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Handelsabkommen der EU mit Japan

Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Economic Partnership Agreement) und Strategisches Partnerschaftsabkommen (Strategic Partnership Agreement)

Die Beziehungen der EU mit Japan basieren auf informellen Dialogen zu einer Vielzahl von Politikbereichen: Umwelt, Informationsgesellschaft, Wissenschaft & Technologie, Handel, Finanzdienstleistungen und Industriepolitik.

Um die Beziehungen mit Japan weiter zu vertiefen verhandelte die EU und Japan über ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Economic Partnership Agreement, EPA) und ein Strategisches Partnerschaftsabkommen (Strategic Partnership Agreement, SPA), welche am 17. Juli 2018 unterzeichnet wurden.

Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen soll nach Zustimmung des Europäischen und Japanischen Parlaments noch vor Ende des Mandates der jetzigen Europäischen Kommission im Jahr 2019 in Kraft treten.

Wirtschaftspartnerschaftsabkommen EU-Japan

(Economic Partnership Agreement, EPA - EU-Japan EPA)

Nachdem der Rat am 6. Juli 2018 seine Zustimmung gegeben hat, wurde das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan am 17. Juli 2018 unterzeichnet.

Dies ist der erste Schritt, zur Entstehung eines Wirtschaftsraumes mit 600 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern, auf den ein Drittel des weltweiten BIP entfällt.

Aufgrund des Wirtschaftspartnerschaftsabkommen werden für über 90 Prozent aller europäischen Lieferungen die Zollsätze gänzlich wegfallen oder zumindest stark reduziert. Ein weiterer großer Vorteil ist der bessere Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen in Japan. Außerdem entfallen durch mehr gegenseitige rechtliche Anerkennungen viele bisher bestehende nicht-tarifäre Handelshindernisse. 

"Das Exportland Österreich kann sich vom EU-Abkommen mit Japan viele Vorteile erwarten. Das gilt vor allem auch für Klein- und Mittelbetriebe, die mit ihren Vorleistungen als Zulieferer für die Exportwirtschaft tätig sind oder auch direkt exportieren“, betont WKÖ-Präsident Mahrer in seiner Presseaussendung vom 17. Juli 2018. Hohe Zölle und unnötige bürokratische Schranken belasten kleine und mittlere Un­ternehmen überdurchschnittlich. Neben dem Abbau von Zöllen und Erleichterungen wie einfacheren Zulassungsverfahren ist außerdem ein eigenes KMU-Förderungsprogramm vorgesehen. 

Bereits jetzt ist Japan nach China der zweitwichtigste Wirtschaftspartner für Österreich in Asien. Die heimischen Exporte legten 2017 um 4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. In den ersten vier Monaten des Jahres gab es bei den Ausfuhren mit 516 Millionen Euro sogar ein Plus von 19,5 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Die österreichischen Gesamtimporte aus Japan stiegen 2017 um 8,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 7,5 Prozent auf 772,5 Millionen.

Österreichische Firmen können sich zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten vor allem im High-Tech-Bereich, bei Maschinen und Anlagen, Bio- und Holztechnologie sowie bei Nahrungs- und Genussmitteln ausrechnen. Für die österreichische Lebensmittelindustrie ist Japan zurzeit sogar der wichtigste Markt in Asien und nach den USA und Australien der drittwichtigste Überseemarkt. Darüber hinaus gilt Japan - weltweit größter Nettoimporteuer von Agrarwaren, Lebensmitteln und Getränken - als ein Markt mit hoher Kaufkraft der Konsumenten. 

Eine Ifo-Studie bestätigt die Vorteile des EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Japan für Österreich: Demnach wird die verarbeitende Industrie davon am stärksten profitieren. Zudem winken Österreich durch das Japan-Abkommen ein außertourlicher Exportzuwachs von insgesamt 2,2 Milliarden Euro sowie zusätzlich 5.000 Arbeitsplätze. Das österreichische BIP soll um 0,34 Prozent wachsen.

Die Europäische Kommission hofft auf eine baldige Zustimmung des Europäischen und Japanischen Parlaments, damit das Abkommen noch vor Ende des Mandates der jetzigen Europäischen Kommission im Jahr 2019 in Kraft treten kann.

Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen enthält keine Bestimmungen zum Investitionsschutz. Die diesbezüglichen Verhandlungen der EU mit Japan über ein Investitionsschutzabkommen werden derzeit fortgesetzt und sollen so bald wie möglich abgeschlossen werden.

Nachfolgend finden Sie


Was bringt das EU-Japan Wirtschaftspartnerschaftsabkommen?

Durch das Abkommen mit Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt, dem zweitgrößten Handelspartner in Asien und dem weltweit sechswichtigsten Handelspartner der EU, wird der Großteil der von EU-Unternehmen zu entrichtenden Zölle (1 Mrd. EUR pro Jahr) abgeschafft.

Darüber hinaus werden auch viele überkommene regulatorische Handelshemmnisse wie etwa Doppelprüfungen und Doppelbürokratie beseitigt.

Das Abkommen wird auch den japanischen Markt für EU-Exporte von Agrarwaren, Lebensmittel und Getränke öffnen sowie über 200 geografische Angaben (GIs) von regionaltypischen europäischen Nahrungsmittel- und Getränkeerzeugnissen, u.a. Tiroler Speck, steirisches Kürbiskernöl, steirischer Kren, Inländerrum, Jägertee, schützen. 

Durch das Abkommen können europäische Unternehmen gleichberechtigt mit japanischen Unternehmen in vielen Städten Japans an Ausschreibungen teilnehmen. 

Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Japan ist auch das erste Handelsabkommen der EU, dass ein ausdrückliches Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzübereinkommen beinhaltet.

Mehr Details zum Inhalt und den Vorteilen des Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan können der Pressemitteilung der Europäischen Kommission sowie dem ebenfalls am 18. April 2018 veröffentlichten Factsheet der Europäischen Kommission entnommen werden.


Text des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens

Der Rat nahm Anfang Juli 2018 gemeinsam mit dem Beschluss zur Unterzeichnung den  Wortlaut des Abkommens zwischen der EU und Japan über ein Wirtschaftspartnerschaft (ST 7965/18 vom 29. Juni 2018) an.

ST 7965 2018 INIT

  • Präambel
  • Kapitel 1 "Allgemeine Bestimmungen"
  • Kapitel 2 "Warenhandel"
  • Kapitel 3 "Ursprungsregeln und Ursprungsverfahren"
  • Kapitel 4 "Zollfragen und Erleichterungen des Handels"
  • Kapitel 5 "Handelspolitische Schutzmaßnahmen"
  • Kapitel 6 "Gesundheitspolizeiliche und planzengesundheitliche Maßnahmen"
  • Kapitel 7 "Technische Handelshemmnisse"
  • Kapitel 8 "Dienstleistungshandel, Liberalisierung von Investitionen und elektronischer Geschäftsverkehr"
  • Kapitel 9 "Kapitalverkehr, Zahlungen und Transfers sowie vorübergehende Schutzmaßnahmen"
  • Kapitel 10 "Öffentliche Beschaffung"
  • Kapitel 11 "Wettbewerbspolitik"
  • Kapitel 12 "Subventionen"
  • Kapitel 13 "Staatsunternehmen, Unternehmen mit besonderen Rechten oder Vorrechten und erklärte Monopole"
  • Kapitel 14 "Geistiges Eigentum"
  • Kapitel 15 "Corporate Governance"
  • Kapitel 16 "Handel und nachhaltige Entwicklung"
  • Kapitel 17 "Transparenz"
  • Kapitel 18 "Gute Regulierungspraxis und Zusammenarbeit in Regulierungsfragen"
  • Kapitel 19 "Zusammenarbeit im Bereich Landwirtschaft"
  • Kapitel 20 "Kleine und mittlere Unternehmen"
  • Kapitel 21 "Streitbeilegung"
  • Kapitel 22 "Institutionelle Bestimmungen"
  • Kapitel 23 "Schlussbestimmungen"

