Zum Inhalt springen
Fitnessbetriebe
© WKOÖ

Mehr Kraft fürs Leben: Wie Fitness in OÖ an Bedeutung gewinnt

Die WKOÖ-Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe setzt auf Qualität, Ausbildung und rechtssichere Standards in der Fitnessbranche

Lesedauer: 4 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 17.06.2026

Wer heute ein Fitnessstudio besucht, erwartet mehr als Geräte. Es geht um Kraft, Mobilität, Rücken, Stressabbau und Longevity – also darum, wie Menschen länger gesund bleiben. Am oö. Fitnesstag rückt die WKOÖ-Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe deshalb eine Branche in den Blick, die wirtschaftlich wächst und gesundheitspolitisch relevant ist.
 
„Unsere Fachgruppe ist die Klammer für mehr als 30 Berufe – von Fremdenführern und Campingbetrieben bis zu Fitnessstudios. Was sie alle eint, ist der Anspruch, Freizeit professionell, sicher und qualitätsvoll zu gestalten“, sagt Fachgruppenobfrau Petra Riffert. Die Professionalisierung sei dabei kein leeres Versprechen: „Sie beginnt bei Ausbildung und Qualifikation. Bei den Fitnessbetrieben zeigt sie sich in Beratung, Trainingsplanung und laufender Weiterbildung.“
 
Fitnessbranche wächst durch Longevity-Trend
Die Fitnessbranche setzt verstärkt auf Qualität. In Oberösterreich zählt die Fachgruppe aktuell 240 Fitnessstudios und 460 Fitnesstrainer. Österreichweit zeigt die Entwicklung nach oben: Von 2024 auf letztes Jahr stieg die Anzahl der Fitnessbetriebe sowie deren Mitglieder um rund vier Prozent auf bereits 1.407 Anlagen mit rund 1,35 Millionen Mitgliedern. Das entspricht 14,6 Prozent der Bevölkerung, die regelmäßig in Fitness- und Gesundheitsanlagen trainieren.
 
„Das ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein stabiles Wachstum“, sagt Christian Sittenthaler, Sprecher der oö. Fitnessbetriebe. Diese Entwicklung wird vor allem durch den internationalen Longevity-Trend befeuert. Longevity steht für das Ziel, nicht nur länger zu leben, sondern vor allem die gesunden Lebensjahre zu verlängern und die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten. Genau hier kommt den Muskeln als zentrales Longevity-Organ eine entscheidende Bedeutung zu. Internationale Meta-Analysen belegen, dass regelmäßiges Krafttraining das Risiko für eine frühzeitige Sterblichkeit senken sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Stürze und altersbedingten Muskelabbau deutlich reduzieren kann. Besonders Frauen profitieren über die gesamte Lebensspanne hinweg nachweislich von regelmäßigem Muskeltraining. „Die Menschen wollen länger mobil, kräftig und selbstständig bleiben“, sagt Sittenthaler, der im professionell begleiteten Muskel- und Gesundheitstraining eine enorme Chance sieht. Darin liegen jene Lösungen, die Gesellschaft und Gesundheitssystem angesichts des demografischen Wandels benötigen. „Die Stimmung in der Branche ist folglich positiv, aber auch herausfordernd: Wachstum bedeutet, stärker in Qualität, Betreuung und rechtssichere Abläufe zu investieren. 
 
Fitnessbetriebe stärken die Gesundheit 
Bewegung ist heutzutage mehr denn je ein wichtiger Bestandteil unserer Freizeitgestaltung. Darüber etablieren sich Fitnessstudios zunehmend als Orte für Prävention und Rehabilitation. Denn Muskeltraining verbessert Kraft, Mobilität und Stoffwechsel, hilft beim Umgang mit Belastungen und kann die Selbstständigkeit bis ins Alter sichern. Regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining kann somit Gesundheitskosten senken, Pflegebedürftigkeit hinauszögern und die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig verbessern. Damit rückt die Fitnesswirtschaft an eine wichtige Schnittstelle – zwischen Freizeit, Betrieben, Arbeitsfähigkeit und öffentlicher Gesundheit. „Regelmäßiges Kraft- und Gesundheitstraining ist ein wichtiger gesundheitsökonomischer Beitrag“, sagt Gerald Pruckner, Dekan der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Johannes-Kepler-Universität Linz. „Jeder Mensch, der länger mobil bleibt, seine Arbeits- und Leistungsfähigkeit erhält und Erkrankungen vorbeugt, entlastet am Ende nicht nur sich selbst, sondern auch das Gesundheits- und Sozialsystem.“
 
move up motiviert Lehrlinge
Das Lehrlingsprojekt move up ist Fachgruppengeschäftsführer Robert Steiner ein besonderes Anliegen. Nach dem Pilotstart im letzten Jahr in Ried, Grieskirchen und Eferding wird es nun in ganz Oberösterreich ausgerollt. Fitnessbetriebe bieten Lehrlingen vergünstigte Konditionen, Betriebe können einen 50-Euro-Gutschein pro Lehrling einsetzen. „Move up ist für mich ein Herzensprojekt, weil es dort ansetzt, wo Gesundheit entstehen muss: im Alltag junger Menschen“, sagt Steiner. „Lehrlinge profitieren von Bewegung, Anleitung und mentaler Stärke. Unternehmen profitieren von fitteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem stärkeren Betriebsklima.“ Mehr Infos gibt es unter www.moveup-ooe.at.
 
Zugleich unterstützt die Fachgruppe ihre Mitgliedsbetriebe bei konkreten Rechtsfragen. „Der Fachverband hat Mustervorlagen für Allgemeine Geschäftsbedingungen für Fitness-Studios erarbeitet“, erklärt Steiner. „AGB müssen mit der Rechtsordnung und der aktuellen Rechtsprechung im Einklang stehen. Sie sind kein Formalismus, sondern sauberes Arbeiten.“ 
 
Bedeutsame Rolle
Der OÖ Fitnesstag zeigt somit mehr als nur aktuelle Branchentrends. Er präsentiert eine Freizeitwirtschaft, die Verantwortung übernimmt – für Ausbildung, Qualität, Rechtssicherheit und Gesundheit. Obfrau Riffert betont den Beitrag der Freizeitwirtschaft zu einem starken Oberösterreich: „Professionalisierung bedeutet, dass unsere Betriebe ihre Rolle ernst nehmen. Sie schaffen Erlebnisse, Wissen, Bewegung und Begegnung.“

Fitnessbetriebe
© WKOÖ V. l.: WKOÖ-Geschäftsführer Robert Steiner, Fachgruppenobfrau Petra Riffert, Branchensprecher Christian Sittenthaler und JKU-Dekan Gerald Pruckner.