Bauwirtschaft fordert Kurswechsel für leistbares Bauen
Architekturreise nach Krakau liefert Impulse für Nachverdichtung, weniger Bürokratie und schnellere Verfahren.
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Die Bauwirtschaft schlägt Alarm: Hohe Baukosten, steigende Regulierungen, erschwerte Finanzierungen und der zunehmende Fachkräftemangel bremsen Investitionen und verschärfen die Wohnraumproblematik. Im Rahmen einer Architekturreise nach Krakau präsentierten Vertreter der Bauwirtschaft eine Reihe von Vorschlägen, wie Bauen wieder leistbarer und der Standort gestärkt werden kann.
Nachverdichten
Im Mittelpunkt steht dabei eine stärkere Nachverdichtung bestehender Siedlungsräume. Die Branchenvertreter fordern unter anderem, auf Grundstücken der bisherigen Kleinhausbebauung künftig vier statt drei Wohneinheiten zuzulassen. Dadurch könnten Grundstücks- und Baukosten je Wohnung deutlich sinken. Nach Berechnungen der Branche wäre ein Einsparungspotenzial von rund 30.000 Euro pro Wohneinheit möglich.
Wohnbauförderung anpassen
Auch bei der Wohnbauförderung sieht die Bauwirtschaft Reformbedarf. Förderungen sollten bereits für kleinere Wohnprojekte ab vier Wohneinheiten möglich sein. Dadurch könnten Ortskerne attraktiver entwickelt und zusätzliche Eigentumswohnungen geschaffen werden.
Bausubstanz objektiv bewerten
Ein weiteres Thema ist der Umgang mit bestehender Bausubstanz. Statt pauschal auf Generalsanierungen zu setzen, fordert die Branche eine objektive Bewertung, ob Sanierung oder Ersatzneubau wirtschaftlich, ökologisch und sozial die bessere Lösung darstellt. Ähnliches gilt für die eingesetzten Baustoffe. Auch hier muss der Wettbewerb zwischen Baustoffen wirtschaftlich fair und bauspezifisch sinnvoll erfolgen, ohne Beeinflussung durch Förderungen, Verordnungen oder Ähnliches.
Anhaltend starke Kritik gibt es an den Finanzierungsbedingungen. Die KIM-Kriterien und der Systemrisikopuffer erschweren den Zugang zu Wohneigentum und verzögerten dringend benötigte Wohnbauprojekte. Die Bauwirtschaft spricht sich deshalb für deren Abschaffung aus.
Vorschriften abbauen
Nicht zuletzt belasten neue Dokumentationspflichten, EU-Vorgaben und zusätzliche Berichtspflichten die Branche, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette rund 100.000 Menschen in Oberösterreich beschäftigt. Gefordert werden praxisnahe Gesetze, schnellere Genehmigungsverfahren und ein konsequenter Abbau unnötiger Verwaltungsvorschriften.
Ausbildung wird zur Belastung
Neben dem anhaltenden Fachkräfte- und Lehrlingsmangel bereiten den Betrieben sinkende Grundkompetenzen vieler Jugendlicher Sorgen: fachliche Defizite, fehlende motorische Fähigkeiten, mangelnde Tugenden wie Verlässlichkeit und Eigenverantwortung.
Weniger Lehrbetriebe
Die Zahl der Ausbildungsbetriebe geht zurück, weil der organisatorische und finanzielle Aufwand steigt. Die Branche fordert praxistaugliche Rahmenbedingungen und mehr finanzielle Unterstützung.