ST 7965 2018 ADD 1

  • Anhang 2-A Abbau und Beseitigung von Zöllen
    • Teil 1 Allgemeine Anmerkungen
    • Teil 2 Beseitigung und Abbau von Zöllen - die Europäische Union
      • Abschnitt A Anmerkungen zum Stufenplan der Europäischen Union
      • Abschnitt B Stufenplan der Europäischen Union
    • Teil 3 Abbau und Beseitigung von Zöllen – Japan
      • Abschnitt A Anmerkungen zum Stufenplan Japans
      • Abschnitt B Zollkontingente Japans
      • Abschnitt C Landwirtschaftsbezogene Schutzmaßnahmen

ST 7965 2018 ADD 2

  • Anhang 2-A Abbau und Beseitigung von Zöllen
    • Teil 3 Abbau und Beseitigung von Zöllen – Japan
      • Abschnitt D Stufenplan Japans

ST 7965 2018 ADD 3

  • Anhang 2-B Liste der Waren gemäß den Artikeln 2.15 und 2.17 
  • Anhang 2-C Kraftfahrzeuge und Teile davon
  • Anhang 2-D Erleichterungen der Ausfuhr von Shochu
  • Anhang 2-E Erleichterungen der Ausfuhr von Weinbauerzeugnissen
  • Anhang 3-A Einleitende Bemerkungen zu den erzeugnisspezifischen Ursprungsrgeln
  • Anhang 3-B Erzeugnisspezifische Ursprungsregeln
  • Anhang 3-C Angaben in Artikel 3.5
  • Anhang 3-D Wortlaut der Ursprungserklärung
  • Anhang 3-E Betreffend das Fürstentum Andorra
  • Anhang 3-F Betreffend die Republik San Marino
  • Anhang 6 Lebensmittelzusatzstoffe

ST 7965 2018 ADD 4

  • Anhang 8-A Regulierungszusammenarbeit bei der Regulierung des Finanzsektors
  • Anhang 8-B Liste für Kapitel 8
    • Anhang I Vorbehalte in Bezug auf bestehende Maßnahmen 

ST 7965 2018 ADD 5

  • Anhang 8-B Liste für Kapitel 8
    • Anhang II Vorbehalte in Bezug auf künftige Maßnahmen
    • Anhang III Zu niederlassungszwecken einreisende Geschäftsreisende, unternehmensintern transferierte Personen, Investoren und für kurze Zeit einreisende Geschäftsreisende
    • Anhang IV Erbringern vertraglicher Dienstleistungen und Freiberuflern 
  • Anhang 8-C Vereinbarung über den grenzüberschreitenden Verkehr natürlicher Personen zu Geschäftszwecken

ST 7965 2018 ADD 6

  • Anhang 10 Öffentliche Beschaffung
  • Anhang 14-A Gesetze und sonstige Vorschriften der Vertragsparteien im Zusammenhang mit Geografischen Angaben
  • Anhang 14-B Liste Geografischer Angaben
  • Anhang 23 Gemeinsame Erklärung


Ursprungsregeln EU-Japan EPA

Die Präferenzursprungsregeln finden sich nicht – wie in Abkommen der EU bisher üblich – in einem Protokoll gebündelt, sondern zweigeteilt in Kapitel 3 des Abkommens (ST 7965 2018 INIT, Seite 63 ff.) und in Anhang 3 (ST 7965 2018 ADD 3, Seite 46 ff.).

Kapitel 3 – Ursprungsregeln und Ursprungsverfahren 

  • Abschnitt A - Ursprungsregeln
    Hervorzuheben ist zum einen, dass gemäß Artikel 3.5 neben der bilateralen Kumulierung mit Ursprungserzeugnissen auch volle Kumulierung möglich ist. Zum anderen fällt auf, dass das Abkommen kein Duty Drawback - Verbot enthält.

