Chart of the Week: Chinesische Konkurrenz reduziert europäische Marktanteile
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9.6.2026: Chinesische Konkurrenz reduziert europäische Marktanteile
Lange Zeit profitierten europäische Hersteller von günstigen chinesischen Exporten von Vorleistungsgütern, die in der Produktion eigener Endprodukte eingesetzt wurden. Inzwischen hat sich China jedoch selbst zu einem bedeutenden Exporteur von Fertigwaren entwickelt und konkurriert zunehmend direkt mit europäischen Anbietern.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den globalen Exportmarktanteilen wider: Seit 2010 ist Chinas Anteil am Weltexportmarkt um rund 5,3 Prozentpunkte gestiegen. Demgegenüber verzeichneten sowohl der Euroraum (-6,3 Prozentpunkte) als auch die USA (-2,0 Prozentpunkte) deutliche Marktanteilsverluste (EZB).
Dabei gewinnt China nicht mehr nur bei einfachen Konsumgütern Marktanteile, sondern zunehmend auch in technologie- und kapitalintensiven Industrien, die traditionell zu den Stärken Europas zählen – etwa im Automobilbau, Maschinenbau oder in der Batterietechnologie.
Chinas globaler Exportmarktanteil ist seit 2010 um mehr als 5 Prozentpunkte gestiegen
Weltexportmarktanteile (ausgenommen Energie)
Veränderung des preisbereinigten prozentualen Marktanteils in Prozentpunkten ggü. 2010
Fazit
Chinas zunehmende Handelsdominanz und sein Aufstieg zum führenden Exporteur technologieintensiver Güter kommt für europäische Unternehmen zur Unzeit. Denn auch ganz ohne diese Entwicklungen lasten bereits hohe Energie- und Arbeitskosten sowie ein vergleichsweise schwaches Produktivitätswachstum auf der preislichen Wettbewerbsfähigkeit vieler europäischer Exportbetriebe.
Die eigenen Standortschwierigkeiten lassen sich mit einer entschlossenen und gut abgestimmten industriepolitischen Antwort auf nationaler und europäischer Ebene sowie einer umfassenden Entlastungsagenda adressieren. Die Wiederherstellung eines globalen Level Playing Field erfordert hingegen einen Schulterschluss unter Partnern, die ein gemeinsames Interesse an freien und fairen Handelsbeziehungen haben.
2.6.2026: Europa hinkt beim Ausbau von KI-Infrastruktur hinterher
Mit dem Tech-Sovereignty-Paket will die EU-Kommission den Ausbau von Rechen- und Cloud-Kapazitäten beschleunigen, um kritische Abhängigkeiten bei digitalen Technologien zu verringern. Der Handlungsdruck ist groß: Rechenzentren sind die Fabriken des digitalen Zeitalters. Sie entscheiden maßgenblich, wo fortschrittliche KI-Modelle trainiert werden, sich KI-basierte Geschäftsmodelle skalieren lassen und letztlich darüber, wo künftig Wertschöpfung entsteht.
Mit einer installierten Kapazität von lediglich 11,9 GW erreicht die EU weniger als ein Viertel des US-Niveaus (53,7 GW) und etwas mehr als ein Drittel Chinas (31,9 GW). Die Lücke dürfte sich zudem weiter vergrößern: Bis 2030 werden die USA voraussichtlich rund fünfmal so viel in den Ausbau von Rechenzentren investieren wie Europa (IEA, 2025). Die Kapazitätslücke ist somit kein vorübergehendes, sondern ein strukturelles Problem, das sich weiter zu verfestigen droht.
Die USA verfügen über mehr als das Vierfache der EU-Rechenzentrumskapazität
Installierte Rechenzentrumskapazität nach Region, Juni 2025, Angaben in Gigawatt (GW
Fazit
Wohl keine Technologie der jüngeren Vergangenheit ist für die wirtschaftliche Zukunft so entscheidend wie KI. Um ihr Produktivitätspotenzial zu entfalten, benötigt die EU eine breit angelegte industrielle Mobilisierung – von Halbleitern und Rechenkapazität über Daten und KI-Modelle bis zur betrieblichen Anwendung. Diese wird jedoch durch fragmentierte Kapitalmärkte, hohe Energiekosten, einen zu starken Regulierungsfokus und fehlende industriepolitische Koordination gebremst.
