Kleinunternehmerin, EPU
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WKÖ-Kühnel: Dynamischer Zuwachs bei EPU

Mehr als 350.000 EPU im Jahr 2022 – EPU-Sektor als wichtigen Bestandteil der Wirtschaft fördern

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Aktualisiert am 05.08.2023

"Der dynamische Zuwachs bei den Ein-Personen-Unternehmen (EPU) ist sehr erfreulich: In den letzten drei Jahren konnte ein Anstieg von rund 10.000 EPU pro Jahr verzeichnet werden, was auf eine kontinuierliche Nachfrage nach selbständiger Tätigkeit hinweist. EPU sind mit 351.000 Unternehmerinnen und Unternehmern in Österreich ein wachsender wirtschaftlicher Faktor mit stabilen Geschäftsmodellen. Sie sind Kooperationspartner von KMU, regionale Anker, innovative Dienstleister und exportieren sogar. Es ist wichtig, diese positive Entwicklung zu unterstützen und den EPU-Sektor als wichtigen Bestandteil der Wirtschaft zu fördern“, sagt Mariana Kühnel, stv. Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).  

EPU bieten ihre Produkte und Dienstleistungen als "All in one“-Unternehmer:In. Umso wichtiger sind Service, Netzwerk und Unterstützung: "Die Wirtschaftskammern Österreichs bieten speziell für EPU eine Reihe von Serviceleistungen und ausgewählte Informationen zu den Themen Steuern, Recht, Betriebswirtschaft, Finanzierung/Förderungen, soziale Absicherung, interessenpolitischen Schwerpunkten aber auch digitaler Aus- und Weiterbildung wie über wise Up an“, so Kühnel. Damit verfügten EPU über ein "Trampolin für die eigenen Geschäftschancen“.  

Konkret sind in Österreich aktuell 350.981 EPU tätig (gewerbliche Wirtschaft) tätig, das entspricht einem Anstieg von 3,1 % im langjährigen Schnitt. Der Anteil der EPU an den aktiven Mitgliedern der Wirtschaftskammer beträgt 60,9 %. Die Sparte Gewerbe und Handwerk stellt mit 49,9 % den größten Anteil an EPU, gefolgt vom Handel mit 21,9 % und Information & Consulting mit 18,1 %. Ohne den Berufszweig der selbständigen Personenbetreuer liegt der EPU-Anteil der Sparte Gewerbe und Handwerk an allen EPU bei 41,1 %.  Die größte Anzahl an EPU zählen die Fachverbände Personenberatung und Personenbetreuung gefolgt von Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie, Persönliche Dienstleister, Werbung und Marktkommunikation sowie Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure. 89,7 % aller EPU (314.860 EPU) sind nicht eingetragene Einzelunternehmen, 5,3 % GmbHs (17.476 EPU) und 5 % (18.645 EPU) eingetragene Einzelunternehmen. Der Frauenanteil bei EPU liegt bei 51,1 % bzw. bei 42,2 % ohne Personenbetreuer. 

Verbesserungspotential sieht Kühnel unter anderem in Hinblick auf die Kleinstunternehmerregelung und in der Arbeitslosenversicherung: "Als Impuls für Investitionen und im Sinne der Verwaltungsvereinfachung soll die GWG-Grenze von 1.000 auf 1.500 Euro angehoben werden. Eine Erhöhung der Kleinstunternehmerregelung mit 2025 auf 85.000 Euro soll für weitere Entbürokratisierung sorgen. Darüber hinaus ist es wichtig, die Eintrittsmöglichkeit von EPU in die Arbeitslosenversicherung von 6 auf 24 Monate zu verlängern, damit EPU auch nach der intensiven Gründungsphase noch Zugang zur sozialen Absicherung haben. Weiters soll in diesem Zusammenhang die Bindungsfrist verkürzt werden, um mehr Flexibilität zu gewährleisten.“ 
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