Damit Zukunft nicht nur geplant, sondern auch gebaut wird
Der Standortanwalt der WKOÖ bringt wirtschaftliche und standortpolitische Interessen bei wichtigen Zukunftsprojekten ein
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Stromnetze, Verkehrswege, Energieversorgung und Industrieanlagen entscheiden darüber, wie wettbewerbsfähig Oberösterreich morgen ist. Bevor solche Großprojekte gebaut werden können, müssen sie jedoch oft umfangreiche Genehmigungsverfahren durchlaufen. Seit 2019 sorgt der Standortanwalt der Wirtschaftskammer Oberösterreich dafür, dass dabei auch jene öffentlichen Interessen Gehör finden, die für die Realisierung eines Vorhabens sprechen.
„Wenn wir unseren Wohlstand und unsere industrielle Stärke erhalten wollen, müssen wir die Infrastruktur für morgen heute bauen. Dabei geht es um sichere Energieversorgung und leistungsfähige Verkehrswege genauso wie um die Voraussetzungen für die Transformation unserer Industrie. Die WKOÖ übernimmt Verantwortung dafür, dass Arbeitsplätze, Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit in den entscheidenden Verfahren entsprechend berücksichtigt werden“, betont WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.
Stimme des Wirtschaftsstandorts
Der Standortanwalt ist im Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz als Partei verankert. Im UVP-Verfahren bringt er die volkswirtschaftlichen und standortpolitischen Interessen an der Verwirklichung eines Vorhabens ein. Darüber hinaus unterstützt die WKOÖ Projektwerber mit wirtschafts-, verkehrs- und energiepolitischer Expertise und setzt sich generell für planbare, transparente und effiziente Genehmigungsverfahren ein.
„Eine ausgewogene Betrachtung bedeutet auch, den Nutzen von Vorhaben sicht- und messbar zu machen. Wie viele Arbeitsplätze hängen davon ab? Welche Wertschöpfung entsteht? Welchen Beitrag leistet ein Projekt zur Versorgungssicherheit oder zur Transformation unserer Industrie? Genau diese Perspektive bringen wir ein“, erklärt Robert Leitner, Leiter der oö. Standortanwaltschaft.
Vom Stromnetz bis zur Donaubrücke
Wie groß die wirtschaftliche Dimension solcher Projekte ist, zeigt die aktuelle Bilanz des Standortanwalts: Beim 220-kV-Versorgungsring im oö. Zentralraum geht es um 800 Mio. Euro direkte Investitionen und mehr als eine Milliarde Euro Folgeinvestitionen am Standort Linz. Die neue Donaubrücke Mauthausen verbessert die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für eine Region mit rund 50.000 Arbeitsplätzen in 3200 Unternehmen. Der Windpark Sandl soll mit 137 MW Leistung Strom für rund 108.000 Haushalte erzeugen. Der Rohstoffpark Enns wiederum verbindet Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro mit Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz. Bei diesen Projekten hat der Standortanwalt die standortpolitischen Interessen in den jeweiligen UVP-Verfahren vertreten.
Weitere begleitete Verfahren reichen vom Pumpspeicherkraftwerk Ebensee über die S10 und den viergleisigen Ausbau der Weststrecke Linz–Marchtrenk bis zur Stromversorgung des Mühlviertels. Allein 10 Großverfahren mit 2,5 Mrd. Euro Investitionsvolumen und rund 1 Mrd. Euro Wertschöpfungseffekten in OÖ wurden vom Standortanwalt aktiv begleitet. Insgesamt hat der Standortanwalt seit 2019 366 UVP-Verfahren begutachtet.
Nächste Zukunftsprojekte stehen an
Die Arbeit geht weiter. Mit Osttangente Linz, Westspange Steyr und der neuen Innkreisbahn Wels–München stehen weitere für den Wirtschaftsstandort bedeutende Infrastrukturvorhaben auf der Agenda. Sobald konkrete Einreichungsvorhaben UVP-anhängig sind, sollen diese vom Standortanwalt begleitet werden.
„Oberösterreich zu gestalten, ist unser Anspruch. Zukunftsinvestitionen brauchen hohe Standards, aber ebenso klare Entscheidungen und planbare Verfahren. Denn Infrastruktur, die wir morgen brauchen, müssen wir heute auf den Weg bringen“, so Hummer.