WKÖ-Vizepräsident Wolfgang Hesoun beim Wirtschaftsparlament im Juni 2023
© WKÖ/Marek Knopp

WKÖ - Rechnungsabschluss 2022 im Zeichen von Konjunkturentwicklung und Teuerung

Große Nachfrage nach dem breiten Informations- und Serviceangebot zur Unterstützung und Krisenbewältigung der heimischen Unternehmen

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 05.08.2023

"Die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie hat sich auch 2022 fortgesetzt – und das noch deutlicher als zu erwarten war. Sowohl das BIP als auch das Beschäftigungsniveau, aber auch die Inflation sind deutlich höher ausgefallen, als von den Wirtschaftsforschern prognostiziert. Diese Entwicklungen sieht man auch im Rechnungsabschluss 2022 der WKÖ“, so Wolfgang Hesoun, Vizepräsident und Finanzreferent der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Er legte den Bericht über die finanzielle Entwicklung der WKÖ im vergangenen Jahr heute, Donnerstag, dem Wirtschaftsparlament - und damit dem höchsten Gremium der WKÖ - zur Beschlussfassung vor. 

"Die heimischen Betriebe waren infolge der zahlreichen Krisen einmal mehr mit immensen Herausforderungen konfrontiert. In ihrer Wucht nicht absehbar waren die Energiepreiskrise mit extremen Preissteigerungen sowie der massive Anstieg der Inflation in Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine“, so Hesoun weiter. „Von Normalbetrieb konnte auch 2022 keine Rede sein – weder für die Wirtschaft insgesamt noch die Betriebe oder die Wirtschaftskammer. Wir waren als WKÖ in der Interessenvertretung massiv gefordert und haben unser Leistungsangebot für die Mitglieder weiter ausgebaut, um die Betriebe bei der Krisenbewältigung entsprechend zu unterstützen.“ 

WKÖ-Vizepräsident und Finanzreferent Hesoun: Leistungsangebot konnte 2022 wieder deutlich ausgebaut werden  

"Nach den pandemiebedingten Einschränkungen der Vorjahre konnte das Leistungsangebot 2022 wieder deutlich ausgebaut werden“, hielt Vizepräsident und Finanzreferent Wolfgang Hesoun weiter fest. "Die internationale Fachkräfte-Offensive sowie vielfältige Maßnahmen im Bereich Bildung – wie beispielsweise die Gründung von wîse up, der digitalen Aus- und Weiterbildungsplattform für Österreichs Wirtschaft – sind nur zwei Beispiele dafür.“  

Überhaupt wurde das digitale Informations- und Beratungsangebot mit großem Erfolg forciert. Die Wirtschaftskammer Österreich hat etwa eine umfassende Servicierung der Betriebe im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg etabliert und mit dem Energie-Infopoint für Unternehmen auf wko.at laufend Updates, aktuelle Daten und wichtige Informationen zum Thema geliefert. Weiters führte die WKÖ unter anderem 150 Webinare mit mehr als 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch.  

Vom Top-Informations- und Beratungsangebot der Wirtschaftskammerorganisation im Jahr 2022 zeugen etwa rund 54 Millionen Zugriffe auf wko.at. Rund 221.000 Zugriffe auf den Energie-Infopoint gab es 2022 zu verzeichnen. 100.000 Bildungs- und Berufsberatungen und über 327.100 Teilnehmende an WIFI-Kursen, 45.000 Exportberatungen für rund 62.300 Exportbetriebe sowie 45.200 Gründungsberatungen für angehende Unternehmer:innen.  

Mit Blick auf das Brennpunkt-Thema Nummer 1, den Arbeits- und Fachkräftemangel, stießen auch die 2022 erstmals veranstalteten IT-Job Days auf großes Interesse. Ebenso standen notwendige Entlastungsmaßnahmen für Betriebe im Fokus der interessenpolitischen Arbeit der WKÖ.  

Erfreut zeigte sich Hesoun weiters darüber, "dass ‚go-international‘, die erfolgreiche Internationalisierungsoffensive, bei der die WKÖ Umsetzungspartner des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft ist, für weitere vier Jahre verlängert wurde.“ 

Details zum Rechnungsabschluss 2022 der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) 

Die Wirtschaftskammer Österreich finanziert sich aus den Kammerumlagen. Diese haben 2022 insgesamt knapp 262 Millionen Euro betragen, das sind um 10,9 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Einnahmen aus der Kammerumlage (KU) 1 betrugen rund 108,5 Millionen, jene aus der KU 2 rund 153,5 Millionen Euro. Die Waren- und Leistungserlöse, die vor allem aus dem Bereich der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA kommen, lagen bei 19,3 Millionen Euro und haben damit beinahe das Vorkrisenniveau erreicht. Dabei haben sich allerdings restriktive Covid-Bestimmungen und regionale Lockdowns besonders im asiatischen Raum vor allem in der ersten Jahreshälfte noch negativ auf das Veranstaltungsgeschehen und das Reiseaufkommen ausgewirkt.  

Die Sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 50,6 Millionen Euro resultieren größtenteils aus kofinanzierten Projekten. Dabei handelt es sich beispielsweise um Refundierungen für Projekte und Kostenersätze, denen entsprechende Aufwendungen gegenüberstehen. Darin ist auch die Auflösung der Rückstellung für nicht mehr benötigte Mittel aus dem Corona-Unterstützungsfonds enthalten.  

Der Personalaufwand (inkl. Altersversorgung) konnte im Vorjahr mit 139,8 Millionen Euro stabil gehalten werden. Der Sachaufwand betrug insgesamt 130 Millionen Euro: "Zwar ist auch die Wirtschaftskammer Österreich mit der generellen Teuerung konfrontiert. Es ist dennoch gelungen, den Voranschlag einzuhalten“, so Finanzreferent Hesoun. 

Der Betriebserfolg liegt 2022 bei 62,1 Millionen Euro, hinzu kommt der Finanzerfolg von rund 1,1 Millionen. Daraus ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 63 Millionen Euro. Dieses resultiert aus dem deutlich über Plan liegenden Umlagenaufkommen, der Auflösung der Rückstellung für den Corona-Unterstützungsfonds sowie aus dem geringeren Sachaufwand. 

Mit den Mehreinnahmen wird die Gebäuderücklage für die Verbesserung und den Ausbau des Auslandesnetzwerks mit 30 Millionen Euro dotiert. Weiters erfolgt im Vorfeld der Wirtschaftskammerwahl 2025 die gemäß Haushaltsordnung erforderliche Dotierung der Wahlrücklage für die Bedeckung der Wahlaufwendungen. Weitere 30 Millionen Euro werden der Ausgleichsrücklage zugewiesen. Sie dient zur Abdeckung von unvorhergesehenen Schwankungen bei Aufwänden und Erträgen.

Das Wirtschaftsparlament, das höchste Gremium der WKÖ, hat den Rechnungsabschluss 2022mehrheitlich beschlossen.
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