Steuertag 2026 - Steuerpolitik muss Wachstum ermöglichen
„Steuern, Staat und Standort neu denken“ lautete das Motto des Steuertags 2026 der Sparte Industrie und der Abteilung Sozial- und Rechtspolitik der WKOÖ.
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„Steuern, Staat und Standort neu denken“ lautete das Motto des Steuertags 2026 der Sparte Industrie und der Abteilung Sozial- und Rechtspolitik der WKOÖ.
Die oberösterreichische Industrie steht vor zentralen Weichenstellungen: Hohe Kosten, internationaler Wettbewerbsdruck, steigende Investitionserfordernisse und budgetpolitische Herausforderungen verlangen nach einer Steuerpolitik, die Wachstum ermöglicht, Leistung stärkt und den Standort absichert. Denn Steuern sind kein reines Einnahmeninstrument des Staates, sondern ein entscheidender Faktor für Investitionen, Innovationen, Beschäftigung und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Gerade jetzt kommt der Steuerpolitik eine entscheidende Rolle zu: Durch gezielte Maßnahmen können zentrale Impulse für Wachstum, Stabilität und Zukunftssicherheit gesetzt werden, lautete die Kernbotschaft beim Steuertag.
Weitere Senkung der Lohnnebenkosten notwendig
„Steuererhöhungen oder neue Steuern sind im Hochsteuerland Österreich definitiv der falsche Weg. Wir haben ausreichend Steuereinnahmen und müssen damit beginnen, die Weichen im Steuersystem richtig zu stellen, die vorhandenen Mittel effizienter und zielgerichteter einzusetzen, die Steuern zu senken und den Staat schlanker zu machen. Mit Steuern wird festgelegt, wie attraktiv der Wirtschaftsstandort heute und morgen ist“, startete WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. „Mit der Senkung des Dienstgeberbeitrags zum Familienlastenausgleichsfonds ist ein erster Schritt getan, es wäre aber falsch zu sagen: Damit ist das Thema Lohnnebenkosten erledigt. Österreich bleibt gerade bei den arbeitgeberseitigen Belastungen ein teurer Standort. Eine Senkung der Lohnnebenkosten kann durch ausgabenseitige Einsparungen finanziert werden. Die Vorschläge dazu liegen am Tisch“, sagte Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie.
Steuerrecht muss konsequent vereinfacht werden
„Was ganz besonders wichtig ist, ist die Vereinfachung und Entbürokratisierung im Steuerrecht. Die Unternehmen tragen viel zu hohe administrative Kosten und sehen sich einer weiter zunehmenden Flut an bürokratischen Verpflichtungen gegenüber. Es ist wichtig hier anzusetzen und für Entlastung zu sorgen“, forderte Anette Klinger, Steuersprecherin der Sparte Industrie. „Die Unternehmen brauchen Sicherheit als Basis für langfristiges Planen“, nannte Erich Lehner vom Kooperationspartner des Steuertags, EY Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung. „Auch bei den KMU sind Rechtssicherheit und Bürokratie große Themen“, ergänzte Markus Redl, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk.
Strukturelle Entlastungen wichtig
Lars P. Feld, ehemaliger Vorsitzender der Wirtschaftsweisen in Deutschland, plädiert für strukturelle Entlastungen und die Senkung von Unternehmenssteuern sowie Lohnnebenkosten anstelle neuer Subventionen oder Steuererhöhungen: „Bei den Arbeitskosten und damit Abgaben hat Österreich Handlungsbedarf. Das Budgetdefizit muss durch Einsparungen bei den Staatsausgaben und nicht durch höhere oder neue Steuern gesenkt werden, die Einnahmen sind ohnehin hoch.“