Spartenobleute fordern bei Industriestrategie mehr Tempo ein
Erst 14 von 117 Maßnahmen sind bei der Industriestrategie umgesetzt, der Fokus muss auf Energie, Forschung und Fachkräfte gelegt werden.
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Mit der Industriestrategie Österreich 2035 hat die Bundesregierung Anfang dieses Jahres die Stärkung der Industrie erstmals in der Zweiten Republik in einem Regierungsprogramm verankert. Ein wichtiges Signal, darin waren sich die Spitzenvertreter der Sparte Industrie der Wirtschaftskammern Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg, Steiermark, Salzburg und Kärnten bei ihrem Kooperationstreffen in Innsbruck einig. Bei der Umsetzung der Strategie fordern sie jedoch deutlich mehr Tempo ein. Denn die Zwischenbilanz fällt ernüchternd aus: Mit Stand 31. Juli 2026 waren erst 14 der geplanten 117 Maßnahmen umgesetzt.
Gleichzeitig gehen in Österreichs Industrie aktuell rund 10.000 Arbeitsplätze pro Jahr verloren. „Verlorene Arbeitsplätze kommen meist nicht wieder und Firmen verlagern ins Ausland, wenn Österreich zu teuer ist“, warnt Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie in der WKO Oberösterreich.
Energie, Forschung, Fachkräfte
Am dringendsten sind aus Sicht der Industrievertreter Fortschritte bei den Energiekosten und die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren im Energiesektor. Die Adaptierung der Forschungsprämie darf nicht zu einer weiteren Einschränkung dieser wichtigen Förderung führen. Der niederschwellige Zugang muss erhalten bleiben. Um den Fachkräftebedarf zu sichern, braucht es zudem eine Stärkung der Lehre und eine bessere Nutzung der Rot-Weiß-Rot-Karte.
Eine Investition, die sich rechnet
Einig sind sich die Spartenvertreter auch darin, dass das Maßnahmenpaket den Staatshaushalt trotz knapper Mittel unterm Strich nicht belastet, wenn es gelingt, die Abwärtsspirale zu stoppen. Im Gegenteil: Eine wettbewerbsfähigere Industrie spielt die Kosten über Steuern und Abgaben mehr als nur wieder ein. „Somit würde eine Win-win-Situation entstehen, die uns allen guttut. Die Industriestrategie ist der richtige Weg, aber das Tempo, mit dem er gegangen wird, muss massiv gesteigert werden“, so Frommwald.
Im Titelbild v. l.: Michael Velmeden (Obmann der Sparte Industrie in der WKO Kärnten), Markus Comploj (Obmann der Sparte Industrie in der WKO Vorarlberg), Karlheinz Wex (Obmann der Sparte Industrie in der WKO Tirol), Erich Frommwald (Obmann der Sparte Industrie in der WKO Oberösterreich) und Anita Wautischer (Geschäftsführerin der Sparte Industrie in der WKO Salzburg).