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Die chilenische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Santiago de Chile hat die wichtigsten Informationen zur chilenischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Nach einem coronavirusbedingten Wirtschaftswachstumsrückgang von -6,2 % im Jahr 2020, erholt sich Chile mit einem für das Jahr 2021 erwarteten BIP-Wachstum von bis zu 9,5 % schneller als andere Länder in der Region. Bestimmt wird die Erholung von einem robusten Exportwachstum, umfangreichen finanz- und geldpolitischen Hilfsmaßnahmen sowie den vorzeitigen Auszahlungen aus den Pensionsfonds, welche den Konsum ankurbeln. Die politisch instabile Situation im Wahljahr und der ungewisse Ausgang der Verfassungsreform werden die positive Entwicklung in den Folgejahren dämpfen. Es wird erwartet, dass die neue Verfassung voraussichtlich einige die Wirtschaft belastende populistische Reformen beinhalten und das reale BIP-Wachstum dadurch zwischen 2022-25 im Durchschnitt nur noch 2,4 % betragen wird.

 

Die chilenische Wirtschaftspolitik ist stark marktwirtschaftlich orientiert; der Großteil aller Wirtschaftssektoren ist liberalisiert und privatisiert. Chiles Staatsquote ist dadurch im weltweiten Vergleich sehr niedrig. Das Land verfügt über einen gesunden Finanzmarkt und war bis zu den Ausschreitungen im Oktober 2019 das politisch stabilste Land in Südamerika. Dies zeigt sich auch in den Ratings der wichtigsten internationalen Ratingagenturen. Zudem ist Chile neben Kolumbien das einzige Land Südamerikas, das Mitglied der OECD ist.

Besondere Entwicklungen 

Politik

Der schleppende Verlauf bei der Umsetzung sozialer Reformen durch die Regierung von Sebastian Piñera (seit 2018 im Amt) führte im Jahr 2019 zu einer größeren Ablehnung der Regierung und des Präsidenten seitens der Bevölkerung und mündete am Nachmittag des 18. Oktober 2019, aufgrund einer Erhöhung der Kosten für Metro-Tickets um 30 Pesos (4 Euro-Cent), anfänglich in Schüler-und Studentenprotesten in Santiago und nachfolgend in landesweiten gewalttätigen Ausschreitungen, Plünderungen und Brandstiftungen von Geschäftslokalen. Dieser sogenannte „Estallido Social“ zog sich bis zum Beginn der Covidkrise im März 2020 hin und war geprägt von brutalen Ausschreitungen und Gegenmaßnahmen der chilenischen Polizei. Das Ausmaß der Zerstörung der Infrastruktur und der Gewalt, welche die sozialen Proteste mit sich brachten, kam für die meisten Analytiker in Chile und im Ausland sehr überraschend, galt Chile für Jahrzehnte als Musterschüler Südamerikas. Die Regierung schätzt die Schäden bei der öffentlichen Infrastruktur auf 1,4 Mrd. USD.

Die Erhöhung der Preise des öffentlichen Nahverkehrs waren jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Vielmehr waren die Unzufriedenheit über die soziale Ungleichheit sowie der Wunsch nach einer Reform des Gesundheits-, Bildungs– und Pensionssystems wesentlich für die Ausweitung der Proteste. Die Protestbewegung wünschte sich die Abkehr vom neoliberalen Wirtschaftsmodel, welches für den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes in den letzten 30 Jahren mitverantwortlich war, zu einer sozialen Marktwirtschaft nach westeuropäischem Vorbild.

Eine zentrale Forderung war eine neue Verfassung, da die bisher gültige Version noch aus den Zeiten Pinochets stammt. Ein Jahr nach dem Beginn der Proteste kam es dann auch zu einer historischen Abstimmung, in der mehr als 80 % der Bevölkerung für die Abschaffung der bestehenden Verfassung stimmte. Im Mai 2021 wurden die Mitglieder der verfassungsgebenden Versammlung gewählt, die bereits im Juli ihre Arbeit aufgenommen hat.