  • Abschnitt B - Ursprungsverfahren
    Gemäß Artikel 3.16 ist die Grundlage eines Antrags auf Präferenzbehandlung entweder eine vom Ausführer ausgestellte Erklärung zum Ursprung, welche die Ursprungseigenschaft des Erzeugnisses belegt, oder die Gewissheit des Einführers, dass das Erzeugnis die Ursprungseigenschaft besitzt („importer’s knowledge“).
    Das letztgenannte Konzept ist für die EU-Wirtschaftsbeteiligten neu und wird von der Verwaltung wohl noch näher zu erläutern sein.
    Eine Erklärung zum Ursprung kann gem. Artikel 3.17 Absatz 5 JEFTA mehrere Sendungen identer Erzeugnisse innerhalb eines 12 Monatszeitraums decken.

  • Abschnitt C
    Artikel 3.29 enthält Übergangsbestimmungen für Durchgangs- und Lagerwaren:
    Die Bestimmungen dieses Abkommens dürfen auch auf Erzeugnisse angewandt werden, welche die Bestimmungen dieses Kapitels erfüllen und die sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Abkommens entweder im Durchgang von der Ausfuhrvertragspartei in die Einfuhrvertragspartei oder unter zollamtlicher Überwachung in der Einfuhrvertragspartei ohne Entrichtung von Einfuhrzöllen und Steuern befinden, sofern binnen 12 Monaten nach diesem Datum bei der Zollbehörde der Einfuhrvertragspartei ein Antrag auf Zollpräferenzbehandlung nach Artikel 3.16 gestellt wird."

Anhang 3

  • ANHANG 3-A
    Anhang 3-A enthält die einleitenden Bemerkungen zu den erzeugnisspezifischen Ursprungsregeln des Anhangs 3-B (Listenregeln).
     
  • ANHANG 3-B
    Die Listenregeln des EU-Japan EPA sind zum Teil durch die verwendeten Kürzel gewöhnungsbedürftig, die sich in Anhang 3-A definiert finden. Materiell ist MaxNOM X% (EXW) [maximaler Prozentanteil von „non-originating materials“] aber nichts Neues. Auch bisher wurden Wertkriterien als maximale Anteile drittländischer Vormaterialien am Ab-Werk-Preis festgelegt. Alternativregeln, die an die Bezugsgröße FOB (statt EXW) und an die Wertschöpfung (RVC/“regional value content“) anknüpfen, sind dem Vernehmen nach den japanischen Gewohnheiten geschuldet.
    Da sich EXW und FOB in der Regel nicht entsprechen, finden sich zwischen den Alternativregeln Abweichungen in den Prozentsätzen, die einen wirtschaftlichen Ausgleich herstellen sollen. Auf diese Weise sollen die Wirtschaftsbeteiligten beider Seiten jeweils bei der ihnen vertrauten Vorgangsweise bleiben können.
    Einen Vergleich mit bisher gebräuchlichen Listenregeln kann man in dieser Datenbank der deutschen Zollverwaltung anstellen. 

  • ANHANG 3-D
    Der Wortlaut der Erklärung zum Ursprung findet sich in ANHANG 3-D. Hier sind insbesondere die Fußnoten 2 und 4 auffällig:
    • Aus Fußnote 2 ergibt sich indirekt, dass EU-Ausführer nach den Bestimmungen des EU-Zollrechts bei einem Wert der präferenzbegünstigten Waren einer Sendung von mehr als 6.000,-- EUR Registrierte Ausführer (REX) sein müssen, damit sie Erklärungen zum Ursprung ausstellen dürfen (siehe Artikel 68 Absatz 4 UZK-IA, Durchführungsverordnung (EU) 2015/2447).
    • Gemäß Fußnote 4 sind in der Erklärung zum Ursprung Codes betreffend den Herstellungsvorgang anzugeben, der zur Erzielung von Präferenzursprung geführt hat.

Pressemitteilungen zum Wirtschaftspartnerschaftsabkommen

Wie wurde verhandelt?

Es ist die Europäische Kommission, die Handelsabkommen im Namen der Europäischen Union und aller ihrer Mitgliedstaaten auf Basis eines  im November 2012 einstimmig erteilten Mandates des Rates der EU (EU-Mitgliedstaaten) verhandelt.

