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Beate Wimmer-Puchinger
© Inge Prader

Gesundheitsmanagerin des Monats Jänner/Februar 2026

Beate Wimmer-Puchinger

Lesedauer: 3 Minuten

07.01.2026

Berufliche und persönliche Eckdaten

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin, außerordentliche Universitätsprofessorin
Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien 1999–2015
Präsidentin des Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
verheiratet, zwei Töchter 

  • Aufbau der Psychosomatik-Ambulanz an der Ignaz-Semmelweis-Frauenklinik
  • Gründung des Frauengesundheitszentrums F.E.M. als WHO-Modellprojekt
  • Leitung und Umsetzung des Wiener Frauengesundheitsprogramms


Gesundheit bedeutet für mich nicht nur, Krankheiten zu behandeln, sondern Menschen die Chance auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben zu geben. Sie ist ein Grundrecht und die Voraussetzung dafür, dass echte Chancengerechtigkeit entstehen kann. Mein beruflicher Weg bewegt sich seit jeher an der Schnittstelle von Wissenschaft, Praxis und Politik. Ob beim Aufbau der Psychosomatik-Ambulanz an der Ignaz-Semmelweis-Frauenklinik, bei der Gründung des Frauengesundheitszentrums F.E.M. oder in der Umsetzung des Wiener Frauengesundheitsprogramms: Ich habe gelernt, dass nachhaltige Veränderung nur gelingt, wenn wir Strukturen schaffen, die für alle Menschen funktionieren. Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die psychische Gesundheit. Sie muss denselben Stellenwert wie körperliche Gesundheit erhalten - in der Versorgung, in den Ressourcen und in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Aufnahme klinisch-psychologischer Behandlung als Kassenleistung war dabei ein historischer Meilenstein. Nun geht es darum, diesen Weg konsequent weiterzugehen: mit einem Ausbau kostenfreier Behandlungsplätze, der Stärkung spezifischer Angebote und einer klaren Verankerung in Prävention und Gesundheitsförderung konsequent fortzusetzen. Meine Vision ist ein solidarisches, modernes Gesundheitssystem, das Frauen in ihrer Vielfalt ernst nimmt, Betroffene aktiv einbindet und Menschen befähigt, gesund zu bleiben – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Geschlecht. Dafür setze ich mich mit Leidenschaft ein – als Wissenschaftlerin, als Psychologin und als Feministin, die überzeugt ist, dass Gerechtigkeit im Gesundheitssystem die Grundlage für eine gesunde und zukunftsfähige Gesellschaft ist.


Interview:

Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln – was lernen wir aus vergangenen Herausforderungen?

Die Gesundheitswirtschaft steht vor der Aufgabe, aus den Krisen der letzten Jahre nachhaltige Lehren zu ziehen: Resilienz, Prävention, Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit müssen stärker zusammengedacht werden. Ebenso zentral ist die Förderung psychischer Gesundheit – sie darf nicht länger ein Randthema bleiben, sondern muss als integraler Bestandteil der Versorgung etabliert werden.


Was möchten Sie in der Gesundheitswirtschaft, dem Gesundheitssystem bzw. in der Gesundheitsversorgung Österreichs verändern?

Ich möchte ein Gesundheitssystem, das Chancengerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt: Prävention und Früherkennung für alle, psychische Gesundheit gleichwertig zur körperlichen, feste Strukturen und ausreichende Ressourcen. Zentrale Säulen sind Gewaltprävention, frauenspezifische Strategien und die Stärkung psychosozialer Kompetenzen.


Welche Rolle wird dabei Ihre Vision, Strategie bzw. Geschäftsidee spielen? 

Meine Vision ist ein Gesundheitssystem, das nicht nur Krankheiten behandelt, sondern Menschen befähigt, gesund zu bleiben. Psychische Gesundheit ist dabei Schlüsselthema und soll in Versorgung, Forschung und Ausbildung gleichwertig berücksichtigt werden. Meine Vision ist ein Gesundheitssystem, das nicht nur Krankheiten behandelt, sondern Menschen befähigt, gesund zu bleiben. Psychische Gesundheit ist dabei Schlüsselthema und soll in Versorgung, Forschung und Ausbildung gleichwertig berücksichtigt werden. 

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