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Rolle der Wirtschaftskammer als unverzichtbare Interessenvertretung stärken

Antrag von WB, Industriellenvereinigung, SWV, Grüne Wirtschaft, UNOS und WIR-Wirtschaftsnetzwerk an das Wirtschaftsparlament der WKOÖ am 9. Juni

Lesedauer: 4 Minuten

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Aktualisiert am 09.06.2026

Die Wirtschaftskammer Österreich steht als Körperschaft öffentlichen Rechts vor der Aufgabe, ihre Rolle als unverzichtbare Interessenvertretung, Dienstleisterin und Bildungspartnerin für über 540.000 Betriebe in Österreich effizient zu erfüllen. Angesichts sich wandelnder wirtschaftlicher, technologischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen ist eine laufende, zielgerichtete, transparente und effiziente Weiterentwicklung notwendig.

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich bekennt sich dabei ausdrücklich zu Pluralität, Transparenz und einer modernen, offenen Interessenvertretung. Sie versteht sich als starke Stimme für alle Unternehmerinnen und Unternehmer in Oberösterreich und erfüllt ihren gesetzlichen Auftrag mit dem Ziel, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen laufend zu verbessern, den gesellschaftlichen Dialog zu fördern und den Mehrwert der Mitgliedschaft sichtbar zu machen. Sie soll als verlässliche Partnerin, Serviceanbieterin und Zukunftsgestalterin für sämtliche Branchen und Betriebsgrößen wirken.

Die Fraktionen Wirtschaftsbund OÖ, Industriellenvereinigung OÖ, Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband OÖ, Grüne Wirtschaft OÖ, UNOS – Unternehmerisches Österreich OÖ und WIR – Wirtschaftsnetzwerk haben in einer OÖ. Taskforce „WK Reformkonzept“, an der Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen beteiligt waren, folgende Handlungsempfehlungen festgelegt:


Aufgaben und Angebote der WKO

Ziel: Wert, Unverzichtbarkeit und Alleinstellung demonstrieren.

Ebene WKOÖ:

  • Ausbau von KI-Services zur Unterstützung von Betrieben.
  • Service-, Beratungs- und Ausbildungsoffensive.
  • Förderangebot für Startups im Export zur Stärkung der int. Wettbewerbsfähigkeit.
  • Begleitung und Coaching in schwierigen Situationen, insbesondere bei:
    • Behördlichen Prüfungen (Finanz, Arbeitsinspektorat etc.)
    • Behördlichen Berichtspflichten
    • Genehmigungsverfahren bei Investitionen
    • Debatten mit Gewerkschaften

Ebene WKÖ:

  • Straffung der Interessenvertretung: Zukünftig erfolgt die Interessenvertretung über die Bundeskammer und jeweils eine spezialisierte Landeskammer pro Themenbereich.
  • Weiterer Ausbau von KI-Services auf bundesweiter Ebene.
  • Zentralisierung der WK-Medien (Zeitung, TV) mit Ländermutation.
  • Prüfung der Möglichkeit, die Funktion der Gewerbebehörde durch die WKO zu übernehmen (bei Gründung, Übernahme), um Beratung und Verwaltung zu bündeln.
  • KV-Verhandlungen künftig ausschließlich auf Bundesebene, um Rechtssicherheit und Einheitlichkeit zu gewährleisten.

Organisationsstruktur der WKO

Ziel: Produktivität laufend verbessern.

Ebene WKOÖ:

  • Evaluierung der Personalstruktur und schrittweise Personalreduktion im Einklang mit Umlagensenkungen und Automatisierung (KI), über natürlichen Abgang.
  • Evaluierung der Funktionärsstruktur.
  • Überprüfung der Anzahl und Struktur der Fachgruppen.
  • Evaluierung der Bezirksstellen hinsichtlich Effizienz, Erreichbarkeit und Bedarf. 

Ebene WKÖ:

  • Evaluierung der Personalstruktur und schrittweise Personalreduktion analog zur Landesebene.
  • Evaluierung der Funktionärsstruktur.
  • Klare Arbeitsteilung: Bundeskammer konzentriert sich auf Interessenvertretung und Koordination, Landeskammern auf Service und Bildung.
  • Ausbau länderübergreifender Kompetenz-Center mit Spezialisierung der Landeskammern.
  • Evaluierung der Fachgruppenstruktur.
  • Evaluierung des WIFI hinsichtlich Effizienz, Kostenstruktur und Ausbildungsrelevanz. 

Finanzierung der WKO

Ziel: Nutzung der Produktivitätssteigerung zur Entlastung der Mitglieder.

