Zum Inhalt springen
Industrietag 2026
© cityfoto

Experten machen zu KI deutlich: Je eher man einsteigt, desto besser

Dass es keine Frage mehr ist, ob die KI in den heimischen Unternehmen Einzug hält, sondern wie schnell man auf den Zug aufspringen soll, das wurde am Industrietag 2026 der Sparte Industrie der WKOÖ im Linzer Design-Center sehr deutlich. Keynote-Speaker Daniel Naeff vom AI-Center der ETH Zürich brachte es mit einem Satz auf den Punkt: „Es gibt zwei Zukunftsvarianten: Erstens Sie mit KI. Zweitens ohne KI und ohne Sie.“ 

Lesedauer: 4 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 27.05.2026

Sehr gut besucht war das Linzer Design-Center beim Industrietag 2026. Schnell wurde klar: Das Interesse am Thema ist riesig, der Wissenstand sehr unterschiedlich und die Erwartungshaltung muss definiert werden. „KI ist nicht die einzige Antwort zur Verbesserung der Wettbewerbsfähifgkeit, aber eine der Antworten“, startete Spartenobmann Erich Frommwald.

WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer betonte, dass man sich für Oberösterreich von der KI Vorteile bei der Standortattraktivität erwarte. „Wir erwarten uns viel von der KI als Unterstützung und wollen alle Chancen nutzen, die uns auf einem Silbertablett serviert werden“, so Hummer. Die Bildungs-Infrastruktur sei mit zahlreichen Einrichtungen vorhanden. „Aber wie bekommen wir Simulation, Robotik und KI in unsere Industriebetriebe?“ Damit warf Hummer die entscheidende Frage auf und gab mit auf den Weg, dass die Wirtschaftskammer Oberösterreich ihren Unternehmen auf diesem wichtigen Weg bestmöglich zur Seite stehen werde.

„Gerade im Bankenbereich gibt es viele Tätigkeiten, die mit KI verbessert und beschleunigt werden können, die Bankenlandschaft wird sich drastisch verändern, die Sicherheit ist bei uns eine der größten Herausforderungen“, ist Christian Wiesbauer, Landesdirektor der UniCredit Bank Austria in Oberösterreich und Sponsor der Veranstaltung, überzeugt. „Die KI ist Teil der Arbeit, nicht nur Werkzeug und kann zu einem wesentlichen Wettbewerbsvorteil werden“, so Energie-AG-Chef und ebenfalls Mitveranstalter Leonhard Schitter.

KI gehört die Zukunft nicht alleine

Mit Keynote-Speaker Daniel Naeff vom AI Center der ETH Zürich, hatte man sich einen hochrangigen Experten ins Haus geholt. Und der ließ keinen Zweifel daran, dass der KI die Zukunft gehört. Allerdings nicht ganz alleine. Es sei durch viele Entwicklungen historisch belegbar, dass Menschen Neuerungen gegenüber skeptisch seien und gerne ausharren. Dies sei sicher nicht das richtige Rezept, gerade angesichts einer so rasch fortschreitenden Entwicklung.

Naeff setzte Linz in eine Reihe mit London, San Francisco, München, Amsterdam, Singapur und Paris, allesamt seien Standorte des französischen AI-Software-Hauses Mistral, was den Standort sehr aufwerte. Die Unternehmen seien jetzt gefordert, ihren Mitarbeitern KI anzubieten und ihren Bedarf zu sondieren. Es sei nicht die Frage, ob die KI den Arbeitsplatz oder die Kunden wegnehme. Unternehmen oder Menschen, die KI nutzen, würden künftig die Gewinner sein, so Naeff.

Dass die KI kontrolliert werden müsse, stehe dabei ebenso außer Frage. Es fehle bei aller programmierter Intelligenz der menschliche Aspekt. „Die Ethik und auch der Bereich der Sicherheit sind noch immer auf menschliche Zuarbeit angewiesen“, so Naeff. „All diese Bereiche werden künftig zunehmend wichtig, das Bildungssystem steht auf dem Scheideweg.Deutlich wurde, dass künftig Kreativität und handwerkliches Talent gefragt seien, wohingegen einige Berufe wie Programmierer und Software-Entwickler vermutlich leicht ersetzbar sein werden. Diese müssten ihre Aufgabenfelder neu definieren. „Wenn wir die Zukunft aktiv bauen, dann können wir KI-Anwendungen nicht nur sicherer und transparenter gestalten, sondern wir haben auch Alternativen in konventionellen, klassischen Modellen.

Publikum in Talkformat mit einbezogen

Im Talkformat „Der Maschinenraum“ konnte Moderator Nahed Hatahet neben Ariane Herzog, Vorstand der Salinen Austria AG, auch Unternehmer Albert Ortig von NXAI und Netural, Universitätsprofessor Daniel Varro von der Donauuniversität Krems und nochmals Daniel Naeff begrüßen. In dem Gespräch wurden unterschiedliche Perspektiven auf den Einsatz von KI zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in der Produktion eingebraucht, auch das Publikum konnte sich mittels Umfragen, die per Handy und über QR-Codes abgerufen werden konnten, in den Talk einbringen.

Fazit: Das Interesse an der KI sei riesig, der Einsatz müsse strukturiert angegangen werden. Dass es dabei viele Dinge zu beachten gebe, die auf den ersten Blick nicht bedacht werden, machte beispielsweise Daniel Varro deutlich, der darauf verwies, dass auch bei Fehlentscheidungen der KI natürlich das jeweilige Unternehmen rechtlich in der Pflicht stehe. Ariane Herzog stellte trotz KI den Menschen in den Mittelpunkt. Nach einer abschließenden Fragerunde an die Gäste des Industrietags wurde deutlich, dass KI wohl auch künftig Chefsache sein müsse. Allerdings unter dem Aspekt, dass die Unternehmer sich der Entwicklung keineswegs verschließen dürfen und ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben sollten, mit KI zu wachsen. Ganz besonders wichtig sei in diesem Bereich auch künftig der Austausch untereinander, um die Erfahrungswerte in die Entwicklung einzubringen.

Zu den Bildern vom Industrietag 2026

Beim Industrietag 2026
© cityfoto Beim Industrietag v. l.: Wiesbauer, Naeff, Hummer, Frommwald und Alexander Marchner von der Energie AG.