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Chart of the Week: China fördert Schlüsselindustrien zehnmal stärker als die EU

Aktuelle Daten und Fakten visualisiert

Lesedauer: 9 Minuten

01.09.2026

1.9.2026: China fördert Schlüsselindustrien zehnmal stärker als die EU

China richtet seine Förderpolitik gezielter auf strategische Sektoren aus als die EU und die USA. Während dort überproportional Mittel in nicht-strategische Bereiche wie Landwirtschaft und Mineralprodukte fließen, konzentriert China seine Unterstützung stärker auf strategische Bereiche wie Elektronik (inkl. Halbleitern), Pharmazie, Maschinenbau und andere fortschrittliche Technologien.

Besonders deutlich ist der Abstand zur EU: Von 2015 bis 2023 entsprach die Förderung strategischer Sektoren in der EU durchschnittlich 0,3 % der Wertschöpfung, in China 3,3 % – somit mehr als dem Zehnfachen. Zusammen mit einer um bis zu 30 % unterbewerteten Währung und strukturellen Stärken der chinesischen Industrie entsteht ein erheblicher Kostenvorteil, der Europas Kernindustrien im Binnenmarkt, auf Drittmärkten und in China selbst unter Druck setzt. 

China subventioniert stärker und strategischer als die EU und die USA

Industriesubventionen nach strategischer Bedeutung im internationalen Vergleich 
Subventionen in % der sektoralen Bruttowertschöpfung, Durchschnitt der Jahre 2015-2023

Balken-Grafik: EU, USA, China im Vergleich - Subventionen in % der sektoralen Bruttowertschöpfung, Durchschnitt der Jahre 2015-2023
© WKÖ Quelle: IWF, strategische Sektoren = ICIO-Sektoren der OECD mit mind. einem High-Tech-Produkt.

Fazit

Angesichts der Preisvorteile durch chinesische Subventionen und Wechselkurseffekte hat die Wiederherstellung fairer Wettbewerbsbedingungen höchste wirtschaftspolitische Priorität. Hierzu können sowohl plurilaterale Allianzen, wie sie die EU-Kommission derzeit etwa für die Automobilindustrie anstrebt, als auch handelspolitische Defensivmaßnahmen einen wichtigen Beitrag leisten.

Auf die restlichen, „fairen“ Ursachen niedrigerer chinesischer Preise, wie eine vorteilhafte Industriestruktur, Technologieentwicklung und Skaleneffekte, benötigt Europa standortpolitische Antworten. Hier kann auch Österreich einen Beitrag leisten: Wie aktuell im Inland sollte sich die Regierung auch auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass das „Made in Europe and Partner Countries“-Prinzip und der Fokus auf industrielle Schlüsseltechnologien konsequent angewendet wird

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25.8.2026: Bauwirtschaft: vorsichtige Stabilisierung statt rascher Erholung 

Die österreichische Bauwirtschaft befindet sich seit sieben Jahren in einer tiefen Krise. Seit 2018 ist ihre reale Wertschöpfung um 23 % gesunken. Der Energiepreisschock 2022 verschärfte den Abschwung: Steigende Bau- und Finanzierungskosten führten insbesondere im Wohnbau zu einem abrupten Investitionseinbruch.

Der Tiefbau konnte die Schwäche zunächst teilweise abfedern, verliert angesichts der Budgetkonsolidierung jedoch zunehmend an Stützkraft. Während die reale Wertschöpfung der Bauwirtschaft in der EU seit 2018 weitgehend stagnierte, verzeichnete Österreich einen deutlichen Rückgang. 

Die Wertschöpfung der Bauwirtschaft ist seit 2018 um fast ein Viertel eingebrochen 

Entwicklung der Bauwirtschaft in Österreich und in der EU27 insgesamt
Bruttowertschöpfung (real), Index 2018 = 100

Das Diagramm vergleicht die Entwicklung in der EU und in Österreich von 2018 bis 2025. Ausgangswert 2018 ist jeweils 100. Die EU bleibt über den gesamten Zeitraum nahe bei 100 und liegt 2025 um 1 % über dem Ausgangswert. Österreich sinkt nach 2018 kontinuierlich und liegt 2025 um 23 % unter dem Ausgangswert
© WKÖ Quelle: Eurostat

Fazit

Hohe Bau- und Finanzierungskosten, schwache Baubewilligungen und die nachlassende Stützkraft des Tiefbaus belasten die aufgrund ihrer hohen Multiplikatoreffekte volkswirtschaftlich so bedeutende Bauwirtschaft weiterhin.

