„Musterschüler“-Kurs verteuert Diesel auf über 3 Euro
Spartenobmann Wolfgang Schneckenreither: „Aktuelle Studie zeigt massive Belastungen durch geplantes Erneuerbaren-Energien-Gesetz-Verkehr“
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Eine heute veröffentlichte Studie von Economica bestätigt die Warnungen der Transportwirtschaft: Der geplante österreichische Sonderweg beim Erneuerbaren-Energien-Gesetz-Verkehr (EEG-V) würde die Kraftstoffpreise bis 2035 massiv in die Höhe treiben. Statt einer bereits hohen EU-konformen Anpassung drohen durch „Gold-Plating“ Preissprünge von bis zu 1,30 Euro pro Liter. Für die ohnehin an der Belastungsgrenze agierende Branche ist das nicht tragbar – und für die Konsumenten ein direkter Inflationstreiber. Sie tragen laut Studie die Hauptlast der Verteuerung.
Kurzfristig versucht man mit der Spritpreisbremse, die Preise zu dämpfen, während gleichzeitig neue gesetzliche Vorgaben den nächsten, noch viel größeren Preisschub auslösen.

Wolfgang Schneckenreither
Obmann Sparte Transport und Verkehr
Die geplante EEG-V-Regelung ist für den Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der WKOÖ, Wolfgang Schneckenreither, ein Widerspruch in sich: „Kurzfristig versucht man mit der Spritpreisbremse, die Preise zu dämpfen, während gleichzeitig neue gesetzliche Vorgaben den nächsten, noch viel größeren Preisschub auslösen.“
65 Prozent Biokraftstoff bis 2035
Mit dem EEG-Verkehr soll bis 2035 über die EU-Vorgaben hinaus ein verpflichtender Anteil an Biokraftstoff von 65 Prozent gelten. Abgesehen von der mangelnden Verfügbarkeit warnt die Transportbranche eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen des Gesetzesentwurfs. Die neue Economica-Studie belegt schwarz auf weiß, was die WKOÖ seit Monaten befürchtet: Österreichs Ambition, beim Klimaschutz über das EU-Maß hinauszuschießen, wird zum teuren Standortnachteil.
Die Fakten der Studie: Während eine reine Umsetzung der EU-Vorgaben die Preise um 22 bis 34 Cent pro Liter erhöhen würde, sieht der österreichische Entwurf deutlich strengere Substitutionsquoten vor. Das Ergebnis:
- Diesel: +95 Cent pro Liter im Jahr 2035.
- Benzin: +86 Cent pro Liter im Jahr 2035.
- Gesamtbelastung: ein Plus von 1,00 bis 1,30 Euro pro Liter.
Die Preise an der Zapfsäule könnten somit um 40 bis 50 Prozent ansteigen. „Wir reden hier nicht von theoretischen Szenarien, sondern von einer realen Kostenlawine, die unsere Betriebe und die Endverbraucher überrollen würde“, sagt Wolfgang Schneckenreither.
Treibstoffpreise heizen Inflation an
Die Auswirkungen sind bereits heute spürbar. Seit Jahresbeginn ist der Dieselpreis um rund 60 Cent je Liter gestiegen. Für einen Lkw mit einer Jahresfahrleistung von 120.000 Kilometern bedeutet das bereits jetzt Mehrkosten von über 20.000 Euro pro Jahr.
Struktur ändern statt Pflaster verteilen
Die kurzfristige Entlastung bei den Spritpreisen für Oktober und November wird begrüßt, schafft aber keine Planungssicherheit. Die WKOÖ fordert daher strukturelle Lösungen, um den Standort Oberösterreich als Ganzes zu sichern:
- Stopp des Gold-Platings: Das EEG-Verkehr muss auf das EU-Maß zurückgeführt werden. Österreichische Alleingänge, die die Wettbewerbsfähigkeit zerstören, sind abzulehnen.
- Gewerbediesel & Steuerentlastung: Einführung eines Gewerbediesels, befristete Aussetzung des CO₂-Preises auf gewerblich genutzten Diesel und eine dauerhafte Reduktion der Mineralölsteuer auf das europarechtlich zulässige Mindestniveau.
„Hohe Standortkosten führen bereits jetzt zu Abwanderungen ins kostenattraktivere Ausland. Ein Trend, der mit derartigen Maßnahmen verstärkt wird“, sagt Spartenobmann Schneckenreither.