Ein kurzfristig wirksamer Hebel ist dabei die öffentliche Beschaffung: Sie kann jene Nachfrage schaffen, die Investitionen und Kapazitätsaufbau in der Industrie überhaupt erst auslöst. Der Ausbau eigener Rechenkapazitäten hat zudem eine geopolitische Dimension: Er verringert die Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen IT-Konzernen und stärkt somit die strategische Handlungsfähigkeit Europa.
26.5.2026: Decoupling zwischen China und den USA
Geopolitik auf dem Rücken der Unternehmen
Der strategische Machtkonflikt zwischen den USA als bisher führender Welt- und China als aufsteigender Großmacht um die Frage, wer im 21. Jahrhundert die zentralen Regeln, Technologien, Sicherheitsordnungen und ökonomischen Abhängigkeiten prägt, beeinflusst immer stärker die globalen wirtschaftlichen Verhältnisse. Besonders offensichtlich ist die Entzweiung der beiden Wirtschaftsräume im Bereich des Handels. So zeigt sich, dass der bilaterale Handel zwischen China und den USA seit 2016 um 38 % zurückgegangen ist, während der Handel beider Länder mit dem Rest der Welt im selben Zeitraum um 43 % zugenommen hat.
Der Warenhandel zwischen China und den USA ist seit 2016 um 38 % zurückgegangen
Warenhandel zwischen China und USA sowie mit dem Rest der Welt
Index, 2016 = 100
Fazit
Die strategischen Abhängigkeiten Europas von den beiden rivalisierenden Mächten USA und China erhöhen die Anfälligkeit für politischen Druck von beiden Seiten. Dieser wird nicht selten auf dem Rücken der Unternehmen ausgetragen. Eine stärkere Diversifizierung von Lieferketten zur Reduktion von Risiken wird von den meisten Unternehmen angestrebt. Damit diese jedoch tatsächlich gelingt, müssen geeignete Rahmenbedingungen geschaffen und strukturelle Grenzen abgebaut werden. Wichtig sind insbesondere der Ausbau von Rohstoffpartnerschaften und Industrieallianzen, der Abbau regulatorischer Hürden, der Abschluss neuer Handelsabkommen sowie eine europäisch abgestimmte Industriepolitik.
20.5.2026: Strukturelle Hemmnisse dämpfen das mittelfristige Wachstum
Die Wachstumsaussichten Österreichs bis zum Ende des Jahrzehnts bleiben verhalten. Dafür sind vor allem strukturelle Faktoren verantwortlich, die sich dämpfend auf die Produktivitätsentwicklung auswirken. Das WIFO erwartet daher für den Zeitraum 2026 bis 2031 lediglich ein durchschnittliches Wachstum der österreichischen Wirtschaftsleistung von 1,1 % pro Jahr. Damit liegt der mittelfristige Wachstumspfad deutlich unter dem Vorkrisenniveau und bleibt auch hinter jenem des Euroraums zurück.
Verhaltene Wachstumsaussichten – Österreich wächst schwächer als der Euroraum
Reale Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, Index 2010 = 100
Fazit
Die mittelfristigen Wachstumsaussichten Österreichs fallen schwächer aus als jene des Euroraums und bleiben zugleich hinter der Dynamik vor der Pandemie zurück. Der strukturelle Charakter der Wachstumshemmnisse unterstreicht die Notwendigkeit einer breit angelegten und europäisch eingebetteten Standortpolitik.
Mit den Interessenpolitischen Schwerpunkten 2026+ hat die WKÖ ein umfassendes Programm vorgelegt, das Österreich wieder auf einen dynamischeren Wachstumspfad führen kann: durch gezielte Entlastungen für Unternehmen, leistbare Energie, eine proaktive Handelspolitik, die bessere Ausschöpfung der Potenziale des Binnenmarkts, die Gewinnung von Fachkräften, die Stärkung der Qualifizierung sowie gezielte Investitionen und Unterstützung von Innovationen. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen ist eine zügige Umsetzung erforderlich.