Bereits im November 2021 werden die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen die Nachrichten bestimmen. Im November 2022 wird die chilenische Bevölkerung über den Entwurf der neuen Verfassung abstimmen.

Covid-19

Das Coronavirus bahnte sich im März 2020 seinen Weg nach Chile und brachte die sozialen Proteste zunächst zu einem jähen Ende. Ein monatelanger strenger Lockdown führte zu einer kompletten Lahmlegung der Wirtschaft und zu einer Verstärkung der prekären Lage der Unter- und Mittelschicht. Der wachsende Druck auf die Regierung, deren finanzielle Hilfspakete für Familien und Kleinverdiener als nicht ausreichend betrachtet wurden, führte bis Mitte 2021 zu drei Initiativen zur vorzeitigen Auszahlung aus den Pensionsfonds, die jeweils den Konsum ankurbelten. Über eine 4. Auszahlung wird im September verhandelt.

Auch das Gesundheitssystem kam im Laufe der Pandemie mehrfach an seine Grenzen, die Ansteckungszahlen hielten sich bis Dezember 2020 und während der Wintermonate 2021 auf hohem Niveau. Trotz Schließung der Landesgrenzen, regionalen Reiseverboten, Ausgangssperren und strengen Versammlungs- und Hygieneauflagen kam es lange zu keiner Besserung. Doch zur allgemeinen Überraschung entpuppte sich das Land zu Jahresbeginn 2021 dank einer effizienten landesweiten Impfkampagne sowie einer anfänglich hohen Impfbereitschaft der Bevölkerung zum Impfweltmeister. Bis August 2021 waren mehr als 80 % der Zielbevölkerung durchgeimpft und die 3. Impfung der älteren Bevölkerung sowie die Erstimpfung der Jugendlichen von 12 -17 in vollem Gange. Ab Juli 2021 kam es dann zu einer deutlichen Entspannung der Lage auf den Intensivstationen und einer Senkung der Fallzahlen. Bildungsstätten haben den Präsenzunterricht mittlerweile wiederaufgenommen und der Lockdown wurde landesweit aufgehoben.  

Wirtschaft

Das Infrastrukturministerium (MOP) plant, bis 2023 neue Aufträge im Wert von knapp 15 Mrd. USD zu vergeben. Ein Großteil der Mittel soll in den Ausbau des Straßennetzwerkes (Autobahnen, Schnellstraßen und Tunnelverbindungen durch die Anden zur Anbindung an Argentinien) den Neubau bzw. Ausbau von 18 Krankenhäusern, den Ausbau von Flughäfen sowie die Erweiterung des Schienennetzwerkes fließen. Die Regierung plant einige Infrastrukturprojekte vorzuziehen, um dadurch der durch Covid-19 in Mitleidenschaft gezogenen Wirtschaft wichtige Impulse zu geben.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Österreichs Exporte nach Chile stiegen im Jahr 2020 um 3,5 % an und übertrafen zum ersten Mal die EUR 200 Mio. Marke (EUR 204,5 Mio.). Damit haben sich die Exporte nach Chile in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt und Chile bleibt nach Brasilien weiterhin weit vor Argentinien, Kolumbien und Peru der zweitwichtigste Handelspartner Österreichs auf südamerikanischem Boden. Auch im Jahr 2021 setzt sich der positive Trend mit einem Exportplus von 10,5 % in den ersten 5 Monaten des Jahres fort.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Chile.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Santiago de Chile für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Chile der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Infrastruktur

Chile ist aufgrund seiner offenen Marktwirtschaft darauf angewiesen, seine Transportwege, Häfen und Flughäfen auszubauen und zu verbessern, um das stetig wachsende Verkehrsaufkommen des Gütertransports und der Bevölkerung bewältigen zu können.

Besonders hervorzuheben sind folgende Projekte die bereits im Bau befindliche Brücke Chacao, die das Festland mit der Insel Chiloé verbinden soll, und die drei binationale Tunnelbauprojekte, die Chile und Argentinien über die Andenkette verbinden sollen: Las Leñas, Cristo Redentor + Caracoles und Agua Negra.

