Zum Inhalt springen
Verleihung des Christoph-Leitl-Preises der WKOÖ an Hermann Bell, Oberbank
© WKOÖ

Christoph-Leitl-Preis für Hermann Bell

WKOÖ und AKOÖ zeichnen sozialpartnerschaftliches Engagement aus. Preise für langjährigen Oberbank-Generaldirektor Herman Bell, HABAU und Projekt "StoP Linz"

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 02.11.2026

80 Jahre Sozialpartnerschaft stehen für acht Jahrzehnte des Dialogs, des Interessenausgleichs und der gemeinsamen Verantwortung für Wohlstand und sozialen Frieden. Dass diese Werte auch heute gelebt werden, zeigen die diesjährigen Preisträger des Fritz-Freyschlag-Preises und des erstmals vergebenen Christoph-Leitl-Preises. Im Rahmen einer gemeinsamen Festveranstaltung von Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer Oberösterreich wurden Menschen, Unternehmen und Initiativen ausgezeichnet, die sich durch besonderes sozialpartnerschaftliches Engagement und gelebte Solidarität verdient gemacht haben.

„80 Jahre Sozialpartnerschaft sind kein Grund, sich auf vergangenen Erfolgen auszuruhen. Gerade angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit, gesellschaftlicher Spannungen und wachsender Herausforderungen braucht es Menschen, die aufeinander zugehen, Interessen ausgleichen und Verantwortung übernehmen. Sozialpartnerschaft lebt davon, dass wir nicht das Trennende in den Mittelpunkt stellen, sondern gemeinsam nach Lösungen suchen. Diese Haltung ist heute wichtiger denn je“, betonen AK-Präsident Andreas Stangl und WK-Präsidentin Doris Hummer die Bedeutung der Sozialpartnerschaft für Wohlstand und sozialen Frieden in unserem Land.

Alle Preisträger Fritz Freyschlag Preis und Christoph Leitl Preis 2026
© AKOÖ/Wolfgang Spitzbart

„Der Verein zur Förderung von Solidarität und sozialer Partnerschaft ehrt in Kooperation mit der Arbeiter- und Wirtschaftskammer mit der Vergabe des Fritz-Freyschlag-Preises und 2026 auch erstmals mit der Vergabe des Christoph-Leitl-Preises besonderes sozialpartnerschaftliches Engagement und solidarisches gesellschaftliches Handeln“, betont GPA-Landesgeschäftsführer und Vereinsvorsitzender Wolfgang Gerstmayer.

Fritz-Freyschlag-Preis für HABAU und StoP Linz

Mit dem Fritz-Freyschlag-Preis zeichnet der Verein Menschen und Institutionen aus, die sich in besonderer Weise um Solidarität und soziale Partnerschaft verdient gemacht haben. Gestiftet wurde die Auszeichnung 2001 anlässlich des 70. Geburtstags von Fritz Freyschlag, dem langjährigen Präsidenten der Arbeiterkammer Oberösterreich. Sie würdigt sein Lebenswerk und setzt zugleich ein Zeichen für solidarisches Handeln. Die erste Verleihung fand 2003 statt.

Die diesjährigen Preisträger:innen zeigen, wie vielfältig gesellschaftliche Verantwortung gelebt werden kann: Die HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H. setzt auf konkrete Unterstützung ihrer Beschäftigten und deren Familien. StoP Linz – Stadtteile ohne Partnergewalt stärkt hingegen Zivilcourage und ermutigt Menschen, bei Gewalt gegen Frauen nicht wegzusehen.

HABAU: Unterstützung, die im Alltag ankommt

AK-Präsident Andreas Stangl überreichte den Fritz-Freyschlag-Preis an die HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H. Ein Beispiel für das soziale Engagement des Unternehmens ist der Sozialfonds der HABAU GROUP, der Beschäftigte und ihre Angehörigen seit 1999 bei Unfällen, schweren Erkrankungen oder anderen unverschuldeten Notlagen unterstützt.

Darüber hinaus begleitet das betriebliche Eingliederungsmanagement Kolleginnen und Kollegen nach längeren Krankenständen oder bei gesundheitlichen Problemen. Familienfreundliche Angebote wie eine betriebsinterne Krabbelstube und die Sommerbetreuung für Kinder erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Auch außerhalb des Unternehmens übernimmt HABAU gesellschaftliche Verantwortung: Beschäftigte unterstützen beispielsweise freiwillig den Sporttag der Volkshilfe lebensART, wobei die dafür aufgewendete Zeit als Sozialstunden vergütet wird.

Die Beispiele verdeutlichen, wie betriebliche Mitbestimmung, gegenseitige Unterstützung und Rücksicht auf die Lebensrealität der Beschäftigten ineinandergreifen.

StoP Linz: Zivilcourage beginnt in der Nachbarschaft

Sandra Jurekovic, Vizepräsidentin der Arbeiterkammer OÖ, überreichte die Auszeichnung an StoP Linz. Das Projekt setzt sich gegen Partnergewalt ein und stärkt die Zivilcourage im unmittelbaren Lebensumfeld. Gewalt gegen Frauen darf nicht als Privatsache gelten. Auch Nachbarinnen und Nachbarn können dazu beitragen, dass Betroffene Unterstützung finden und Übergriffe nicht im Schweigen des Umfelds verborgen bleiben.

StoP informiert, sensibilisiert und schafft Begegnungen. Die Mitarbeiterinnen ermutigen Menschen, hinzusehen, ein offenes Ohr anzubieten und im Bedarfsfall Hilfe zu organisieren. Denn Solidarität beginnt oft mit kleinen Gesten: dem Mut, nachzufragen, Unterstützung anzubieten und Betroffenen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

Beide Preisträger verdeutlichen auf ihre Weise, was eine solidarische Gesellschaft auszeichnet: Menschen übernehmen Verantwortung füreinander – im Arbeitsleben ebenso wie im persönlichen Umfeld.

Christoph-Leitl-Preis für Dr. Hermann Bell zur Unterstützung des Verein Immanuel und des Oberbank Betriebskindergarten

Anlässlich 80 Jahre Sozialpartnerschaft verlieh der Verein 2026 erstmals auch einen „Christoph-Leitl-Preis“ zu Ehren des langjährigen Wirtschaftskammer Österreich-Präsidenten Christoph Leitl. Diese Auszeichnung wurde von WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer ausgelobt und überreicht.

Wie kaum ein anderer prägte Christoph Leitl in seiner Funktion als WKÖ-Präsident von 2000 bis 2018 eine funktionierende Sozialpartnerschaft und die damit verbundene wirksame und zukunftsorientierte Sozial- und Wirtschaftspolitik für unser Land.

Der erste Christoph-Leitl-Preis wurde an den ehemaligen Generaldirektor der Oberbank Dkfm. Dr. Hermann Bell vergeben, dem nicht nur für sein wirtschaftliches und unternehmerisches Agieren, sondern auch für sein vielfältiges soziales Engagement Ehre und Anerkennung gebührt.

Jeweils die Hälfte des mit 3.000 Euro dotierten Christoph-Leitl- Preis wurden vom Preisträger für den Verein Immanuel, der Personen mit psychischen Erkrankungen bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt, sowie dem Oberbank-Betriebs-Kindergarten gewidmet.