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Steuerreform
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CO₂-Speicher: endlich Bewegung im System

Österreich rüstet sich für das Ende des Speicherverbots, Oberösterreich kommt hier als Drehkreuz für Industrie und Infrastruktur ins Spiel.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 23.09.2026

Die Debatte um die geologische Speicherung (CCS – Carbon Capture and Storage) von Kohlendioxid (CO₂) hat in Österreich eine entscheidende Phase erreicht. Zwar gilt seit 2011 das CO₂-Speicherungsverbot, doch die Bundesregierung hat sich auf Eckpunkte für ein neues Klimaschutzgesetz geeinigt, das dessen Aufhebung vorsieht. Damit wird eine langjährige WK-Forderung aufgegriffen und der oö. Industrie, insbesondere der Zementindustrie sowie Stahl- und Chemiebranche, eine neue Perspektive eröffnet.

Österreichs Klimaziele sind ambitioniert, doch in bestimmten Sektoren stoßen Vermeidungstechnologien an Grenzen. In der Zementindustrie entsteht CO₂ nicht nur durch Energieeinsatz, sondern als unvermeidbarer chemischer Prozess beim Brennen von Kalkstein. Ähnlich verhält es sich in der Metallindustrie und bei der Müllverbrennung. Um Klimaneutralität zu erreichen, müssen diese Emissionen entweder permanent geologisch gespeichert (CCS) oder indus­triell genutzt werden (CCU – Carbon Capture and Utilisation). Beispiele sind die Herstellung mineralischer Baustoffe, Kunststoffprodukte oder synthetischer Kraftstoffe.

OÖ, besonders der Raum Linz, nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Die Kirchdorfer Gruppe hat bereits eine Probeanlage zur CO₂-Abscheidung installiert, die den Technologietest unter echten industriellen Bedingungen ermöglicht. Nun müssen die Voraussetzungen für Transport und Speicherung geschaffen werden. Ein ambitioniertes Vorhaben ist die geplante CO₂-Pipeline quer durch Bayern, die eine Anbindung des Industrieraums Linz durch die RAG Austria und Gas Connect Austria vorsieht (Projekt „CO2peline“). Experten sehen auch Potenzial für Speicherung im Inland. Ehemalige Erdöl- und Erdgasfelder im Alpenvorland oder tiefe, mit Salzwasser gefüllte Gesteinsschichten (saline Aquifere) kommen als Speicherstätten infrage.

Wie geht es weiter? 

Das größte Hindernis war bisher nicht nur das Verbot, sondern die fehlende Infrastruktur und Finanzierung. Ohne öffentliche Förderung ist ein wirtschaftlicher Betrieb von CCS-Anlagen in der Startphase kaum darstellbar. Die Strategie der Bundesregierung betont dennoch klar „Mitigation First“, also die Vermeidung von CO₂-Emissionen. CCS ist kein Freibrief für ein „Weiter wie bisher“, sondern dient der Kompensation unvermeidbarer Emissionen.

Faktenbox: CCS vs. CCU 

  • CCS (Storage): Das abgeschiedene CO₂ wird dauerhaft in geologischen Formationen (z.B. alten Gasfeldern) unterirdisch gespeichert. 
  • CCU (Utilization): Das CO₂ wird als Rohstoff genutzt, um neue Produkte wie synthetische Kraftstoffe, Chemikalien oder Baumaterialien herzustellen. 
  • Ziel: Beide Technologien sind essenziell, um die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, ohne Industrie-Standorte zu gefährden.

Der politische Wille ist da, der neue Entwurf des Klimagesetzes soll noch 2026 beschlossen werden. Parallel laufen die Vorbereitungen für den Infrastrukturaufbau. Erste Einspeisungen in heimische Lagerstätten oder Exporte sind frühestens ab 2030 realistisch. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell die Infrastruktur für das CO₂-Management Realität wird.