordnung
Die seit 2023 in Österreich geltende Einwegpfandverordnung sieht vor, dass ab 1. Januar 2025 Einweggetränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall (ausgenommen sind Milchverpackungen und Tetrapacks) mit einem Pfand versehen werden. Mittels Einweg-Pfandsystem soll das Recycling von Getränkeverpackungen gefördert und somit ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft geleistet werden.
Wer ist von der Einwegpfandverordnung betroffen?
Produzent:innen und Importeur:innen von Einweg-Getränkeverpackungen müssen sich und ihre Produkte über EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH registrieren, um bepfandete Produkte in Österreich zu verkaufen.
Rücknehmer:innen: Wer ab 2025 in Österreich Getränke in Dosen oder Einweg-Kunststoffflaschen an Letztverbraucher:innen und Konsument:innen verkauft, muss diese mit wenigen Ausnahmen auch zurücknehmen.
Timeline der Einwegpfandverordnung
- 1. Januar 2025: Einführung des Einwegpfandsystems
- Bis 31. Dezember 2025: Eine Übergangsregelung war für vor dem 1. April 2025 abgefüllte Einweggetränkeverpackungen vorgesehen; diese durften bis zum Ablauf des 31. Dezember 2025 ohne Pfand abgegeben werden und mussten nicht zurückgenommen werden.
Weitere Informationen zur Einwegpfandverordnung
VS − Sustainability Reporting Standard for Voluntary Use (Nachfolger des VSME − Freiwillige europäische Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU | Voluntary Sustainability Reporting Standard for Non-Listed SMEs)
Der Voluntary Standard (VS) ist ein von der Europäischen Kommission auf Basis des von der EFRAG entwickelten VSME ausgearbeiteter freiwilliger EU-Standard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, der Unternehmen eine einheitliche, praktikable und weniger komplexe Alternative zu den verpflichtenden CSRD-Berichtspflichten (ESRS) bietet. Im Unterschied zum VSME – der als reine Empfehlung ohne eigenen Rechtsstatus bestand – wurde der VS als delegierter Rechtsakt der Europäischen Kommission erlassen und damit verbindliches EU-Recht. Die Berichterstattung selbst bleibt dabei weiterhin freiwillig; verbindlich wird lediglich der Standard als Rahmen. Der VS dient zudem weiterhin als rechtlich verankerte obere Grenze („Value Chain Cap") der im Zuge von CSRD-Berichtspflichten erfragbaren Daten.
Ziel des VSME
Der VS befähigt Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung aufzusetzen bzw. zu verbessern – insbesondere als Teil der Wertschöpfungskette größerer, regulierter Unternehmen. Er ist Referenzrahmen dafür, welche Informationen kleinere Unternehmen maximal an größere Partner weitergeben müssen. Inhaltlich bleibt der VS eng an den ursprünglichen VSME angelehnt. Der Umfang des Standards wird gestrafft, ausführliche Praxiserläuterungen werden auf die EFRAG-Website ausgelagert.
Wer ist vom VS betroffen?
Der VSME richtet sich primär an nichtberichtspflichtige Unternehmen, die freiwillig Nachhaltigkeitsinformationen veröffentlichen möchten. Durch die Erleichterungen des Omnibus-I-Pakets sind Unternehmen unterhalb der neuen Schwellenwerte (= mehr als 1.000 Mitarbeitende und Nettoumsatzerlös von mehr als 450 Mio. Euro) nicht verpflichtet, über den VSME-Standard hinausgehende Informationen an berichtspflichtige Partner:innen zu liefern. Dieser sogenannte Value Chain Cap verankert den VSME-Standard als Obergrenze für Informationsanforderungen an nichtberichtspflichtige Unternehmen.
Timeline von VSME zu VS
- 17. Dezember 2024: EFRAG übergibt finalen VSME-Standard an die EU-Kommission
- 30. Juli 2025: EU-Kommission empfiehlt Nutzung des VSME-Standards
- 16. Dezember 2025: Europäisches Parlament verabschiedet das finale Omnibus-I-Paket
- 6. Mai 2026 – 3. Juni 2026: EU-Kommission veröffentlicht Entwurf des delegierten Rechtsakts zum freiwilligen Standard (VS, auf Basis des VSME) zur öffentlichen Konsultation
- 3. Juli 2026: Annahme des VS als delegierter Rechtsakt durch die Europäische Kommission
- 21. September 2026: Veröffentlichung im Amtsblatt der EU (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560); Inkrafttreten am 24. September 2026
- 1. Januar 2027: Der VS gilt als Obergrenze für Datenanfragen in der Wertschöpfungskette („Value Chain Cap“)
GRI – Global Reporting Initiative Standards
Die GRI-Standards beziehen sich auf die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten durch Organisationen. Die Standards bieten einen Rahmen für die Berichterstattung über verschiedene ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte einer Organisation. Die GRI-Standards dienen dazu, Transparenz und Vergleichbarkeit in der Berichterstattung von Nachhaltigkeitsleistungen zu fördern und können freiwillig angewendet werden. Organisationen verwenden die GRI-Standards, um ihre Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu messen, zu verwalten und darüber zu berichten, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und das Vertrauen der Stakeholder zu stärken.
