Lehre und Leistungssport möglich
Eine erfolgreiche Sportkarriere und eine fundierte Berufsausbildung müssen kein Widerspruch sein. Mit dem Modell „Lehre & Leistungssport“ zeigt Oberösterreich für talentierte Nachwuchsathleten eine weitere attraktive Perspektive nach der neunten Schulstufe auf.
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Neben dem BORG für Leistungssport Linz und der Handelsschule für Leistungssport Linz steht in Oberösterreich ein dritter Weg offen: die Kombination aus dualer Berufsausbildung und konsequenter sportlicher Entwicklung auf Leistungs- und Spitzensportniveau. Um Training, Wettkämpfe und Ausbildung optimal miteinander zu vereinbaren, sind flexible Arbeitszeitmodelle sowie bei Bedarf eine um bis zu 18 Monate verlängerte Lehrzeit vorgesehen.
Die individuelle Abstimmung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Lehrbetrieb, Talentezentrum OÖ, Trainerteam, Sportlern, Lehrlingsstelle der WKOÖ und der Bildungsdirektion OÖ, die über die Möglichkeiten der flexiblen Gestaltung der Berufsschulzeit berät. Jugendliche können aus über 200 Lehrberufen entsprechend ihren Interessen und Talenten wählen und Training, Wettkämpfe und Ausbildung optimal verbinden.
Echte Win-win-Situation
„Die Verbindung von Lehre und Leistungssport schafft eine echte Win-win-Situation. Junge Sportler erhalten eine hochwertige Ausbildung und eine berufliche Perspektive. Gleichzeitig gewinnen Unternehmen motivierte, disziplinierte und leistungsorientierte Lehrlinge, die Botschafter nach außen sind und wichtige Eigenschaften aus dem Spitzensport in den Berufsalltag einbringen, unterstützen junge Talente und positionieren sich als moderne, gesellschaftlich engagierte Arbeitgeber“, sagt WKOÖ-Vizepräsident Leo Jindrak (v. r. im Bild mit Björn Neebe, Hammerwerfer und Lehrling in der Konditorei Jindrak, Wirtschafts- und Sportlandesrat Markus Achleitner und Lukas Weißhaidinger).
„Wer täglich Höchstleistungen im Sport erbringt, soll nicht zwischen sportlicher Karriere und beruflicher Zukunft wählen müssen, wir ermöglichen beides. Uns ist aber bewusst, dass es sich dabei nicht um ein Masse, sondern eher um ein Nischenangebot handelt“, so Wirtschafts- und Sportlandesrat Markus Achleitner.
Oberösterreichisches Vorbild
Zu den bekanntesten Vorbildern für die Verbindung von Lehre und Spitzensport zählt Lukas Weißhaidinger. Der oö. Diskuswerfer schloss eine Lehre zum Maschinenbaukonstrukteur erfolgreich ab. Trotz der Doppelbelastung meisterte er Ausbildung und Sportkarriere mit großer Disziplin. Mit Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zeigt er eindrucksvoll, dass eine fundierte Lehrausbildung ein starkes Fundament für außergewöhnliche Leistungen, im Beruf ebenso wie im Spitzensport, sein kann.
Von Bewerbung bis Lehrstelle
Das Angebot richtet sich ausschließlich an junge Sportler mit realistischem Potenzial für den Spitzensport, die aus über 200 Lehrberufen entsprechend ihren Interessen und Talenten wählen können. Vor der Aufnahme in das Programm absolvieren die Kandidaten eine sportliche und berufliche Eignungsprüfung. Nach der Erstellung eines individuellen Jahresplans unterstützen WKOÖ und Sportland OÖ bei der Suche nach geeigneten Lehrbetrieben und bei der Vereinbarkeit von Lehre und Leistungssport. Eine jährliche Evaluierung stellt sicher, dass sowohl die sportliche Entwicklung als auch der Ausbildungsfortschritt erfolgreich verlaufen.