Chart of the Week: Wirtschaftlicher Druck auf EU: USA und China als Haupttreiber
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13.10.2026: Wirtschaftlicher Druck auf die EU: USA und China als Haupttreiber
In einem zunehmend geoökonomisch geprägten internationalen Umfeld dienen Handel, Investitionen, Technologiezugang sowie die Versorgung mit Energie und Rohstoffen nicht mehr ausschließlich dem gegenseitigen wirtschaftlichen Nutzen. Sie werden zunehmend auch gezielt als Druckmittel eingesetzt, um politische Entscheidungen der EU oder einzelner Mitgliedstaaten zu beeinflussen. Die Intensität des wirtschaftlichen Drucks auf die EU hat sich seit 2024 verdreifacht.
Mit einem Anteil von 42 % an den erfassten Fällen ist China der wichtigste Ausgangspunkt wirtschaftlicher Druckausübung auf die EU. Doch auch enge Verbündete greifen auf solche Instrumente zurück: Auf die USA entfallen 34 % der Fälle. Insgesamt sind in über 80 % der Fälle europäische Unternehmen direkt betroffen.
Zwei Hauptakteure, unterschiedliche wirtschaftliche Druckstrategien
Fazit
Die rasante Zunahme wirtschaftlicher Druckmaßnahmen zeigt, dass Europa seine geoökonomische Handlungsfähigkeit stärken muss. Dafür braucht es eine Diversifizierung der Handelsbeziehungen, den gezielten Abbau strategischer Abhängigkeiten und einen stärkeren EU-Binnenmarkt. Zugleich muss die EU in der Lage sein, wirtschaftlichem Druck mit glaubwürdigen handelspolitischen Instrumenten entgegenzutreten – möglichst in enger Abstimmung mit gleichgesinnten Partnern, die sich weiterhin für offene Handelsbeziehungen einsetzen.
Wirtschaftliche Offenheit und strategische Widerstandsfähigkeit sind dabei keine Gegensätze, sondern müssen gemeinsam gestärkt werden. Unsere interessenpolitischen Schwerpunkte 2026+ zeigen, wie sich auch unter veränderten geoökonomischen Rahmenbedingungen internationale Chancen nutzen lassen.
6.10.2026: Beschäftigung in der Industrie stark rückläufig
Die österreichische Industrie befindet sich weiterhin in einer ausgeprägten Schwächephase. Zwischen 2022 und 2025 ging die Bruttowertschöpfung in der Herstellung von Waren um insgesamt 5,1 % zurück, die österreichischen Warenexporte sanken im selben Zeitraum um 3,9 %. Die Auswirkungen der Industrierezession zeigen sich zunehmend auch am Arbeitsmarkt: Seit dem Beschäftigungshöchststand im Frühjahr 2023 ist die Zahl der unselbständig Beschäftigten in der Herstellung von Waren von 678.510 auf 645.440 Personen im zweiten Quartal 2026 gesunken. Damit gingen innerhalb von nur drei Jahren 33.070 Industriearbeitsplätze verloren.
Beschäftigung in der Herstellung von Waren zwischen Q2/2023 und Q2/2026 um 33.070 gesunken
Unselbständig Beschäftigte in der Herstellung von Waren
In Personen
Fazit
Der rasante industrielle Beschäftigungsrückgang der letzten Jahre verdeutlicht die Dringlichkeit wirtschaftspolitischen Handelns. Angesichts globaler Wettbewerbsverzerrungen hat die Wiederherstellung eines Level Playing Field höchste Priorität. Ein gezielter Einsatz handelspolitischer Instrumente, ergänzt um plurilaterale Allianzen mit gleichgesinnten Partnern, kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
Daneben braucht es jedoch auch standort- und industriepolitische Antworten. Die österreichischen Sozialpartner sprechen sich hierzu insbesondere für eine rasche Umsetzung der Industriestrategie Österreich 2035, die Stärkung von Innovation und Schlüsseltechnologien, eine sichere, leistbare und wettbewerbsfähige Energieversorgung, schnellere Genehmigungsverfahren sowie einen stärkeren EU-Binnenmarkt aus.