Ebene WKOÖ:

  • Senkungspfad der KU2 in der WKO Oberösterreich. Klare Festlegung bis zum Wirtschaftsparlament Herbst 2026.
  • Evaluierung der Höhe der Grundumlage für EPU, insbesondere bei Mehrfachmitgliedschaften. Klare Festlegung bis zum Wirtschaftsparlament Herbst 2026.
  • Überprüfung von Förderungen und Ausgaben auf Wirksamkeit und Notwendigkeit mit einem klaren Ergebnis bis zum Wirtschaftsparlament Herbst 2026 und anschließender Festlegung der weiteren Vorgangsweise.
  • Statuserhebung zu Rücklagen und stillen Reserven und Handlungsempfehlungen bis zum Wirtschaftsparlament Herbst 2026.

Ebene WKÖ:

  • Definierter Senkungspfad der KU2 auf Bundesebene.
  • Prüfung der Valorisierung der KU1.
  • Deckelung der Rücklagen von Fachorganisationen und Kammern auf maximal ein Jahresbudget:
    • Abbau überschießender Rücklagen.
  • Evaluierung des Finanzausgleichs zwischen den Kammern.
  • Bepreisung exklusiver Services und Bildungsangebote.

Transparenz und Berichterstattung der WKO

Ziel: Demonstration der Produktivität durch Gegenüberstellung von Kosten u. Leistungen. 

Ebene WKOÖ:

  • Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung für Fachorganisationen und Kammer.
  • Bessere Bekanntmachung der Leistungen und Angebote der WKO gegenüber Mitgliedern.
  • Leistungsrechnung je Mitglied (sofern technisch möglich).
  • Transparente, einfache und klare Darstellung von Voranschlägen und Rechnungsabschlüssen für Mitglieder.

Ebene WKÖ:

  • Einführung einer bundesweiten Kosten- und Leistungsrechnung.
  • Bessere Kommunikation der Erfolge in der Interessenvertretung.
  • Transparente Voranschläge und Rechnungsabschlüsse, inkl. konsolidierter Darstellung.

Mitgliedschaft in der WKO

Ziel: Gesamthafte Organisation aller Wirtschaftsbereiche zur Bündelung der Kräfte bewahren.

Ebene WKOÖ:

  • Verbesserte Kommunikation des Angebotes gegenüber den Mitgliedern, um die Unverzichtbarkeit sichtbar zu machen.

Ebene WKÖ:

  • Evaluierung der Mehrfachmitgliedschaften, insbesondere im Kontext gewerblicher Nebenrechte. 

Wahlen in der WKO

Ziel: Basisdemokratie bewahren und Wahlbeteiligung erhöhen.

Ebene WKOÖ:

  • Überfraktioneller Wahlaufruf zur Mobilisierung.
  • Vorausgefüllte Wahlkartenanträge an Mitglieder übermitteln.
  • Befragung der Mitglieder zu Gründen für Wahl- oder Nichtwahlbeteiligung.
  • Evaluierung von Wahllokalen und Wahlzeiten hinsichtlich Zugänglichkeit.

Ebene WKÖ:

  • Zusendung der Wahlkarte ohne Einschreiben zur Erhöhung der Reichweite.
  • Einheitliche Wahltage für alle Kammern.
  • Prüfung digitaler oder hybrider Wahlformate.
  • Überlegungen zu Unterstützungserklärungen für die Kandidatur.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen bilden einen ambitionierten, aber realistischen Reformrahmen. Sie zielen darauf ab, die Organisation zukunftsfähig, transparent und mitgliedernah zu gestalten. In weiterer Folge sollen die Mitglieder der Taskforce über die Umsetzung der Maßnahmen informiert werden. Ein Termin wird vom Leiter der TaskForce im Frühjahr 2027 koordiniert.



Hummer
© Buchinger WKOÖ-Präs. Doris Hummer, WB
Erich Frommwald
© WKOÖ Erich Frommwald, IV
Manfred Zaunbauer
© WKOÖ Manfred Zaunbauer, SWV
Bernhard Seeber
© WKOÖ Bernhard Seeber, Grüne Wirtschaft
guger
© WKOÖ Michael Guger, UNOS
Thomas Mayr-Stockinger
© WKOÖ Thomas Mayr-Stockinger, WIR

Antrag

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich und die Wirtschaftskammer Österreich mögen schrittweise und unter ständiger Evaluierung die vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen umsetzen mit dem Ziel, den Wert der WKO für ihre Mitglieder noch sichtbarer zu machen, ihre Produktivität zu steigern, die Finanzierung gerecht zu gestalten und die Transparenz sowie die demokratische Legitimation (Wahlbeteiligung) zu erhöhen.

Der Antrag wurde angenommen.