Mexiko – interessanter Hub mit viel Potenzial
Das erweiterte EU-Freihandelsabkommen und die engen Verflechtungen mit den USA machen Mexiko attraktiv für langfristige Engagements.
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Nella Hengstler, Wirtschaftsdelegierte in Mexiko-Stadt, analysiert den Status quo und zeigt auf, warum jetzt ein idealer Zeitpunkt ist, um seinen Fokus auf das Land zu richten.
Das kürzlich modernisierte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mexiko schafft deutlich verbesserte Rahmenbedingungen für europäische Unternehmen und macht einen Markteintritt jetzt besonders attraktiv. Für heimische Firmen eröffnet sich die Chance, ihre Position in einem der dynamischsten Industriestandorte außerhalb Europas auszubauen.
Mexiko ist bereits heute unser wichtigster Exportmarkt in Lateinamerika und global der viertwichtigste Überseemarkt. Diese Bedeutung dürfte durch das verbesserte EU-Abkommen, das verbleibende Zölle weitgehend abbaut, den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen erleichtert und regulatorische Hürden reduziert, weiter steigen. Besonders relevant ist Mexiko als Brücke zum Nordamerika-Markt. Über das USMCA ist das Land eng in die Wertschöpfungsketten der USA und Kanadas integriert. Rund 80 Prozent der Exporte gehen in die Vereinigten Staaten, während etwa die Hälfte der Importe von dort stammt. Mexiko ist mittlerweile der wichtigste US-Handelspartner und hat China verdrängt.
Damit fungiert Mexiko als strategischer Produktionsstandort für Nordamerika. Wettbewerbsfähige Kosten und eine breite industrielle Basis haben das Land zur „Werkbank“ der USA gemacht. Für europäische Unternehmen bedeutet dies nicht nur Zugang zum lokalen Markt, sondern auch die direkte Einbindung in nordamerikanische Lieferketten. Das modernisierte EU-Abkommen verstärkt diese Attraktivität zusätzlich, indem es den Marktzugang verbessert, Investitionen erleichtert und mehr Rechtssicherheit schafft. Mexiko wird damit zu einem noch interessanteren Hub für Produktion und Export.
Die industrielle Basis ist breit. Produziert werden vor allem Fahrzeuge und Fahrzeugteile, elektrotechnische Erzeugnisse, Medizintechnik, Haushaltsgeräte, Konsumgüter sowie pharmazeutische und Agrarprodukte. Leitbranche ist die Automobilindustrie, die rund 80 Prozent ihrer Produktion in die USA exportiert. Mexiko ist der siebtgrößte Automobilproduzent weltweit.
Heimische Unternehmen sind bereits gut vertreten und liefern Maschinen, Komponenten und Technologien. Die Exporte nach Mexiko erreichten 2025 rund 1,8 Mrd. Euro, Rund 100 österreichische Firmen haben bereits in Mexiko investiert und bedienen von ihren Niederlassungen vor Ort aus sowohl den lokalen als auch den US-Markt. Zusätzliche Chancen ergeben sich im öffentlichen Sektor, insbesondere bei Infrastruktur sowie Wasser- und Umwelttechnik. Das neue Abkommen erleichtert hier den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen.
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