Am 14. September 2017 wurde von den EU-Mitgliedstaaten (Rat der EU) beschlossen das Mandat für die Verhandlungen mit Japan über ein Handelsabkommen zu veröffentlichen. Die freigegebene Fassung der Verhandlungsrichtlinien (ST 15864/12 ADD 1 REV 2 DCL 1) steht ab sofort online zur Verfügung und beinhaltet sowohl die Grundsätze nach denen verhandelt wurde als auch die Ziele des Abkommens.

Die EU-Mitgliedstaaten und der Handelsausschuss des Europäischen Parlaments (INTA) haben Zugang zu den Verhandlungstexten und werden regelmäßig von der Europäischen Kommission informiert.

Darüber hinaus stellte sich die Europäische Kommission im Rahmen des „Civil Society Dialogues“ den Fragen der Zivilgesellschaft.

Mehr Informationen zur Beteiligung der EU-Mitgliedstaaten, des Europäischen Parlaments und der Zivilgesellschaft finden Sie unter Sitzungen und Dokumente auf der Homepage zum EU-Japan Wirtschaftspartnerschaftsabkommen


Nachhaltigkeitsfolgenabschätzung (Sustainability Impact Assessment)

Im Zusammenhang mit den Verhandlungen über Handelsabkommen wird im Auftrag der Europäische Kommission eine unabhängige Studie, ein sogenanntes Sustainability Impact Assessment (SIA), die die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen des zukünftigen Abkommens untersuchen soll, erstellt.

Vor der Veröffentlichung wird der Entwurf der Studie von der Zivilgesellschaft geprüft und in den "Civil Society Meetings" diskutiert.

Die Ergebnisse der Folgeabschätzung werden in den Vorbereitungen für die Verhandlungen einbezogen und während der Verhandlungen berücksichtigt.

Der finale Bericht zur Nachhaltigkeitsfolgenabschätzung des Freihandelsabkommens EU-Japan (in Englisch) sowie eine Zusammenfassung der Ergebnisse (in Deutsch) wurden 2016 von der Europäischen Kommission online gestellt.


Hintergrundinformation zu den Verhandlungen

Da Japan nach China der zweitwichtigste Handelspartner der EU in Asien ist und beträchtliche Investitionen in der EU tätigt, beschlossen die EU und Japan beim EU-Japan Gipfel im Mai 2011 Vorbereitungen für ein Freihandelsabkommen zu starten. 

Nach einem Jahr intensiver Diskussionen ("scoping exercise“) einigte man sich im Mai 2012 auf eine sehr ehrgeizige Agenda für die künftigen Verhandlungen sowie auf Fahrpläne für die Beseitigung von nicht-tarifären Handelshemmnissen und für die Öffnung des öffentlichen Beschaffungswesens des japanischen Eisenbahn- und Stadtverkehrs für europäische Unternehmen. Am 18. Juli 2012 legte die Europäische Kommission den EU-Mitgliedstaaten Verhandlungsrichtlinien für ein Freihandelsabkommen mit Japan vor, welche der Rat am 29. November 2012 einstimmig annahm und damit der Europäischen Kommission grünes Licht für die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Japan gab. 

Die Verhandlungen wurden offiziell am 25. März 2013 begonnen.

Besonderes Augenmerk wird in den Verhandlungen auf den Abbau von nicht-tarifären Handelshemmnissen gelegt. Die besondere Bedeutung des Abbaus von nicht-tarifären Handelshemmnissen spiegelt sich auch in den Verhandlungsrichtlinien wider. Zum ersten Mal sieht ein Mandat der Europäischen Kommission vor, dass Verhandlungen innerhalb eines Jahres ab Verhandlungsbeginn abgebrochen werden, sollte in dieser Zeit keine Fortschritte des Handelspartners bei der Errreichung der während der scoping exercise festgelegten Ziele für die Beseitigung dieser Handelshemmnisse (Roadmap) erzielt werden. Da Japan in diesem Zeitraum ausreichend Fortschritte bei der Umsetzung der Roadmap erzielt hatte, wurden die Verhandlungen ohne Unterberechung fortgesetzt.

Angestrebt wurde ein Abschluss der Verhandlungen mit Ende 2016.