12.5.2026: Für Österreich rechnen EU-Investitionen doppelt
Der Resilienz- und Wiederaufbaufonds (Recovery and Resilience Facility, RRF) aus dem Jahr 2020 ist das bisher größte EU-weite Investitionsprogramm. Es wurde geschaffen, um die wirtschaftliche Erholung der EU-Mitgliedstaaten nach der Pandemie zu beschleunigen, deren Krisenfestigkeit zu stärken und zentrale europäische Prioritäten wie Digitalisierung, Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit voranzubringen.
Österreich profitiert im Rahmen der RRF nicht nur von EU-Mitteln, die direkt ins Land flossen, sondern auch von Investitionen in anderen Mitgliedstaaten, die zusätzliche Nachfrage bei heimischen Unternehmen auslösen.
Wie groß diese Wirkung ist, zeigt eine aktuelle Analyse von Humpelstetter et al. (2026): Der gesamte Wertschöpfungseffekt für Österreich beläuft sich demnach auf rund 9,2 Milliarden Euro und beträgt damit mehr als das Doppelte des Finanzierungsvolumens des österreichischen RRF-Plans von 4,2 Milliarden Euro. Rund 5,4 Milliarden Euro bzw. 58 % wirken über Spillover-Effekte aus Investitionen anderer EU-Mitgliedstaaten auf Österreich zurück.
58 % des RRF-Effekts für Österreich resultieren aus Spillovers anderer EU-Länder
Geschätzte Auswirkung des Resilienz- und Wiederaufbaufonds auf Österreich
Angaben in Mrd. Euro
Anmerkung: Es handelt sich nur um die Investitionswirkung. Reformen im Rahmen der RRF-Meilensteine kommen zusätzlich hinzu.
Fazit
Österreichische Unternehmen sind in hohem Maße in europäische Produktions- und Wertschöpfungsketten eingebunden. Entscheidend ist daher nicht nur, wie viele EU-Mittel unmittelbar nach Österreich fließen. Ebenso relevant sind jene Nachfrageeffekte, die Investitionen in anderen Mitgliedstaaten bei heimischen Unternehmen auslösen.
Daraus ergeben sich Implikationen für den kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen bzw. den EU-Haushalt: Vieles spricht für eine starke, europäisch koordinierte Investitionssäule mit Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und industrielle Wertschöpfung. Der von der Kommission vorgeschlagene Wettbewerbsfähigkeitsfonds und die Aufwertung von Horizon Europe sollten daher ausreichend dotiert werden. Eine Abschwächung zugunsten bestehender Umverteilungsprogramme gilt es in den Verhandlungen zu verhindern.
5.5.2026: Industriepolitik als Treiber der chinesischen Exportdominanz
China erreichte 2025 mit rund 1,2 Billionen US-Dollar (ca. 6 % des BIP) einen Rekord-Handelsüberschuss, getragen von stark ansteigenden Exporten bei gleichzeitig moderatem Importwachstum. So baute das Land in den letzten Jahren globale Marktanteile in nahezu allen Bereichen des verarbeitenden Gewerbes aus. Erklären lassen sich die Handelsergebnisse im Wesentlichen durch die strategische staatliche Industriepolitik der chinesischen Regierung.
Eine Analyse von de Soyres et al. (2026) zeigt, dass Sektoren mit einer höheren Intensität industriepolitischer Maßnahmen in der Vergangenheit tendenziell auch ein stärkeres Exportwachstum verzeichneten. Besonders deutlich wird dies bei Kraftfahrzeugen und batteriebezogenen Produkten: Hier stiegen die Exporte zwischen 2017 und 2024 um über 300 % bzw. über 400 %. In beiden Sektoren wurden in dem Zeitraum mehr als 900 bzw. 700 industriepolitische Maßnahmen umgesetzt.
Chinas Batterieexporte stiegen zwischen 2017 und 2024 um mehr als 400 %
Wachstum der chinesischen Exporte und Intensität der Industriepolitik 2017 - 2024
Fazit
Chinas steigende Exportstärke in industriellen Schlüsselsektoren deutet auf eine tiefgreifende Verschiebung globaler Industrie- und Handelsstrukturen hin. Fortgeschrittene Volkswirtschaften mit starker industrieller Basis wie Österreich und andere europäische Länder verlieren dadurch zusehends Exportmarktanteile.