Des Weiteren sind folgende Schienenprojekte erwähnenswert:

  • Neubau der Linien 7, 8 und 9 und Ausbau der Linien 2 und 4 des U-Bahnnetzes der Hauptstadt Santiago.
  • Bau der einer Schnellzugstrecke zwischen der Santiago und der Hafenregion Valparaíso.
  • Ausbau der Fernverkehrsstraßen Ruta 5 und Ruta 68.

Nach dem „Global Competitiveness Index“ des Weltwirtschaftsforums liegt Chile im Bereich Infrastruktur derzeit im vorderen Drittel und konnte sich in den letzten Jahren leicht steigern. Chile erreicht 4,8 von 7 Punkten und liegt damit auf Platz 41 von 148 Ländern. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Chile ist sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Hinsicht stabil und zeichnet sich durch eine offene Marktwirtschaft, niedrigen Steuern und der besten Infrastruktur Lateinamerikas aus. Die gut etablierte Marktwirtschaft sowie zahlreiche internationale Handelsabkommen machen Chile zu einer wirtschaftlich äußerst attraktiven Destination.

Für österreichische Unternehmen bieten sich gute Geschäftsmöglichkeiten in der Zulieferung von Expertise im Bereich Verkehrsinfrastruktur und insbesondere Tiefbau, da viele chilenische Firmen in diesem Aspekt limitiert sind und das Mitwirken ohne ausländische Partner an bestimmten Projekten dadurch erschwert wird.

Auch beim Ausbau von unkonventionellen öffentlichen Personenverkehrprojekten (etwa urbane Seilbahnsysteme), können österreichische Firmen punkten.

Auch im Bereich Smart Cities gibt es zahlreiche Geschäftschancen für Technologien „Made in Austria“.

Die Realisierung von solchen komplexen Projekten bedeutet ein längerfristiges Engagement und setzt eine ständige Präsenz vor Ort voraus, entweder in Form von Niederlassungen oder durch einen Vertreter. So lassen sich allfällige Anlaufschwierigkeiten oder Akzeptanzprobleme aufgrund unzureichender Informationen über den lokalen Markt, die üblichen Geschäftspraktiken und Gewohnheiten leicht minimieren. Der Aufwand sowie die Kosten für eine Niederlassung in Chile gelten im internationalen Vergleich als eher gering.

Sie suchen ausführliche Informationen zur Branche Infrastruktur (insbesondere, Verkehrsinfrastruktur und Tiefbau)? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Santiago.

Erneuerbare Energien/Energieeffizienz/Green Building

Ein großer Teil der chilenischen Stromerzeugung wird aus dem Primärenergieträger Kohle gewonnen (22 %). Auch andere fossile Brennstoffe wie Erdöl (19 %) und Erdgas (17 %) spielen eine wichtige Rolle. Insgesamt ergeben diese knapp 60 % der gesamten Stromerzeugung. Ein hoher Anteil (28 %) wird aus konventioneller Wasserkraft (d. h. Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von mehr als 20 MW) erzeugt. Die Beteiligung der nicht-konventionellen erneuerbaren Energien an der Stromproduktion war in Chile noch bis vor einigen Jahren verschwindend gering, stieg jedoch zuletzt rasant an und liegt nun bei rund 18 %. Davon kommt der Großteil aus Solarenergie gefolgt, von Windenergie. Für das Jahr 2022 wird eine Kapazität von 5.824 MW und für 2027 von 9.239 MW an ERNC prognostiziert. 2018 waren es 4.115 MW. Zum Vergleich, im Jahr 2006 lag der Anteil an nicht-konventionellen erneuerbaren Energien (Energías renovables no convencionales – ERNC) in Chile gerade einmal bei 1 %.

Immer wieder wird in Politik und Wirtschaft betont, dass einerseits der chilenische Energiesektor weiter diversifiziert werden muss und andererseits die unsichere Versorgungslage überwunden werden muss, sodass sich Chile zu einem industrialisierten Land weiter entwickeln kann. In den vergangenen Jahren gelang es, die zuvor extrem hohen Strompreise für Endverbraucher deutlich zu senken.