Um Investitionen und Sanierungen anzukurbeln, braucht es eine Zweckbindung der Wohnbauförderung, eine Sanierungsoffensive sowie praxistauglichere Baustandards. Flankierend gilt es, Bürokratie abzubauen und die im europäischen Vergleich hohe Belastung des Faktors Arbeit zu reduzieren.

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18.8.2026: Nahost-Konflikt bremst die wirtschaftliche Erholung

Nachdem die diplomatischen Bemühungen im Nahost-Konflikt bislang keine nachhaltige Stabilisierung der Region bewirkt haben und die Unsicherheit über ein zeitnahes Ende der militärischen Auseinandersetzungen zunimmt, zeigen sich weiterhin negative Auswirkungen auf die globale Inflation und den Welthandel. So, ließ die jüngst angekündigte Schließung der Straße von Hormus die Ölpreise nach einer kurzen Entspannungsphase erneut anziehen. Im August erreichten sie wieder ein Level von rund 90 US-Dollar je Barrel. Gleichzeitig sind auch die Kosten des internationalen Gütertransports deutlich gestiegen und belasten den Welthandel zusätzlich. Der Containerfrachtindex, der die wöchentlichen Spot-Frachtraten von Shanghai zu wichtigen Häfen weltweit abbildet, lag zuletzt rund 98 % über dem Niveau zu Jahresbeginn.

Hohe Ölpreise und steigende Transportkosten belasten Unternehmen und Standort 

Containerfrachtindex (links), Ölpreis in US-Dollar pro Barrel (rechts)

Das Liniendiagramm zeigt den Containerfrachtindex in Blau und den Brent-Ölpreis in Grau von Jänner bis August 2026. Die linke Skala für den Containerfrachtindex reicht von 0 bis 4.000, die rechte Skala für den Brent-Ölpreis von 40 bis 120.<br />
Der Containerfrachtindex liegt Anfang Jänner bei rund 1.650 und sinkt bis Februar auf etwa 1.250. Ab März steigt er stufenweise an. Ende Mai liegt er bei rund 2.500, im Juni steigt er auf rund 3.100 und erreicht im Juli etwa 3.300. Anfang August liegt er bei rund 3.200 bis 3.300.<br />
Der Brent-Ölpreis beginnt im Jänner bei rund 60 und steigt bis Ende Februar auf etwa 70. Danach steigt er deutlich und bewegt sich im März und April überwiegend zwischen rund 90 und 110. Im Mai erreicht er Werte von über 110. Ab Juni fällt er bis auf rund 70 im Juli. Danach steigt er wieder und liegt Anfang August bei rund 90.<br />
Eine schwarze senkrechte Linie Ende Februar trägt die Beschriftung „US-Angriff auf den Iran“.
© WKÖ Quelle: Trading Economics

Fazit 

Die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten machen die allmähliche wirtschaftliche Erholung, auf die man noch zu Beginn des Sommers gehofft hatte, unwahrscheinlicher. Für den ohnehin unter hohem Kostendruck stehenden Wirtschaftsstandort Österreich bedeuten sie eine zusätzliche Belastung. Wirtschaftspolitisch gilt es daher, rasch an der kostenseitigen Entlastung der Unternehmen zu arbeiten. Dazu zählen auch Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise und zum Netzausbau. Um angesichts der nachlassenden Dynamik im globalen Handel internationale Chancen zu sichern, sind, die Erweiterung und Vertiefung des EU-Binnenmarkts, eine aktivere europäische Handelspolitik und bilateraler Dialog über internationale Kooperationen von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus sind auch gezielte Nachfrageimpulse in Europa zu setzen.

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11.8.2026: Handelspolitik zunehmend restriktiver

Der Trade Policy Activity (TPA) Index erfasst globale handelspolitische Dynamiken ab 2010 und zeigt einen deutlichen sowie anhaltenden Anstieg handelspolitischer Maßnahmen seit dem Jahr 2019, der durch die Eskalation des ersten sino-amerikanischen Handelskonflikts ausgelöst wurde. Auch die COVID-19 Pandemie im Jahr 2020 sowie der Ukraine-Krieg ab 2022 führten zu einem weiteren Zuwachs.