Dieses Ziel wurde erneut am 26. Mai 2016 in einem "Joint Statement on the EU-Japan Economic Partnership Agreement/Free Trade Agreement" des japanischen Premierminister Shinzo Abe und des EU-Ratspräsidenten Donald Tusk, des Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker  sowie des französischen Präsidenten François Hollande, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, des italienischen Pemierminister Matteo Renzi und des britischen Permierminister David Cameron betont.

Auch nach der 17. Verhandlungsrunde im September 2016 konnte bis Ende 2016 keine Einigung zu den noch offenen Themen (Lebensmittel, KFZ, Öffentliche Beschaffung, Investitionsschutz, etc.) erzielt werden.

Nach der 18. Verhandlungsrunde im April 2017 und intensiven Verhandlungen für eine Einigung zu den noch offenen Punkten (Lebensmittel, KFZ, Öffentliche Beschaffung, Investitionsschutz, etc.), konnte am 6. Juli 2017 eine politische Einigung (Grundsatzeinigung) zwischen der EU und Japan erzielt werden. Investitionsschutz ist von der Grundsatzvereinbarung nicht erfasst.

Am 8. Dezember 2017 wurden die Verhandlungen der EU mit Japan über ein Wirtschaftspartneschaftsabkommen Großteils abgeschlossen. 

Nach dem Abschluss der rechtlichen Prüfung ("legal scrubbing") und der Übersetzung in alle EU-Amtssprachen legte die Europäische Kommission am 18. April 2018 den Wortlaut des Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan (beinhaltet keinen Investitionsschutz) gemeinsam mit den Beschlüssen zu dessen Abschluss und Unterzeichnung dem Rat vor. Damit steht nun auch der Text des Abkommens zum ersten Mal in deutscher Sprache zur Verfügung.

Am 17. Juli 2018 wurde das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit Japan unterzeichnet.

Die Verhandlungen zum Investitionsschutz werden noch fortgeführt. Die EU und Japan wollen so bald wie möglich die Verhandlungen über ein Investitionsschutzabkommen abschließen.




Strategisches Partnerschaftsabkommen EU-Japan

(Strategic Partnership Agreement, SPA)

Nachdem der Rat im Juni 2018 seine Zustimmung gegeben hat, wurde das Strategische Partnerschaftsabkommen der EU mit Japan am 17. Juli 2018 unterzeichnet (siehe Pressemitteilung der Europäischen Kommission und Factsheet des Europäischen Auswärtigen Dienstes).

Das Strategische Partnerschaftsabkommen bildet einen übergreifenden und verbindlichen Rahmen für die verstärkte Zusammenarbeit und für die Vertiefung der Beziehungen zwischen der der EU mit Japan.

Hintergrundinformation zum Strategischen Partnerschaftsabkommen EU-Japan

Beim Gipfel EU-Japan im Mai 2011 vereinbarten die EU und Japan auch ein politisches Rahmenabkommen zu schließen. Während der Vorbereitungsphase für die Verhandlungen konnte man sich darauf einigen, dass das Rahmenabkommen Themen wie die Außen-und Sicherheitspolitik und die Zusammenarbeit in allen globalen und sektoralen Fragen von beiderseitigem Interesse zum Inhalt haben soll.

Das Rahmenabkommen soll die Grundlage für eine verstärkte Zusammenarbeit und gemeinsame Aktionen in Bereichen wie Krisenmanagement, Entwicklungshilfe, Energie, Umwelt, Forschung und Innovation sein und auf gemeinsamen Werten und Prinzipien beruhen.

Im November 2012 wurde die Europäische Kommission von den EU-Mitgliedstaaten einstimmig ermächtigt ein Rahmenabkommen mit Japan zu verhandeln.

Die Verhandlungen wurden offiziell am 25. März 2013 begonnen.

Am 6. Juli 2017 konnte beim EU-Japan Gipfel eine politische Einigung über die Hauptelemente des strategischen Partnerschaftsabkommens erzielt werden.

Nachdem die Verhandlungen im April 2018 abgeschlossen wurden und der Rat im Juni 2018 zugestimmt hat, wurde das Strategische Partnerschaftsabkommen der EU mit Japan am 17. Juli 2018 unterzeichnet.

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