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Präsentation Jahrbuch Gesundheit 2026
© Monika Fellner

Das JAHRBUCH GESUNDHEIT 2026

Leitthema "Revolution der Gesundheit"

Lesedauer: 3 Minuten

26.01.2026

Sanofi und die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) präsentierten am 13. Jänner 2026 im Puls24-Studio das neue Jahrbuch Gesundheit. In der 17. Ausgabe widmen sich Expert*innen unter dem Titel „Die Medizinrevolution – Gesund leben bis 120“ dem Wandel des Gesundheitssystems, aktuellen Entwicklungen, Innovationen und Perspektiven für eine nachhaltige, leistungsstarke Gesundheitsversorgung.

Zur Präsentation war ein hochkarätiges Podium geladen, das der Frage nachging, welche Rolle Innovation, Forschung, Wirtschaft und Politik im Gesundheitssystem der Zukunft spielen.

In seinem Eingangsstatement wies Marco Kanngieser, Public Affairs und Market Access Head bei Sanofi Österreich sowie Herausgeber des Jahrbuchs, auf zwei Schwachstellen des österreichischen Gesundheitssystems hin: auf die langen Genehmigungsverfahren von klinischen Studien mit mehr als 100 Tagen sowie auf die Erstattungspolitik, die die Entwicklung innovativer Medikamente hemmt. Rolf Gleißner, Leiter der Abteilung für Sozial- und Gesundheitspolitik in der WKÖ und ebenfalls Herausgeber des Jahrbuchs, brachte die ökonomische Sichtweise ein.

Die Erstattung innovativer Medikamente bleibt eine Herausforderung. Zwar können Patientinnen und Patienten in Österreich Zugang zu diesen Therapien erhalten, doch insbesondere bei Medikamenten mit mehreren Indikationen wird oft nur etwa die Hälfte der Indikationserweiterungen in die Erstattung aufgenommen. Um Innovation zu fördern, braucht es transparentere Regeln und eine übergreifende Nutzenbewertung.


Wir haben in Österreich ein gutes Gesundheitssystem, stehen jedoch vor zwei zentralen Herausforderungen: Die Kosten liegen im internationalen Vergleich hoch, während die Ergebnisse bei den gesunden Lebensjahren nur im Mittelfeld sind. Angesichts des demografischen Wandels wird Effizienz zur entscheidenden Zukunftsfrage – und damit auch der sinnvolle und zielgerichtete Einsatz von KI.

 

Digitale Medizin im Spannungsfeld zwischen Innovation und Datenschutz  

Markus Müller, Rektor der Medizinischen Universität Wien, gab in seinem Impulsvortrag einen Überblick über die Geschichte der Medizin – von der Antike über Organmedizin, Zellmedizin und Molekularmedizin bis hin zu den Potenzialen und Herausforderungen der Digitalisierung. „Wir befinden uns an der Schwelle zur Ära der digitalen Medizin – der menschliche Organismus kann auch als Datensatz betrachtet werden. In Österreich nutzen wir dieses Potenzial allerdings zu wenig – trotz unglaublicher Möglichkeiten wird Fortschritt oft aufgrund vorgeblicher Sicherheitsbedenken behindert.“ 

Auch Ursula Weismann, Geschäftsführerin Sozialversicherungs-Chipkarten Betriebs- und Errichtungsgesellschaft m.b.H. – SVC, adressierte das Spannungsfeld zwischen Innovation und Datenschutz.  „Digitale Anwendungen sollen vieles vereinfachen. Was jedoch oft als Hürde wahrgenommen wird, dient nicht selten dem Schutz. Entscheidend ist es daher, einen ausgewogenen Mittelweg zwischen Innovation, guter Nutzerfreundlichkeit und dem Schutz von Daten zu finden.” Ein wichtiger Aspekt dabei ist, Vertrauen in die Anwendungen und die Institutionen, die diese anbieten, aufzubauen. 

Florian Frauscher, Sektionschef im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, sprach die nötigen Rahmenbedingungen für Gesundheitsinnovationen an: „Innovation braucht einen klaren politischen Rahmen, der auf drei Säulen ruht: Ein starker Forschungsstandort für die Entwicklung neuer Medikamente, ein robuster Industriestandort für die Produktion, um Unabhängigkeit zu gewährleisten und ein innovationsfreundliches Gesundheitssystem für die optimale Patientenversorgung.” 

Die Veranstaltung wurde via Livestream aus dem Puls24-Studio übertragen.