Während in Krisenzeiten sowohl fördernde als auch restriktive Maßnahmen gleichzeitig zunahmen, standen 2018/19 und insbesondere 2025 im Zusammenhang mit dem „Liberation Day“ Handelsbeschränkungen im Vordergrund. Zu Beginn des Jahres 2026 erreichte der TPA-Index sogar einen neuen Höchststand. Handelsfördernde Politiken nahmen dabei nur moderat zu, sodass sich die Schere zwischen handelsbeschränkenden und handelserleichternden Aktivitäten weiter öffnet. 

Handelspolitische Aktivitäten erreichen neuen Höchststand: Restriktive Maßnahmen dominiere

Trade Policy Activity Index, aufgeteilt nach Maßnahmen
März 2010–Mai 2026

Diagramm zeigt die Entwicklung des TPA-Index sowie fördernder, einschränkender und sonstiger Maßnahmen von 2010 bis 2026. Vier Linien werden dargestellt: Der TPA-Index ist gelb gestrichelt. Fördernde Maßnahmen sind dunkelblau, einschränkende Maßnahmen hellblau und sonstige Maßnahmen grau dargestellt. Bis etwa 2014 schwanken die Werte überwiegend um die Nulllinie. Danach steigen insbesondere die sonstigen Maßnahmen
© WKÖ Quelle: Centorrino, Diakantoni, Keck, Ruta, Sztajerowska, und Wei (2025) | „Sonstige Maßnahmen“ umfassen Maßnahmen, die den Handel potenziell verzerren könnten und überwiegend aus Subventionen bestehen.

Fazit

Als kleine, offene Volkswirtschaft ist Österreich von zunehmenden Handelsrestriktionen besonders betroffen. Die daraus resultierende anhaltende Exportschwäche trägt wesentlich zur schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bei. Ein bloß passives Reagieren auf globale Veränderungen ist daher keine tragfähige Strategie.

Vielmehr ist es erforderlich, das eigene außenwirtschaftliche Umfeld aktiv politisch zu gestalten. Wie sich internationale Chancen auch in einem schwierigen geopolitischen Umfeld nutzen lassen, zeigen unsere Interessenpolitische Schwerpunkte 2026+. Unterstützt werden heimische Unternehmen bei ihrer Internationalisierung von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA. Die Plattform WKÖ Global Insights bietet darüber hinaus geopolitische und geoökonomische Orientierung mit konkreter Relevanz für Unternehmen.  

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4.8.2026: Mehr Ersatzinvestitionen, weniger Kapitalstockaufbau

Seit Beginn der 2000er-Jahre ist der Anteil der Nettoanlageinvestitionen am BIP deutlich zurückgegangen, von rund 7 % im Jahr 2001 auf etwa 3 % im Jahr 2025. Nettoanlageinvestitionen entsprechen den Bruttoanlageinvestitionen abzüglich der Abschreibungen, also jenem Teil der Investitionen, der lediglich den Verschleiß des bestehenden Kapitalstocks ausgleicht. 

Seit 2001 ist die Nettoanlageinvestitionsquote um rund 4 Prozentpunkte gesunken

Nettoanlageinvestitionsquote
Angaben in Prozent des nominalen BIP

Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung von Prozentwerten im Zeitraum 2001 bis 2025. Die y-Achse reicht von 0 % bis 8 %, die x-Achse zeigt die Jahre 2001 bis 2025. Der Wert liegt 2001 bei rund 7 %. 2025 beträgt der Wert 2,7 %
© WKÖ Quelle: AMECO.

Fazit

Vor diesem Hintergrund gilt es, die Investitionsbedingungen am Standort Österreich nachhaltig zu verbessern. Aus Sicht der Unternehmen zählen insbesondere hohe Kostenbelastungen und bürokratische Hürden zu den größten Investitionshemmnissen. Zu den vordringlichsten Maßnahmen zur Stärkung des Standorts gehören daher die Senkung der Lohnnebenkosten, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und die Reduktion von Meldepflichten.

