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Jahrestagung Transporteure
© cityfoto

„Kostenlawine gefährdet Wettbewerbsfähigkeit und Versorgung“

Oö. Transporteure schlagen Alarm: Fachgruppenobmann Günther Reder fordert nachhaltige Entlastung statt immer neuer Belastungen

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 04.10.2026

Explodierende Treibstoffkosten, steigende Mauten, hohe Personal- und Fahrzeugkosten sowie zusätzliche regulatorische Belastungen setzen die oberösterreichischen Transportunternehmen zunehmend unter Druck. Anlässlich der Jahrestagung der oö. Transporteure warnte Günther Reder, WKOÖ-Fachgruppenobmann der heimischen Transporteure, vor den Folgen für Betriebe, Wirtschaftsstandort und Konsumenten: „Unsere Unternehmen können diese Kostensteigerungen nicht einfach schlucken. Wenn Transporte kontinuierlich verteuert werden, schlägt sich das zwangsläufig in den Preisen für Waren und Dienstleistungen und damit in einer steigenden Inflation nieder.“ 
 
Treibstoff: mehr als 20.000 Euro Mehrkosten pro Lkw                                                Besonders dramatisch ist für Reder die Entwicklung beim Diesel. Seit Jahresbeginn ist der Dieselpreis um rund 60 Cent je Liter gestiegen. Für einen Lkw mit einer Jahresfahrleistung von rund 120.000 Kilometern bedeutet das Mehrkosten von über 20.000 Euro pro Jahr. „Hier geht es nicht um ein paar Euro mehr für eine Tankfüllung. Unsere Betriebe benötigen zehntausende Liter Kraftstoff. Diese Mehrkosten können von den Transportunternehmen nicht subventioniert werden“, stellt Reder klar. 
 
Kurzfristige Spritpreisbremse reicht nicht                                                                    Die für Oktober und November fixierte Entlastung bei den Spritpreisen begrüßt Reder ausdrücklich. Kurzfristige Maßnahmen allein schaffen jedoch keine ausreichende Planungssicherheit für Unternehmen. Die Branche fordert daher strukturelle und langfristige Lösungen. Dazu gehören insbesondere eine befristete Aussetzung des CO₂-Preises auf gewerblich genutzten Diesel sowie eine dauerhafte Reduktion der Mineralölsteuer für Gewerbediesel auf das europarechtlich zulässige Mindestniveau. „Andere europäische Staaten zeigen, dass gezielte, längerfristige Entlastungen des gewerblichen Verkehrs möglich sind. Österreich muss darauf achten, dass unsere heimischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb nicht weiter ins Hintertreffen geraten“, fordert Reder. 
 
Sorge vor dem nächsten Kostenschub                                                                               
Besonders kritisch sieht die Branche auch neue gesetzliche Vorgaben, die künftig weitere Preissteigerungen auslösen könnten. Der vorliegende Entwurf zum „Erneuerbare-Energien-Gesetz Verkehr“ sieht ab 2027 Vorgaben für die Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare Energie im Verkehrssektor vor. Damit drohen weitere erhebliche Kostensteigerungen bei Kraftstoffen. „Es ist widersprüchlich, wenn wir heute mit einer Spritpreisbremse versuchen, die Folgen explodierender Treibstoffpreise abzufedern, während gleichzeitig gesetzliche Vorgaben vorbereitet werden, die den nächsten Kostenschub auslösen“, warnt Reder. Hohe Transportkosten sind keineswegs nur ein Problem der Frächter, betont der Fachgruppenobmann: „Transportkosten stecken in nahezu jedem Produkt. Wenn der Transport teurer wird, werden Lebensmittel, Baustoffe, Maschinen und Konsumgüter teurer. Wer die Inflation bekämpfen will, darf daher nicht gleichzeitig den Gütertransport weiter verteuern.“ 
 
Einen weiteren massiven Kostenfaktor stellt auch die Lkw-Maut dar. Für 2025 weist die ASFINAG Mauteinnahmen von mehr als 2,7 Milliarden Euro aus, davon rund 1,8 Milliarden Euro aus dem Lkw-Verkehr. Gleichzeitig ist die Fahrleistung des heimischen Schwerverkehrs sogar rückläufig. Die Verkehrswirtschaft fordert maßvolle, kalkulierbare Mauttarife sowie eine Zweckbindung der staatlichen Mauteinnahmen. 
 
Entlastungsagenda für den Straßengüterverkehr                                                         Reder fordert gerade jetzt einen grundsätzlichen Kurswechsel: „Unsere Unternehmen brauchen keine neuen Belastungsideen, sondern eine Entlastungsagenda für den heimischen Straßengüterverkehr.“ Neben der Entlastung bei Diesel und Maut gehören dazu Anreize und Förderungen für die Transformation in Richtung alternativer Antriebe, weniger Fahrverbote, eine verlässlich nutzbare Infrastruktur, schnellere Genehmigungsverfahren, praxistaugliche Regelungen gegen den Fahrermangel und den Lkw-Führerschein ab 17 Jahren als Chance, junge Menschen früher für den Beruf zu gewinnen.

Jahrestagung Transporteure
© cityfoto V. l.: Spartengeschäftsführer Christian Strasser, Fachgruppenobmann Günther Reder und Fachgruppenobmann-Stv. Hubert Schlager bei der Jahrestagung der oö. Transporteure 2026.