Presseinformation (30.4.2026) - „Österreich isst informiert“: Wie trifft der Iran-Krieg heimische Lebensmittel?
Teure Energie, gestörte Transporte, knappe Verpackungen: oesterreich-isst-informiert.at zeigt die Folgen des Konflikts im Nahen Osten für die Lebensmittelindustrie.
Lesedauer: 3 Minuten
(Wien, 30.4.2026) Der Iran-Krieg setzt globale Lieferketten unter Druck. Exporte werden schwieriger, Energie-, Logistik- und Rohstoffpreise steigen, bei Verpackungsmaterial gibt es Engpässe. Welche Folgen hat das für den Export und die Produktion von Lebensmitteln in Österreich? Das beleuchtet der kommende Newsletter von „Österreich isst informiert“. Wirtschaftsexperte Josef Domschitz vom Fachverband der Lebensmittelindustrie sowie Vertreter der Lebensmittelbranche geben Einblicke.
Heimische Lebensmittel kommen nicht ans Ziel
Ob alkoholfreie Getränke, Käse, Fruchtsäfte oder Schokoladenwaren: 2025 exportierte Österreich Lebensmittel und Agrarprodukte im Wert von rund 188 Millionen Euro in den Nahen und Mittleren Osten – umgerechnet etwa 20 Euro pro Person in Österreich. „Für den Export bleibt der Seeweg zentral, doch viele Unternehmen kämpfen derzeit mit gestörten Lieferketten und hohen Frachtkosten“, sagt Josef Domschitz vom Fachverband der Lebensmittelindustrie. Der Konflikt treibt Dieselpreise und Bunkerpreise für Schiffstreibstoffe in die Höhe, die Frachtraten auf dem Containermarkt haben sich ebenfalls merklich verteuert.
Energiepreise setzen der Lebensmittelproduktion zu
Und das ist erst der Beginn: Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) drohen weltweit höhere Inflation und schwächeres Wirtschaftswachstum. In Österreich stieg die Teuerung im April laut Schnellschätzung der Statistik Austria wieder auf 3,3 Prozent (Februar: 2,2 Prozent). Bei Nahrungsmitteln und Getränken lag sie zuletzt bei 2,3 Prozent und stieg laut aktueller Schnellschätzung auf 2,7 Prozent. Haupttreiber sind gestiegene Treibstoff- und Heizölpreise. Verarbeitung, Lagerung und Transport von Lebensmitteln, Futtermitteln und Getränken sind energieintensiv - beispielsweise die Kartoffel-, Obst- und Gemüseverarbeitung, die Milch- und Fleischverarbeitung oder die Herstellung von Zucker, Stärke, Backwaren und Fertiggerichten. Viele Betriebe müssen sich auf weitere Kostensteigerungen einstellen.
Verpackungen werden knapp und teurer
Auch Verpackungsmaterialien sind betroffen, vor allem Kunststoffverpackungen. Erdölbasierte Vorprodukte aus dem Golfraum, wie Naphta oder Propan, sind nur eingeschränkt verfügbar. Das verknappt das Angebot und treibt die Preise nach oben. Darüber hinaus verteuern sich Karton, Glas und sonstige Folien durch energieintensive Herstellung und steigende Transportkosten. Deutlich zeigt sich der Aufwärtstrend zudem bei Alu-Getränkeverpackungen: Rund 10 Prozent der weltweiten Aluminium-Primärproduktion stammen aus der Golfregion. Die Preise sind seit 2025 deutlich gestiegen und haben seit Kriegsbeginn nochmals um fast 50 Prozent zugelegt.
Nicht zuletzt werden Düngemittel teurer: Der Nahe Osten ist zentral für die weltweite Produktion von Stickstoffdünger aus Erdgas. Für Österreich ist 2026 noch keine Knappheit zu erwarten. Zeitverzögert könnten jedoch Preisspitzen mit Auswirkung auf die Lebensmittelverarbeitung auftreten.
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Über „Österreich isst informiert“
Mit der Wissensplattform „Österreich isst informiert“ setzt die heimische Lebensmittelindustrie ein Zeichen für mehr Sachlichkeit in der öffentlichen Debatte. Das Online-Magazin vermittelt fundierte Fakten, gibt spannende Einblicke in die Lebensmittelherstellung, stellt Menschen aus der Branche vor und bietet Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher. Mehr: oesterreich-isst-informiert.at.
Rückfragehinweise:
Mag. Katharina Koßdorff
Geschäftsführerin im Fachverband der Lebensmittelindustrie
T: +43 1 712 21 21 – 14
k.kossdorff@dielebensmittel.at
DI Oskar Wawschinek MAS MBA
Food Business Consult
Pressesprecher für den Fachverband der Lebensmittelindustrie
Mobil: +43 664 545 63 50
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