Ungarn im Außenhandelsfokus
Wachstumsschübe durch Pro-EU-Kurs erwartet
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Nach Jahren einer vielfach schwer berechenbaren Wirtschaftspolitik schlägt Ungarn mit der Abwahl der Orban-Regierung nun wieder einen pro-europäischen Kurs ein. Die Hoffnung heimischer Unternehmen auf wieder bessere wirtschaftliche Beziehungen steigt damit. Philipp Schramel, Wirtschaftsdelegierter in Budapest, gibt Einblicke, wo Chancen und Herausforderungen liegen.
Ungarn hofft nach drei schwachen Jahren auf einen Neustart. Für 2026 wird ein BIP-Plus von ca. 1,7 Prozent erwartet. Mit der neuen Regierung verbinden internationale Unternehmen die Hoffnung auf mehr Planungssicherheit, eine stärkere Rechtsstaatlichkeit und einen konstruktiveren Kurs gegenüber der EU. Auch die Freigabe bislang blockierter EU-Mittel könnte Investitionen in Infrastruktur, Energie, Elektromobilität und Digitalisierung neue Impulse geben.
Mit der neuen Regierung verbinden internationale Unternehmen die Hoffnung auf mehr Planungssicherheit, eine stärkere Rechtsstaatlichkeit und einen konstruktiveren Kurs gegenüber der EU.

Philipp Schramel
Wirtschaftsdelegierter in Budapest
Die Herausforderungen bleiben aber. Die Regierung muss den Staatshaushalt konsolidieren, das Wachstum ankurbeln und das Vertrauen bei Investoren zurückgewinnen. Hohe Energiekosten und geopolitische Unsicherheiten belasten zusätzlich. Der Budgetentwurf soll dabei erste Hinweise auf den wirtschaftspolitischen Kurs und die geplante Konsolidierung liefern. Zudem wird erstmals seit Jahren wieder konkreter über eine Einführung des Euro diskutiert.
Für Österreich ist Ungarn von besonderer Bedeutung. Ungarn war 2025 der siebtgrößte Exportmarkt, Österreich der zweitgrößte Investor und viertgrößte Handelspartner. Die Verflechtungen reichen über alle Branchen insbesondere aber im Maschinenbau und Dienstleistungssektor sowie in der Automobilindustrie. Gerade der Automotive-Sektor dürfte das Zugpferd der ungarischen Wirtschaft bleiben. Neue Investitionen von BMW und BYD sowie der Ausbau der E-Mobilität eröffnen heimischen Zulieferern Chancen.
Bereits 2025 lieferten sie Waren im Wert von rund 925 Mio. Euro an ungarische Autowerke. Entscheidend bleibt, dass die Betriebe möglichst früh in die Wertschöpfungskette integriert werden. Mittelfristig überwiegt damit vorsichtiger Optimismus. Gelingt es der Magyar-Regierung, Budgetkonsolidierung, EU-Integration und eine berechenbarere Wirtschaftspolitik miteinander zu verbinden, kann Ungarn deutlich an wirtschaftlicher Dynamik gewinnen.
OÖ Exporttag 2026