Relevanz der GRI-Standards
Aufgrund der Änderungen in der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung im Zuge des Omnibus-I-Pakets werden nicht nur die VS, sondern auch die GRI-Standards an Bedeutung gewinnen.
Weitere Informationen zu den GRI-Standards
Österreichisches Umweltzeichen
Im Rahmen des österreichischen Umweltzeichens ist es möglich sowohl Produkte als auch Tourismusangebote, Tourismusdestinationen, Reiseangebote, Gastronomiebetriebe, Bildungseinrichtungen, Kunst- und Kultureinrichtungen, Meeting und Events sowie Veranstaltungsorte zertifizieren zu lassen. Ausgezeichnet werden jene Produkte und Dienstleistungen, die geringere Umweltauswirkungen aufweisen als vergleichbare Alternativen.
Relevanz des Österreichischen Umweltzeichens
Aufgrund der seit 27. September 2026 geltenden Vorgaben der EmpCo-Richtlinie gewinnt das Österreichische Umweltzeichen an Bedeutung, da Nachhaltigkeitslabels nur noch zulässig sind, wenn sie von einer staatlichen Stelle festgelegt wurden oder auf einem Zertifizierungssystem beruhen.
Vorteile der Zertifizierung durch das Österreichische Umweltzeichen
- Wichtiges Imagesignal: zeigt die hohe Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit der Produkte & Dienstleistungen sowie die konsequente Orientierung an nachhaltiger Entwicklung.
- Positionierung als umweltbewusst wirtschaftender Betrieb und Wettbewerbsvorteil am Markt.
- Kriterien dienen zur Orientierung und als verlässlicher Umweltstandard.
- Hoher Bekanntheitsgrad: Laut Umfragen des Gallup-Instituts kennen 58 % der Befragten das Österreichische Umweltzeichen.
Weitere Informationen zum Österreichischen Umweltzeichen
CCF – Unternehmensklimabilanz | Corporate Carbon Footprint
Der Corporate Carbon Footprint eines Unternehmens unterteilt die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) eines Unternehmens (in einem Referenzjahr) in drei Kategorien, die sogenannten Scopes:
- Scope 1: Direkte THG-Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen (z.B. die Emissionen aus eigenen Kraftwerken, Fuhrparks und Anlagen).
- Scope 2: Indirekte THG-Emissionen aus der Erzeugung von gekauftem Strom, Dampf, Wärme und Kälte (d.h. Emissionen aus dem Strombezug, dem Wärmebezug und dem Kältebezug).
- Scope 3: Alle anderen indirekten THG-Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen (z.B. Emissionen aus der Beschaffung von Rohstoffen und Materialien, des Transports, der Nutzung und der Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen, u.v.m.).
PCF – Produktklimabilanz
Ziel des Product Carbon Footprints (PCF) ist es, den Fußabdruck eines Produkts während seines gesamten Lebenszyklus zu berechnen und in CO2 (CO2-Äquivalenten) darzustellen. In der Regel werden Rohstoffgewinnung, Produktion, Transport, die Nutzungsphase und Entsorgung einbezogen. Je nach Anwendungsfall können auch nur Teilbereiche des Lebenszyklus dargestellt werden. Das Ergebnis ist die Gesamtmenge an Treibhausgasen (THG), die durch das Produkt emittiert wird. Damit können CO2-Hotspots im Lebenszyklus eines Produkts identifiziert oder ähnliche Produkte oder Produktbestandteile miteinander verglichen werden. Grundlage für die Berechnung stellen der GHG Protocol Product Standard oder die Norm ISO 14067 dar.
EU-Vision für Landwirtschaft und Ernährung
Am 19. Februar 2025 hat die EU eine neue „Vision für Landwirtschaft und Ernährung“ bis 2040 vorgelegt, die auf der Strategie „Vom Hof auf den Tisch (Farm to Fork)“ und der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) aufbaut, um das Lebensmittelsystem nachhaltiger, wettbewerbsfähiger und innovativer zu gestalten, mit Fokus auf Biodiversität, Klimaneutralität und die Verbindung von Verbraucher:innen mit ländlichen Räumen, unterstützt durch Digitalisierung und Bürokratieabbau.
Ziele der EU-Vision für Landwirtschaft und Ernährung
- Aufbau eines attraktiven Agrar- und Lebensmittelsektors
- Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und Krisenfestigkeit des Agrarsektors
- Schaffung der Voraussetzungen für einen zukunftssicheren Sektor
- Lebensmittel und faire Lebens- und Arbeitsbedingungen in ländlichen Gebieten als Schwerpunkte
Weitere Informationen zur Vision für Landwirtschaft und Ernährung