Darüber hinaus wäre eine Fortführung des erhöhten Investitionsfreibetrags ein wichtiger Schritt. Ergänzend sollten weitere Verbesserungen der steuerlichen Rahmenbedingungen folgen, etwa durch attraktivere und investitionsfreundlichere Abschreibungsmöglichkeiten.

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21.7.2026: Investitionen kommen noch nicht in Schwung

Nach einer längeren Phase der konjunkturellen Schwäche zeichnet sich laut aktuellem WKÖ-Wirtschaftsbarometer mit über 4.300 befragten Unternehmen eine allmähliche Erholung ab. Trotz besserer Erwartungen bei Auftragslage und Umsatz ist bei den Investitionen noch keine Trendwende erkennbar.

Mehr als ein Drittel der Betriebe plant, das Investitionsvolumen in den nächsten 12 Monaten zu reduzieren; nur rund 23 % der Betriebe wollen es ausweiten. Der Erwartungssaldo bleibt damit negativ. Bei den Investitionsplänen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede nach Unternehmensgröße: Während kleine und mittlere Unternehmen weiterhin eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung aufweisen, zeigt sich bei Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten ein leicht expansiver Investitionsausblick. 

Investitionszurückhaltung vor allem bei kleineren Unternehmen

Entwicklung des Investitionsvolumens in den nächsten 12 Monaten, nach Unternehmensgrößenklassen | Saldo aus positiven und negativen Antworten

Balken-Grafik: Entwicklung des Investitionsvolumens in den nächsten 12 Monaten, nach Unternehmensgrößenklassen
© WKÖ Quelle: WKÖ-Wirtschaftsbarometer, Umfrageergebnisse gewichtet mit der Anzahl der Beschäftigten.

Fazit

Die Ergebnisse des WKÖ-Wirtschaftsbarometers zeigen, dass sich die Geschäftserwartungen zwar aufgehellt haben, die Investitionsabsichten der Unternehmen aber weiterhin verhalten bleiben. Besonders bei kleinen und mittleren Betrieben überwiegt weiterhin Zurückhaltung.

Für eine nachhaltige Stärkung der Investitionsbereitschaft braucht es mehr Planungssicherheit sowie verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Wichtige Hebel zur Belebung der Investitionstätigkeit wären eine Weiterentwicklung des Investitionsfreibetrags sowie praxistauglichere Abschreibungsregelungen

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14.7.2026: Industrie setzt auf mehr Effizienz

Geopolitische Spannungen, die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft und der vermehrte Wettbewerbsdruck wirken sich auf die Entscheidungen von Unternehmen aus. Wie die Ergebnisse des jüngsten WKÖ-Industrieradars (2026) zeigen, beabsichtigen 97 % der befragten Industrieunternehmen in Österreich, ihre strategischen Maßnahmen in den kommenden zwei Jahren an die veränderten globalen Rahmenbedingungen anzupassen.

Im Vordergrund stehen dabei mit Abstand Maßnahmen zur Steigerung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit: 82 % der befragten Unternehmen planen die Einführung von Kosten- und Effizienzprogrammen, während 61 % die Automatisierung und Digitalisierung ihrer Produktion vorantreiben wollen.

Deutlich seltener setzen die Unternehmen auf eine Diversifikation und Verbreiterung ihres Portfolios (34 %) sowie auf die Aufwertung ihrer Produkte (32 %). Besorgniserregend ist, dass bereits ein Viertel der Unternehmen über eine Verlagerung von Beschaffung, Produktion oder Vertrieb in den kommenden 24 Monaten nachdenken.

Industrieradar: 82 % der Industrieunternehmen planen Kosten- und Effizienzprogramme

