Neue EU-Studie zum Stadtzugang für Bus- und Reisebusverkehr in Europa
Zentrale Erkenntnisse zur Infrastruktur und Verkehrsorganisation in Städten
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Der neue EGUM‑Bericht der Europäischen Kommission fasst die wichtigsten Herausforderungen zusammen, denen sich Bus- und Reisebusunternehmen beim Zugang zu europäischen Städten gegenübersehen. Er beleuchtet Umweltzonen, fehlende Infrastruktur und administrative Hürden – und basiert maßgeblich auf Beiträgen der IRU und ihrer nationalen Mitgliedsverbände.
Die IRU – unser internationaler Verband – hat eine zentrale Rolle bei der Entstehung des Berichts gespielt:
- Die IRU leitete 2025 gemeinsam die EGUM‑Arbeitsgruppe „Zugang zu Städten durch Unternehmen“.
- Viele Inhalte des Berichts basieren direkt auf Beiträgen aus der Branche.
- Der Expertenbericht versucht die tatsächliche Situation im Bussektor objektiv abzubilden.
- Der Bericht wurde bereits von mehreren Abteilungen in DG MOVE geprüft – damit steigt das Verständnis der EU‑Kommission für die Herausforderungen des Bussektors.
- Wir nutzen gemeinsam mit der IRU diesen Bericht, um uns aktiv in Gesprächen zur geplanten EU‑Strategie für nachhaltigen Tourismus zu beteiligen.
- Der Bericht hat damit auch politisches Gewicht und wird dazu genutzt, um bessere Bedingungen für den Buszugang zu Städten einzufordern.
>>Bericht: City Access for businesses
Zentrale Inhalte des Berichts
1. Schnelle Ausweitung von Umwelt- und Nullemissionszonen
- Immer mehr Städte verschärfen ihre Regeln; Dieselbusse drohen kurzfristig ausgeschlossen zu werden.
- Der Markt bietet derzeit kaum verfügbare emissionsfreie Reisebusse – Lieferzeiten reichen bis mindestens 2027.
- Fehlende Ladeinfrastruktur erschwert den Umstieg zusätzlich.
2. Infrastruktur wird knapper und dezentralisiert
- Zentrale Busparkplätze, Haltepunkte und Drop‑off‑Zonen verschwinden oder werden kostenpflichtig.
- Reisebus-Terminals werden zunehmend an die Stadtränder verlegt, was Wege verlängert und Reiseketten erschwert.
- Für ältere oder mobilitätseingeschränkte Fahrgäste entstehen zusätzliche Barrieren.
3. Hoher administrativer Aufwand durch lokale Sonderregeln
- Jede Stadt nutzt eigene Buchungs- und Registrierungssysteme.
- Unterschiedliche Gebühren, Zeitfenster und Ausnahmegenehmigungen belasten die Planung.
- Fehlende Harmonisierung führt zu Unsicherheit, Mehraufwand und Risiken für Bußgelder.
4. Busse geraten politisch unter Druck
- Manche Städte sehen Busgruppen als „Massentourismus“ – obwohl der Bus klimaneutraler, platzsparender und sozial inklusiver ist als alle anderen motorisierten Alternativen.
- Die gesamtwirtschaftlichen Vorteile des Bussektors werden vielerorts unterschätzt.
Fazit
Zugangsbeschränkungen in Städten sind eines der drängendsten Themen für die Busbranche. Fehlende Infrastruktur, wachsende Umweltauflagen und komplexe Genehmigungswege machen vielen Unternehmen das Arbeiten schwer. Gleichzeitig stärkt der Bericht – dank der aktiven Beteiligung der IRU – das Bewusstsein der EU‑Kommission für die Bedeutung des Busverkehrs. Jetzt gilt es, die Erkenntnisse zu nutzen, um praxistaugliche Regeln und faire Übergänge einzufordern.