Das Energieministerium aktualisiert daher ständig seine Energieagenda und formuliert jedes Jahr neue ehrgeizige kurz-, mittel- und langfristigen Ziele für den Sektor. So sollen die durchschnittlichen Stromkosten weiter sinken (unter den 3 günstigsten im OECD-Vergleich im Jahr 2050) Stromausfälle verringert werden, 60 % der Energieproduktion 2050 aus erneuerbaren Quellen kommen, der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden und das nationale Stromnetz mit den Nachbarländern verbunden werden.

Die Produktion und der Export von „grünem Wasserstoff“ befinden sich ebenfalls auf der energiepolitischen Agenda und wird zukünftig ein wichtiges Innovationsthema für Chile sein.

Das Thema Energieeffizienz und Green Building steckt in Chile noch in den Kinderschuhen. Teilweise gibt es noch kein Bewusstsein für dieses Thema. Investoren in Hochbau sehen noch keinen Mehrwert durch die Anwendung von „Green Building-Elementen“, weil sie die Objekte dadurch nicht teurer verkaufen/vermieten können. Auch die vom Staat vorgegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen, welche die Unternehmer zur Anwendung „grüner“ Technologien motivieren würden, sind noch nicht auf europäischem Niveau. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass es in Chile im Bereich Energieeffizienz zahlreiche Anwendungsfelder sowohl im industriellen (z. B. in der Minen- und Lebensmittelindustrie, Transport, Waste to Energy, etc.) als auch im privaten Bereich (Wohn- und Hausbau, isolierende Baumaterialien, effiziente Heizungssysteme etc.) gibt.

Chancen für österreichische Unternehmen

Das bestehende Freihandelsabkommen der EU mit Chile, welches mehr als 98 % aller Waren die zollfreie Einfuhr nach Chile ermöglicht, ist die Grundlage für den einfachen Zugang zum chilenischen Markt für österreichische Produkte. Österreichische Technik hat sich in vielen Branchen Chiles bereits einen hervorragenden Ruf erworben.

Bisher war das Umweltbewusstsein in Chile und damit auch die Affinität für erneuerbare Energien und Energieeffizienz wenig stark ausgeprägt. Die Trends der letzten Jahre zeigen jedoch, dass die Bedeutung erneuerbarer Energien zunimmt, was auch Chancen für österreichische Unternehmen eröffnet.

Die große Summe an in Umsetzung befindlichen Kraftwerks- und Stromtransportprojekten bedeuten für österreichische Firmen zahlreiche Zulieferchancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Neben dem gesamten Bereich Maschinen und Anlagen ergeben sich auch gute Chancen für Dienstleistungsexporte, die allerdings bisher von österreichischen Unternehmen nur zaghaft wahrgenommen werden.

Aufgrund des stetig wachsenden Energieverbrauchs in Chile eröffnen sich auch interessante Investitionschancen bei der Umsetzung erneuerbarer Energieprojekten, die auch bereits von ersten österreichischen Firmen in Chile erkannt worden sind.

Durch Kontakte zu zahlreichen Opinion-Leadern aus dem Bereich Energieeffizienz können wir die österreichischen Unternehmen bereits in einer Frühphase mit den entsprechenden Partnern in Verbindung bringen.

Sie suchen ausführliche Informationen zu diesem Bereich? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Santiago.

Tourismus Know-How & Infrastruktur

Tourismus im Allgemeinen ist in Chile noch recht wenig entwickelt. Jahr für Jahr steigt jedoch die Zahl jener, die die einzigartige Natur des Landes bewundern wollen. Denn Chile ist in den letzten Jahren von unterschiedlichen internationalen Organisationen zum touristischen Ziel des Jahres gekürt worden. Auch die steigenden Investitionen in die Vermarktung der Destinationen ließen die Zahl der Touristen in den letzten Jahren einen Rekordwert steigen, die Gesamtausgaben in Milliarden USD-Höhe tätigten. Somit konnte innerhalb der letzten zehn Jahre die Zahl der Touristen um durchschnittlich 9,5 % pro Jahr gesteigert werden.

