Lehrstellen über LNK-Senkung sichern und den Firmen die Förderbürokratie ersparen
WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer: Doppelbudget bringt zwar Entwarnung für Lehrbetriebe, aber treffsichere Entlastung muss nächster Schritt sein
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Die Sicherung der Finanzierung der betrieblichen Lehrlingsausbildung im Doppelbudget der Regierung, die von der Wirtschaft massiv eingefordert wurde, ist ein wichtiges Signal für die heimische Wirtschaft. Dass das Budget für die Lehrstellenförderung auch in den Jahren 2027 und 2028 aufrechterhalten wird, schafft Planungssicherheit für tausende Ausbildungsbetriebe. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Debatte, dass das bestehende Fördersystem an seine Grenzen stößt und reformiert werden sollte.
„Die Lehrlingsausbildung ist eine Investition in die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts. Betriebe übernehmen dabei eine zentrale gesellschaftliche Verantwortung, indem sie Fachkräfte ausbilden und jungen Menschen Perspektiven bieten. Dafür brauchen sie verlässliche und unbürokratische Rahmenbedingungen“, erklärt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. „Jeder erfolgreich ausgebildete Lehrling ist darüber hinaus ein Beitrag zur Fachkräftesicherung und reduziert den Bedarf an kostenintensiven arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.“
Jeder erfolgreich ausgebildete Lehrling ist ein Beitrag zur Fachkräftesicherung und reduziert den Bedarf an kostenintensiven arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

Doris Hummer
WKOÖ-Präsidentin
Die angekündigten Anpassungen bei den Förderungen verdeutlichen nach Ansicht der Wirtschaft, dass das derzeitige System zunehmend komplex und verwaltungsintensiv geworden ist. Viele Unternehmen wünschen sich eine einfachere und nachhaltigere Lösung. „Daher schlage ich vor: Die Bundesregierung soll die bestehende Basisförderung für Lehrlinge in einem nächsten Schritt gegen eine direkte Senkung der Lohnnebenkosten tauschen. Das würde die Ausbildungsbetriebe unmittelbar und transparent entlasten, ohne zusätzliche Anträge, Nachweise oder bürokratische Hürden“, so die WKOÖ-Präsidentin.
Der Vorstoß der Wirtschaftskammer Oberösterreich im Detail: Der Staat übernimmt den gesamten Dienstgeber-Beitrag zur Pensionsversicherung in Höhe von 12,55 Prozent der Bemessungsgrundlage. Damit bleibt – wie beim PV-Bonus für Ältere – die Bemessungsgrundlage unverändert. Kein Lehrling hat dadurch einen Nachteil bei seiner künftigen Pension. Die Entlastung für die Betriebe beträgt rund 175 Millionen Euro jährlich. Im Gegenzug könnte die Bundesregierung die derzeitige Basisförderung in Höhe von aktuell etwa 200 Millionen Euro streichen und hätte so selbst pro Jahr rund 25 Millionen Euro mehr im Budget. Die Betriebe könnten dadurch ihre Ausbildungskosten besser kalkulieren und hätten mehr finanziellen Spielraum, um in die Qualität der Ausbildung und die Fachkräfte von morgen zu investieren. Doris Hummer: „Wer ausbildet, stärkt den Wirtschaftsstandort, sichert Fachkräfte und schafft Chancen für die nächste Generation. Deshalb muss jede Unterstützung dort ankommen, wo sie wirkt – direkt in den Betrieben. Unser Vorschlag wäre ein einfacher, fairer und zukunftsorientierter Weg, um die duale Ausbildung langfristig zu stärken und die Leistung der Ausbildungsbetriebe angemessen anzuerkennen.“