Schwieriges Umfeld, mittelfristig gute Chancen
Saudi-Arabien im Außenhandelsfokus
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Iran-Krieg, die Sperre der Straße von Hormus, die kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Huthi-Miliz im Jemen und die Probleme Saudi-Arabiens, ihr wichtigstes Exportgut zu den Abnehmern zu bringen, drücken auf die Lage. Christoph Pfeifer, Wirtschaftsdelegierter in Riyadh, erklärt, warum man das Land dennoch im Fokus behalten sollte.
Themen wie Umwelttechnologie, Wasser- und Abwassermanagement sowie Entsalzung sind weiter Geschäftsfelder mit positiven Aussichten für heimische Unternehmen.

Christoph Pfeifer
Wirtschaftsdelegierter in Riyadh
2026 hat zweifelsfrei für Saudi-Arabien und die gesamte Region unvorhergesehen Herausforderungen bereitgehalten. Dennoch freut es mich, dass wir Anfang Oktober eine sehr erfolgreiche Wirtschaftsmission Wasser umsetzen konnten. Themen wie Umwelttechnologie, Wasser- und Abwassermanagement sowie Entsalzung sind weiter Geschäftsfelder mit positiven Aussichten für heimische Unternehmen.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, wie wichtig es für Saudi-Arabien ist, die Ölexporte trotz schwierigem Umfeld fortzuführen sowie alternative Transportwege weiter auszubauen und diese abzusichern. Zusätzlich dazu ergeben sich in den Bereichen Katastrophenschutz und Sicherheit für zivile Infrastruktur Geschäftschancen. Außerdem offenbart es die Dringlichkeit, langfristig den Ausbau alternativer Energieträger rasch voranzutreiben. Ein 2021 in Kraft getretenes Bergbaugesetz soll helfen, den Nicht-Öl-Bereich auch für private Investoren attraktiv zu machen. Die saudischen Erz- und Mineralvorkommen werden auf 1.300 Mrd. Dollar geschätzt. 2023 hat Saudi-Arabien zum ersten Mal das „Future Minerals Forum“ (FMF) abgehalten, seit 2024 sind auch österreichische Unternehmen stark präsent. Der halbstaatliche Bergbaukonzern Ma’aden, mit 41,83 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung derzeit der zehntgrößte weltweit, hat 2023 eine 9,9-prozentige Beteiligung und 50/50-Partnerschaft mit dem US-Explorationsunternehmen Ivanhoe Electric bekannt gegeben. Ein Joint Venture soll den Rohstoffabbau für Export und E-Fahrzeugbau (Kupfer, Nickel, Gold, Silber) vorantreiben.
Mittel- und langfristig bietet Saudi-Arabien daher weiter große Geschäftschancen. Riyadh ist 2030 Gastgeber für die EXPO und 2034 soll die Fußball-WM in Saudi-Arabien stattfinden. Bei der Vision 2030 wurde bereits 2025 Zwischenbilanz gezogen, einige Adaptionen vorgenommen und Mitte April 2026 präsentierte der saudische Staatsfonds „Public Investment Fund“ (PIF) einen aktualisierten Fahrplan für sein Investitionsprogramm bis 2030. Die Unterstützung der Wirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil des Plans, ein besonderes Augenmerk werden auf sechs lokale „Ökosysteme“ gelegt: Tourismus, Reisen und Unterhaltung; Stadtentwicklung und Lebensqualität; fortschrittliche Fertigung und Innovation; Industrie und Logistik; saubere Energie, Wasser und Infrastruktur für erneuerbare Energien; Neom (eine futuristische Stadt im Nordwesten des Landes).
OÖ Exporttag 2026