Oö. Gewerbe und Handwerk hofft auf kräftige Impulse durch Sanierungsoffensive
Konjunktur im oö. Gewerbe und Handwerk schwächelt weiter – Spartenobmann Markus Redl: Pessimisten sind mehr geworden
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„Unsere fast 59.000 Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage im 3. Quartal 2026 annähernd gleich wie im 2. Quartal. Die Erwartungen bei Auftragseingängen und Umsätzen für das letzte Quartal sind wieder von mehr Pessimismus geprägt“, fasst der Installationsunternehmer Markus Redl, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKOÖ, die Stimmung in den 28 Fachorganisationen seiner Sparte zusammen.
Trotz allem sieht Redl aber einen echten Silberstreif am Konjunkturhimmel. „Die Wirtschaftsforschungsinstitute sagen für nächstes Jahr ein reales Wachstum von bis zu 1,3 Prozent voraus. Gemeinsam mit den 500 Millionen Euro – das sind um 140 Millionen mehr als heuer – die die Regierung 2027 für die thermische Sanierungsoffensive in die Hand nimmt, sollte auch das Gewerbe und allen voran der Bausektor im weitesten Sinn einen spürbaren Wachstumsschub erleben“, so Redl. In diesem Kontext fordert Redl, dass „die Mittel aufgestockt werden, sollten sie so wie heuer rasch aufgebraucht sein, denn heuer war der Fördertopf schon zur Jahresmitte leer.“
Wenn die Regierung im nächsten Jahr 500 Millionen Euro für die thermische Sanierung und den Heizungstausch zur Verfügung stellt, dann kann man von einer echten Impulsförderung sprechen.

Markus Redl
Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKOÖ
Viele Unwägbarkeiten und Disruptionen — Stichworte Iran-Krieg mit Unterbrechung der Lieferkette bei fossilen Energien, Ukraine-Krieg, die US-Zollpolitik, abrupt steigende Energie- und Materialpreise — haben auf die allgemeine Konsum- und Investitionslust gedrückt. „Kaum haben unsere Betriebe einen leichten Aufwind verspürt, ist der nächste Elefant in den Porzellanladen eingebrochen“, klagt Redl. Das Ergebnis ist, dass das oö. Gewerbe und Handwerk wieder pessimistischer ist. Laut aktueller Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria beurteilen 23 Prozent der Betriebe die Geschäftslage im 3. Quartal mit „gut“, 25 Prozent mit „schlecht“ – im Vorquartal waren es jeweils 26 Prozent. Auch bei Auftrags- bzw. Umsatzerwartungen sind die Pessimisten in der Überzahl – 16 Prozent erwarten im letzten Quartal Steigerungen, 22 Prozent Rückgänge.
Redl: Impulse und weitere Entlastung wichtig
Spartenobmann Redl ist zufrieden, dass bereits einige entlastende Maßnahmen gesetzt wurden: „Wir sind froh über die geplante Lohnnebenkostensenkung. Positiv sind auch die Regierungsbeschlüsse zur Reformpartnerschaft, die Neuausrichtung der Erneuerbaren-Förderung oder die jüngst beschlossenen Vereinfachungen bei Anlagengenehmigungen“, so Redl. Dennoch bleibt noch einiges zu tun. Wichtig ist aus Sicht Redls „die Einführung einer Sachbezugspauschale für Privatfahrten mit Montagefahrzeugen im Handwerk, die Übernahme der Kosten durch die ÖGK für Arbeitsverbote bei Schwangeren und die Ermöglichung einer freiwilligen 4-Tage-Woche in der Lehrlingsausbildung.“ Weiters plädiert er für den stärkeren Einsatz von Sachverständigenbestätigungen für schnellere Anlagengenehmigungen und den Entfall eines verpflichtenden Abfallwirtschaftskonzepts. „Das könnte Bürokratie verringern und Betriebe und Mitarbeiter spürbar entlasten“, so Redl.
Das jetzt von der Bundesregierung kräftige Impulse für die Konjunkturlokomotive Bau gesetzt werden, begrüßt der Gewerbeobmann ausdrücklich. „Wenn die Regierung im nächsten Jahr 500 Millionen Euro für die thermische Sanierung und den Heizungstausch zur Verfügung stellt, dann kann man von einer echten Impulsförderung sprechen“, so Redl. Profitieren sollte davon der Bausektor im weitesten Sinn, also vom Gartenbauer über den Fliesenleger bis zum Dachdecker. Und dort ist es auch dringend nötig, denn in den investitionsgüternahen Branchen – dazu gehören u.a. Bau- und Baunebengewerbe, Metalltechnik, Tischler, Holzbauer, Installateurgewerbe – lassen die Auftragsbestände schon lange zu wünschen übrig. Laut Konjunkturbeobachtung können aktuell 46 Prozent der Betriebe sofort zusätzliche Aufträge übernehmen, 39 Prozent in drei Monaten.