WKO Braunau für Erhalt der Zustellförderung für Regionalmedien
Gratiszeitungen sind unverzichtbar für Wirtschaft, Vereine und das gesellschaftliche Leben im ländlichen Raum
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Die Wirtschaftskammer Braunau spricht sich mit Nachdruck gegen die geplante Streichung der Zustellförderung für kostenlose Regionalzeitungen aus. Aus Sicht der WKO Braunau würde eine solche Entscheidung nicht nur die Medienvielfalt gefährden, sondern langfristig auch die Sichtbarkeit der Regionen und ihrer Anliegen schwächen.
„Die Themen vom Land brauchen eine Bühne. Regionalzeitungen sorgen dafür, dass nicht alles nur aus der Perspektive der Ballungsräume betrachtet wird. Sie geben den Menschen vor Ort eine Stimme und halten regionale Entwicklungen im öffentlichen Bewusstsein“, betont WKO-Bezirksobmann Klemens Steidl.
Gerade in einem Bezirk wie Braunau sei die Berichterstattung über regionale Wirtschaft, Innovationen, Betriebsgründungen, Mitarbeitererfolge, Vereinsleben und ehrenamtliches Engagement ein wichtiger Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Identifikation mit der eigenen Heimat.
„Regionale Medien leisten weit mehr als reine Berichterstattung. Sie machen sichtbar, was unsere Gemeinden, Vereine, Betriebe und engagierten Menschen tagtäglich leisten. Wer die Regionalmedien schwächt, schwächt auch die Regionen selbst“, sagt Klaus Berer, Leiter der WKO Braunau.
Die WKO Braunau befürchtet, dass der Ausschluss kostenloser Regionalmedien von der Zustellförderung langfristig weitreichende Folgen haben könnte. Sinkende wirtschaftliche Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass regionale Redaktionen reduziert oder Standorte geschlossen werden.
Wenn Regionalredaktionen verschwinden, verschwinden nicht nur Arbeitsplätze. Es verschwinden auch Geschichten, Perspektiven und Anliegen aus den Regionen. Dann werden viele Entwicklungen vor Ort schlicht nicht mehr wahrgenommen
Klemens Steidl
Bezirksobmann
Besonders kritisch sieht die WKO Braunau die möglichen Auswirkungen auf die öffentliche und politische Wahrnehmung des ländlichen Raumes.
„Was nicht berichtet wird, findet im öffentlichen Diskurs kaum statt. Und was im öffentlichen Diskurs nicht stattfindet, verliert irgendwann auch in politischen Entscheidungen an Bedeutung. Deshalb geht es hier um weit mehr als um Medienförderung. Es geht um die Sichtbarkeit des ländlichen Raumes und seiner Menschen“, so Berer.
Für die zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen im Bezirk seien Regionalmedien zudem ein wichtiger Kommunikations- und Werbepartner. Sie informieren über wirtschaftliche Entwicklungen, Lehrlingsinitiativen, Betriebsjubiläen, Veranstaltungen und regionale Erfolgsgeschichten.
„Unsere Betriebe tragen Verantwortung für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Lebensqualität. Sie verdienen mediale Aufmerksamkeit. Regionale Medien leisten hier einen unverzichtbaren Beitrag und machen die Leistungen unserer Unternehmerinnen und Unternehmer überhaupt erst sichtbar“, erklärt Steidl.
Die Wirtschaftskammer Braunau fordert daher, die geplanten Regelungen nochmals zu überdenken und kostenlose Regionalmedien in die Zustellförderung einzubeziehen.
Wer Medienvielfalt stärken möchte, darf jene Medien nicht benachteiligen, die Woche für Woche direkt bei den Menschen vor Ort ankommen. Die Regionen brauchen starke Medien. Und starke Medien brauchen faire Rahmenbedingungen. Deshalb treten wir vehement gegen die Streichung der Zustellförderung für Gratiszeitungen ein.
Klaus Berer
Leiter der WKO Braunau.