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Tax Freedom Day: JW OÖ fordert Entlastung

Seit Jahren keine echte Trendwende bei Steuer- und Abgabenlast – Junge Wirtschaft fordert spürbares Entlasten und mehr Freiräume

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 13.08.2026

Am 16. August ist es heuer so weit. Österreich erreicht den Tax Freedom Day. Rein rechnerisch arbeiten Steuerzahler bis zu diesem Tag für Steuern und Abgaben, erst danach fließt das erwirtschaftete Einkommen in die eigene Tasche. Für die Junge Wirtschaft Oberösterreich zeigt der diesjährige Tax Freedom Day einmal mehr ein strukturelles Problem auf. Österreich gelingt es seit Jahren nicht, die hohe Steuer- und Abgabenbelastung spürbar zu senken.
 
„Es kann nicht unser Anspruch sein, jedes Jahr darüber zu diskutieren, ob wir einen oder zwei Tage früher für die eigene Tasche arbeiten. Wir brauchen eine echte Trendwende. Wer arbeitet, unternehmerisches Risiko trägt, Arbeitsplätze schafft und Verantwortung übernimmt, muss wieder mehr von seiner Leistung haben“, fordert Florian Baumgartner, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft OÖ. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt den Handlungsbedarf. Während der Tax Freedom Day in den 1970er-Jahren noch Anfang Juli lag, fällt er 2026 auf den 16. August. Seit 2008 wurde er in Österreich durchgehend erst im August erreicht. Auch im internationalen Vergleich ist die Belastung hoch. Österreich liegt mit einer Belastung des Faktors Arbeit von 47,1 Prozent deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 35,1 Prozent.

Unsere jungen Unternehmerinnen und Unternehmer wollen investieren, wachsen und Beschäftigung schaffen. Dafür brauchen sie Rahmenbedingungen, die Leistung ermöglichen und unternehmerischen Spielraum schaffen.

Weniger Belastung, mehr unternehmerischer Spielraum
Die Junge Wirtschaft OÖ ist Netzwerk und Interessenvertretung für rund 30.000 junge Selbständige, Gründer, Start-ups und Nachfolger in OÖ. Für sie geht es beim Tax Freedom Day um mehr als einen symbolischen Tag im Kalender. Hohe Steuern, Abgaben und zusätzliche betriebliche Kosten schränken gerade junge und wachsende Unternehmen in ihrem Handlungsspielraum ein — dort, wo Investitionen, Innovationen und neue Arbeitsplätze entstehen sollen.
 
„Unsere jungen Unternehmerinnen und Unternehmer wollen investieren, wachsen und Beschäftigung schaffen. Dafür brauchen sie Rahmenbedingungen, die Leistung ermöglichen und unternehmerischen Spielraum schaffen. Zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastungen bremsen genau dort, wo wir eigentlich mehr Dynamik brauchen“, so Baumgartner. Die Junge Wirtschaft OÖ drängt daher auf Rahmenbedingungen, die jungen Betrieben mehr Wachstum, Investitionen und Beschäftigung ermöglichen.
 
Fehlzeiten belasten Betriebe 
Die hohe Steuer- und Abgabenlast ist nur ein Teil der finanziellen Belastungen, mit denen junge Betriebe konfrontiert sind. Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht man bei Fehlzeiten und den damit verbundenen Kosten der Entgeltfortzahlung. Gerade für kleine und junge Unternehmen können Ausfälle eine erhebliche finanzielle und organisatorische Belastung darstellen. Fehlzeiten am Arbeitsplatz sind dabei nicht nur ein menschliches, sondern auch ein massives wirtschaftliches Problem. Die Entgeltfortzahlung verursacht bereits mehr als 4,8 Mrd. Euro direkte Kosten für die heimische Wirtschaft. Gleichzeitig fehlt bei Ausfällen die Arbeitskraft im Betrieb, während zusätzliche Aufgaben häufig von den verbleibenden Mitarbeitern aufgefangen werden müssen.
 
„Wenn Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter ausfallen, trifft das kleinere Betriebe mehrfach. Die Kosten laufen weiter, gleichzeitig fehlt die Arbeitskraft und das Team muss zusätzliche Aufgaben übernehmen. In Zeiten hoher Kosten und knapper Ressourcen können wir es uns nicht leisten, diese Belastung allein bei den Unternehmen abzuladen“, unterstreicht JW-Landesvorsitzender Baumgartner. Die JW OÖ fordert eine Entlastung der Betriebe, wenn schwangere Mitarbeiterinnen aufgrund gesetzlicher Beschäftigungsverbote oder -beschränkungen nicht mehr voll eingesetzt werden können. In diesen Fällen soll die ÖGK vorzeitig bzw. aliquot Wochengeld leisten und damit jene Stunden abdecken, die die Mitarbeiterin nicht mehr arbeiten darf. Hier braucht es eine Lösung, die Unternehmen finanziell entlastet, ohne dass werdenden Müttern daraus Nachteile entstehen. 
 
Baumgartner: „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die soziale Absicherung gewährleisten und gleichzeitig junge Betriebe nicht überfordern. Die Last muss fair verteilt sein. Es ist Zeit für Taten.“