Chile ist neben Argentinien das einzige Land Lateinamerikas, das dank seiner gebirgigen Topografie und den geeigneten klimatischen Bedingungen über Skigebiete verfügt. Der Skisport ist in Chile eine exklusive Freizeitbetätigung und nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung leistbar: Preise für Tagesskipässe belaufen sich in den größeren Skigebieten auf ca. EUR 70; die Anschaffung einer Skiausrüstung ist wesentlich teurer als in Österreich. Um den Sport als Betätigung für die breite Masse zu etablieren – wofür Preisnachlässe auf Grund des niedrigen durchschnittlichen Einkommensniveaus unerlässlich sind – haben Skigebiete wie El Colorado Schneesportzentren eingerichtet, in denen erste Skilektionen noch vor dem Anfang des eigentlichen Skigebietes erteilt werden. Der Wintersport im Allgemeinen erfreut sich in Chile seit Jahren steigender Nachfrage, ist aber immer im Vergleich zu österreichische Verhältnisse noch sehr überschaubar.

Vor allem im Bereich Infrastruktur der Wintersportgebiete besteht noch großer Aufholbedarf, denn trotz der Vielzahl an Projekten, die in den letzten Jahren umgesetzt wurden, liegt der Qualitätsstandard der Liftanlagen noch immer unter dem der europäischen Skigebiete. Positiv hervorzuheben bleibt jedoch, dass in den letzten Jahren große Fortschritte bei den Besucherzahlen erzielt werden konnten und sich das Investitionsklima merklich verbessert hat.

Im Laufe der letzten Jahre wurden außerdem kontinuierlich neue, spezialisierte Skigebiete gegründet, wie zum Beispiel Corralco, das auf naturnahes Skifahren ausgerichtet ist. Diese Skigebiete fallen in der Regel eher klein aus, sind mit wenigen Liften ausgestattet und haben das Ziel, vor allem Familien anzusprechen. Bisher waren es oftmals europäische Unternehmen, die für die Errichtung der Infrastruktur verantwortlich waren.

Immer mehr Skigebiete beginnen damit, die Lifte mit modernen elektronischen Zutrittssystemen (z. B. Skidata, Axess) auszustatten und in den Skigebieten nahe Santiago setzen die Betreiber auf großflächige künstliche Beschneiung der Pisten. Auch Skikindergärten erfreuen sich zunehmend größerer Beliebtheit.

Chancen für österreichische Unternehmen

Im Bereich der Tourismus Infrastruktur sind für österreichische Unternehmen durchaus Marktchancen vorhanden, jedoch eingeschränkt, da relativ wenige Investitionen in neue Anlagen stattfinden. Viele der Liftanlagen sind aus den 80er-Jahren und entsprechen nicht den internationalen Standards. Im Vergleich zu europäischen Skigebieten sind chilenische Zentren eher klein, mit einer überschaubaren Anzahl an Aufstiegshilfen. Anders als in den Alpenländern wie Österreich und der Schweiz, wo es üblich ist, dass auf Gemeindeinitiative hin Projekte geplant und durchgeführt werden, sind es in Chile zumeist die Eigentümerfamilien der Landflächen, die die Verantwortung tragen. Die regulatorischen Richtlinien für das Erbauen von Infrastruktur wie Seilbahnen sind noch wenig entwickelt. Die jüngsten Entwicklungen bei den Importen von Aufstiegshilfen (z. B. Skiförderbänder) zeigen jedoch, dass in den letzten Jahren durchaus Investitionen getätigt wurden und sich die Lage in den nächsten Jahren voraussichtlich verbessern wird.

Sie suchen ausführliche Informationen zur Branche Tourismus Know-How & Infrastruktur? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Santiago.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Chile problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Santiago de Chile anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Chile.

Das AußenwirtschaftsCenter Santiago de Chile berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Chile haben.

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