Vereinigtes Königreich im Außenhandelsfokus
Innovationsknoten und Finanzplatz mit Zukunft
Lesedauer: 1 Minute
Marktgröße, Innovationskraft und Offenheit für Neues motivieren heimische Unternehmen schon lange zur Marktbearbeitung, auch der Brexit hat daran nichts geändert. Michael Müller (Bild), Wirtschaftsdelegierter in London, zeigt auf, warum man den Fokus auf das Vereinigte Königreich richten soll.
Die Mitte-links-Regierung will vor allem eines. Die Bevölkerung bei den Lebenserhaltungskosten entlasten und mit mehr Investitionen als bisher öffentliche Dienstleistungen verbessern. Viel Geld soll daher in Landesverteidigung, Gesundheitssektor, Infrastruktur, Wohnbau und den Umbau von Stromerzeugung und -netz fließen. Das Land hat dabei mit Herausforderungen wie Energiekosten, Verschuldung und Budgetkonsolidierung zu kämpfen und der Brexit hat viel Kraft gekostet. 10 Jahre nach dem Referedum werden diese Verluste auf 4 bis 6 Prozent des BIP geschätzt. Für Exporteure ist Großbritannien seitdem ein Drittmarkt und es gibt einiges zu beachten, z.B. Zölle, Steuern, Reisen, Aufenthalt und CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (ab 2027). Das Außenwirtschafts
Center London berät bei der Vorbereitung.
Die britische Regierung setzt die Wiederannäherung an die EU fort.

Michael Müller
Wirtschaftsdelegierter in London
Die britische Regierung setzt die Wiederannäherung an die EU fort. Beim nächsten EU-UK-Gipfel sind u.a. Erleichterungen für den Handel mit Waren tierischen und pflanzlichen Ursprungs, Vereinbarungen zum Strommarkt und CO₂-Emissionshandel und Jugendmobilität geplant. Bereits fixiert ist der Wiedereintritt in das ERASMUS-Programm.
Österreichische Unternehmen fahren laufend tolle Erfolge am britischen Markt ein. Aus Oberösterreich konnten zuletzt u.a. TGW, Wiehag und GIG Fassaden, Fronius und Swietelsky ihre Marktpräsenz ausbauen. 2025 stiegen Österreichs Warenexporte um 6,9 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro (Rang 9 der Exportmärkte). Dieser Aufwärtstrend (+15,1 Prozent bis Juni) setzt sich heuer fort. Bei Dienstleistungsexporten liegt das Vereinigte Königreich auf Rang 5.
Chancen liegen zunehmend in den großen Regionalstädten, z.B. Greater Manchester (Digital/Medien, Cybersecurity, Halbleiter, Bau, Wasserstoff), Leeds und Birmingham (intelligente Transportsysteme). Das Dreieck London-Oxford-Cambridge ist zudem ein führender globaler Forschungsknoten, was, gepaart mit dem Finanzplatz London, ideal für schnell wachsende Tech-Unternehmen ist. Nicht von ungefähr entfallen mehr als die Hälfte der europäischen Venture-Capital-Finanzierungen und Unicorns auf das Königreich. Die Zukunftsfelder, Connected Mobility, Quantentechnologie, Biotech, Dual Use und KI-Tools sind spannende Anknüpfungspunkte. Peter Pesl, Head of Innovation am AußenwirtschaftsCenter London, zeigt am OÖ Exporttag am 17. November, wo konkrete Marktchancen liegen.
Zum OÖ Exporttag 2026