Vor diesem Hintergrund bedarf es sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene einer industriestrategischen Antwort auf die veränderten globalen Wettbewerbsbedingungen. Eine zügige Umsetzung des von der Europäischen Kommission jüngst vorgestellten Industrial Accelerator Act (IAA) ist daher das Gebot der Stunde, um industrielle Kapazitäten in Europa zu bewahren.
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28.4.2026: Europas Wettbewerbsfähigkeit – Innovation als Schlüssel zu Produktivität und Wohlstand
Europas Wettbewerbsfähigkeit steht zunehmend unter Druck. Gemeint ist dabei nicht die kurzfristige Marktperformance, sondern die Fähigkeit der europäischen Volkswirtschaften, ihren Bürgerinnen und Bürgern dauerhaft hohen Wohlstand zu sichern.
Im Zentrum der aktuellen wirtschaftspolitischen Debatte steht daher die Produktivitätsentwicklung als wichtigste langfristige Determinante des Pro‑Kopf‑Einkommens – absolut wie auch im Vergleich zu anderen Weltregionen.
Dass die Daten für Europa ein eher ernüchterndes Bild zeichnen, belegt eine aktuelle Analyse von Lukas Vogel (2025) in den Wirtschaftspolitischen Blättern (WPBl): Seit den frühen 2000er‑Jahren hat sich das Produktivitätswachstum in Europa spürbar abgeschwächt.
Gleichzeitig hat sich die Produktivitätslücke gegenüber den USA quasi verdoppelt. Eng damit verknüpft ist eine strukturelle Innovationslücke. Diese Innovationsschwäche übersetzt sich direkt in eine schwächere Produktivitätsdynamik – und damit in eine anhaltende Herausforderung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Die Lücke zwischen der EU und den USA ist größer geworden
Fazit
Ohne eine Stärkung von Innovation und technologischem Fortschritt wird es Europa nicht gelingen, den Rückstand gegenüber den USA zu verringern und langfristiges Wohlstandswachstum zu sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet der Competitiveness Compass der Europäischen Kommission eine umfassende Agenda, darunter etwa die Vereinfachung von Regulierungen, eine Vertiefung des EU-Binnenmarkts oder den Ausbau von Finanzierungen.
21.4.2026: Trügerische Erholung – Öffentlicher Konsum als Hauptwachstumstreiber
Nach zwei Jahren Rezession endet das Jahr 2025 mit einer positiven BIP-Wachstumsrate von +0,6 %. Im vierten Quartal 2025 wies das BIP einen um 2,45 % höheren Wert aus als im ersten Quartal 2019 (Vor-Pandemie-Niveau). Was auf den ersten Blick erfreulich wirkt, ist bei genauerer Betrachtung nicht nachhaltig.
Denn die Aufschlüsselung des BIP nach der Verwendungsrechnung zeigt, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung maßgeblich durch den öffentlichen Konsum gestützt wurde. Ohne dessen Beitrag läge das BIP um 0,3 % unter dem Niveau des ersten Quartals 2019. Die übrigen Nachfragekomponenten privater Konsum, Investitionen und Nettoexporte liegen in Summe unter dem Vorkrisenniveau.
Ohne öffentlichen Konsum läge das BIP in Q4 2025 um 0,3 % unter dem Niveau von Q1 2019
Entwicklung des österreichischen BIP, real, saison- und kalenderbereinigt
Index, 2019 Q1 = 100
Quelle: Eurostat
Fazit
Ohne den Wachstumsbeitrag des öffentlichen Sektors würde die österreichische Wirtschaft weiterhin stagnieren. Ein solcher Zustand ist langfristig ökonomisch nicht tragfähig. Daher ist es von zentraler Bedeutung, die privaten Wachstumstreiber gezielt zu stärken. Die Investitionsneigung ließe sich durch angebotsseitige Entlastungsmaßnahmen erhöhen.