Strategische Maßnahmen in den nächsten 24 Monaten | Angaben in Prozent 

Horizontales Balkendiagramm mit zehn strategischen Maßnahmen. Die Skala reicht von 0 bis 100. Eine Einheit ist nicht angegeben.<br />
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Die Werte in absteigender Reihenfolge:<br />
Kosten- und Effizienzprogramme: 82<br />
Automatisierung und Digitalisierung der Produktion: 61<br />
Diversifikation und Verbreiterung des Portfolios: 34<br />
Aufwertung des Produktportfolios, höhere Qualität und Technologieführerschaft: 32<br />
Verlagerung von Beschaffung, Produktion oder Vertrieb: 25<br />
Erschließung neuer Exportmärkte: 21<br />
Kooperationen, Joint Ventures oder Lizenzmodelle: 9<br />
Beschleunigte Dekarbonisierungsinvestitionen: 9<br />
Rückzug aus bestehenden Märkten: 6<br />
Keine wesentlichen strategischen Änderungen geplant: 3
© WKÖ Quelle: Industrieradar 2026 | Frage: „Mit welchen Maßnahmen reagiert Ihr Unternehmen strategisch in den nächsten 24 Monaten?“, max. 3 Nennungen, n = 270

Fazit

Der WKÖ-Industrieradar macht sichtbar: Österreichs Industriestandort steht unter strukturellem Druck – durch hohe Kosten im Inland und zunehmende Konkurrenz aus China. Besonders die im internationalen Vergleich hohen Arbeits- und Personalkosten beeinträchtigen die Standortattraktivität Österreichs und Investitions- sowie Produktionsentscheidungen.

Unternehmen reagieren darauf mit Effizienz- und Produktivitätssteigerungen. Darüber hinaus ist die Politik gefordert, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sicherzustellen: Eine rasche Umsetzung der in der Industriestrategie 2035 der Bundesregierung angelegten Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Reduktion der Kostenbelastung ist daher geboten. Darüber hinaus braucht Europa ein strategisches industrie- und handelspolitisches Instrumentarium.

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7.7.2026: Abhängigkeiten Österreichs bei Schlüsseltechnologien

Geopolitische Macht wird zunehmend über wirtschaftliche Instrumente ausgeübt. Handelsabhängigkeiten können dabei zu strategischen Verwundbarkeiten werden – insbesondere für kleine, offene Volkswirtschaften wie Österreich. Eine aktuelle Analyse von Peter Klimek (2026) in den Wirtschaftspolitischen Blättern (WPBl) untersucht, wie stark Österreich in den zentralen Technologiebereichen der Industriestrategie Österreich 2035 von kritischen Importen abhängig ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass die größten Risiken in den Bereichen Chips & Elektronik, Energie & Umwelt und Luftfahrt bestehen. In diesen Sektoren treffen hohe Importabhängigkeiten auf eine starke Konzentration der Lieferketten in geopolitisch sensiblen Regionen.

Besonders hohe Abhängigkeitsrisiken bestehen bei Chips, Energie und Luftfahrt 

PCA-Score der strategischen Verwundbarkeit
Importgewichteter Mittelwert über alle Produkte der jeweiligen Kategorie

Das Balkendiagramm vergleicht sieben Technologiebereiche anhand von Werten zwischen 0 und 0,40. Die y-Achse reicht von 0 bis 0,4. Die dargestellten Werte sind: Chips & Elektronik, Energie & Umwelt, Luftfahrt, Advanced Materials, Advanced Production & Robotik, Mobilität, Life Sciences & Biotechnologie. Die höchsten Werte entfallen auf Chips & Elektronik sowie Energie & Umwelt mit jeweils 0,38. Den niedrigsten Wert weist Life Sciences & Biotechnologie mit 0,27 auf
© WKÖ Quelle: BACI, Klimek (2026).
Anmerkung: Der PCA-Score kombiniert die drei Maße Herfindahl-Hirschmann-Index, Exposure und systemisches Handelsrisiko zur strategischen Verwundbarkeit pro Technologiebereich mittels Hauptkomponentenanalyse.

Fazit

Um die Resilienz des Standorts Österreich zu stärken, ist eine strukturelle und nachhaltige Wirtschaftssicherheitspolitik erforderlich, die sowohl eine nationale als auch europäische Dimension enthält. Lieferkettendiversifikation sowie der eigene industrielle Auf- und Ausbau stehen hier an erster vorderster Stelle.

Auch die Teilnahme Österreichs an Initiativen wie dem EU-Chips-Act im Bereich der Halbleiter kommt eine wesentliche Rolle zu. Weiters braucht es Investitionen in Innovation sowie eine enge Zusammenarbeit auf EU-Ebene und mit verlässlichen Partnern (Made in Europe and Partner Countries).

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