Insbesondere eine Senkung der Lohnnebenkosten hat aus Sicht der Wirtschaft höchste Priorität. Mit Blick auf die Exportwirtschaft gilt es zuvorderst auf EU-Ebene einen kohärenten Instrumentenmix aus Handels-, Industrie- und wirtschaftssicherheitspolitischen Maßnahmen zu verfolgen. Daneben gilt es, auch nationale Spielräume zu nutzen, um Österreich als Exportland zu stärken.
14.4.2026: Chinas industrielle Vormachtstellung als industriepolitische Herausforderung
Chinas heutige industrielle Stärke ist das Ergebnis einer über Jahrzehnte hinweg konsistenten, staatlich koordinierten und adaptiv weiterentwickelten technologiepolitischen Langfriststrategie. Damit ist es dem Land gelungen, seinen Anteil an der weltweiten Industriewertschöpfung in den vergangenen 20 Jahren mehr als zu verdoppeln.
2024 lag dieser bei 31,8 % und damit bei fast einem Drittel, während der Anteil der EU im selben Zeitraum von 21,5 % auf 15,5 % sank. Der industrielle Erfolg bringt jedoch auch strukturelle Überkapazitäten mit sich, die inzwischen sowohl die chinesische Binnenwirtschaft als auch die internationalen Handelsbeziehungen belasten.
China erwirtschaftet beinahe ein Drittel der globalen Industriewertschöpfung
Anteil an der realen weltweiten Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe (NACE C)
Angaben in %, 2004 bis 2024
Fazit
Mit dem Anfang März vorgestellten „Industrial Accelerator Act“ (IAA) bemüht sich die EU um eine Antwort auf die dauerhafte Veränderung globaler Wettbewerbsbedingungen, die vom umfassenden Einsatz industriepolitischer Instrumente in großen Wirtschaftsräumen ausgeht. Mithilfe von Leitmärkten für strategische Sektoren, einer Anpassung der Auflagen für ausländische Direktinvestitionen sowie beschleunigten Genehmigungsverfahren für industrielle Projekte soll es gelingen, die europäische Industrie wettbewerbsfähiger, resilienter und emissionsärmer zu machen.
Für heimische Unternehmen sind gerade Planungs- und Investitionssicherheit im gegenwärtigen Umfeld von großer Bedeutung. Das klare Bekenntnis der EU-Kommission zum europäischen Industriestandort ist daher ein wichtiges Signal.
7.4.2026: Stärkere KI-Nutzung kann Europas Wachstum beleben
Dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird erhebliches Potenzial zur Steigerung der Arbeitsproduktivität zugeschrieben. In Europa wird dieses bislang jedoch deutlich weniger genutzt als in den USA. Während in den Vereinigten Staaten bereits 43,0 % der Beschäftigten KI im Arbeitsumfeld verwenden, beträgt der Anteil in der EU im Durchschnitt lediglich 31,3 %.
Dabei wäre durch eine intensivere Nutzung der Technologie mit erheblichen Effizienzgewinnen zu rechnen. Eine aktuelle Studie von Bick et al. 2026 zeigt: Eine Person, die 40 Stunden pro Woche arbeitet und KI verwendet, müsste ohne Nutzung der Technologie 2,3 zusätzliche Arbeitsstunden aufwenden, um dieselbe Arbeitsmenge zu bewältigen.
Europa liegt bei der KI-Nutzung deutlich hinter den USA
Anteil der Beschäftigten, die generative KI am Arbeitsplatz verwenden
in %
Fazit
Vor dem Hintergrund des Rückgangs der Erwerbsbevölkerung und begrenzter fiskalischer Spielräume ist eine stärkere Ausschöpfung des Potenzials der KI von zentraler Bedeutung für die Verbesserung der europäischen Wachstumsperspektive. Diffusionsfördernde Maßnahmen sowie die Verankerung von KI‑ und Datennutzungsschwerpunkten in bestehenden Förderinstrumenten können die Anwendung von KI unterstützen.
Ergänzend kann der in der Industriestrategie Österreich 2035 vorgesehene Fokus auf Schlüsseltechnologien dazu beitragen, KI stärker in industrielle Wertschöpfungsprozesse zu integrieren und so die Produktivität zu erhöhen.