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Die chilenische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Santiago de Chile hat die wichtigsten Informationen zur chilenischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die chilenische Wirtschaftspolitik ist stark marktwirtschaftlich orientiert; der Groß-teil aller Wirtschaftssektoren ist liberalisiert und privatisiert. Chiles Staatsquote ist dadurch im weltweiten Vergleich sehr niedrig. Das Land verfügt über einen gesun-den Finanzmarkt und ist politisch stabil. Dies zeigt sich auch in den „A-Ratings“ der wichtigsten internationalen Rating-Agenturen. Zudem ist Chile neben Kolumbien das einzige Land Südamerikas, das Mitglied der OECD ist. 

Besondere Entwicklungen 

Das Infrastrukturministerium (MOP) plant bis 2023 neue Aufträge im Wert von knapp 15 Mrd. USD zu vergeben. Ein Großteil der Mittel soll in den Ausbau des Straßennetzwerkes (Autobahnen, Schnellstraßen und Tunnelverbindungen durch die Anden zur Anbindung an Argentinien), den Neubau bzw. Ausbau von 18 Kran-kenhäusern, den Ausbau von Flughäfen sowie die Erweiterung des Schienennetz-werkes fließen. Im Rahmen eines Arbeitsfrühstücks präsentierte Minister Fontaine österreichischen Firmen aus dem Infrastrukturbereich die ambitionierten Pläne. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Österreichs Exporte nach Chile stiegen im Jahr 2018 um satte 8,8 % an und er-reichten einen Rekordwert von fast EUR 200 Mio. (EUR 199,2 Mio.) Damit haben sich die Exporte nach Chile in den letzten 10 Jahren fast verdreifacht und Chile bleibt nach Brasilien weiterhin weit vor Argentinien, Kolumbien und Peru der zweitwichtigste Handelspartner Österreichs auf südamerikanischem Boden.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Chile.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Santiago de Chile für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Chile der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Infrastruktur

Die chilenische Regierung kündigte Ende 2018 mit der Präsentation des neuen Konzessionsplans 2018 – 2023 einen großangelegten Ausbau der Infrastruktur an. Das Portfolio an zu vergebenden Konzessionen beträgt insgesamt USD 14,6 Mrd. Neue Projekte sind vor allem im Bereich Verkehrsinfrastruktur geplant; so soll ein Großteil der Finanzmittel (ca. USD 9,65 Mrd.) in den Ausbau des Straßen- und Autobahnnetzes investiert werden. Besonders hervorzuheben sind die anstehende Projekte im Tiefbau: der Tunnel Chacao und die drei binationale Tunnelbauprojekte die Chile und Argentinien über die Andenkette verbinden sollen: Las Leñas, Cristo Redentor + Caracoles und Agua Negra.

Nach dem „Global Competitiveness Index“ des Weltwirtschaftsforums liegt Chile im Bereich Infrastruktur derzeit im vorderen Drittel und konnte sich in den letzten Jahren leicht steigern. Chile erreicht 4,8 von 7 Punkten und liegt damit auf Platz 41 von 148 Ländern. Das Land ist darauf angewiesen, seine Transportwege zu verbessern, um das stetig wachsende Verkehrsaufkommen der Bevölkerung und des Gütertransports bewältigen zu können.

Chancen für österreichische Unternehmen

Chile ist sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Hinsicht stabil und zeichnet sich durch eine offene Marktwirtschaft, niedrigen Steuern und der besten Infrastruktur Lateinamerikas aus. Im weltweiten ‚Business Environment‘-Ranking des Economist Intelligence Unit 2014-2018 belegt Chile hinter Staaten wie unter anderem Singapur, USA oder Deutschland den 13. Platz. Die gut etablierte Marktwirtschaft sowie zahlreiche internationale Handelsabkommen machen Chile zu einer wirtschaftlich äußerst attraktiven Destination.

Für österreichische Unternehmen bieten sich gute Geschäftsmöglichkeiten in der Zulieferung von Expertise im Bereich Verkehrsinfrastruktur und insbesondere Tiefbau, da viele chilenische Firmen in diesem Aspekt limitiert sind und das Mitwirken ohne ausländische Partner an bestimmten Projekten dadurch erschwert wird.

Auch beim Ausbau von unkonventionellen öffentlichen Personenverkehrprojekten (etwa urbane Seilbahnsysteme), können österreichische Firmen punkten.

Auch im Bereich Smart Cities gibt es zahlreiche Geschäftschancen für Technologien „Made in Austria“.

Die Realisierung von solchen komplexen Projekten bedeutet ein längerfristiges Engagement und setzt eine ständige Präsenz vor Ort voraus, entweder in Form von Niederlassungen oder durch einen Vertreter. So lassen sich allfällige Anlaufschwierigkeiten oder Akzeptanzprobleme aufgrund unzureichender Informationen über den lokalen Markt, die üblichen Geschäftspraktiken und Gewohnheiten leicht minimieren. Der Aufwand sowie die Kosten für eine Niederlassung in Chile gelten im internationalen Vergleich als eher gering.

Sie suchen ausführliche Informationen zur Branche Infrasturktur (insbesondere Verkehrsinfrastruktur und Tiefbau)? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Santiago.

Erneuerbare Energien/Energieeffizienz/Green Building

Ein großer Teil der chilenischen Stromerzeugung wird aus dem Primärenergieträger Kohle gewonnen (22 %). Auch andere fossile Brennstoffe wie Erdöl (19 %) und Erdgas (17 %) spielen eine wichtige Rolle. Insgesamt ergeben diese knapp 60 % der gesamten Stromerzeugung. Ein hoher Anteil (28 %) wird aus konventioneller Wasserkraft (d.h. Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von mehr als 20 MW) erzeugt. Die Beteiligung der nicht-konventionellen erneuerbaren Energien an der Stromproduktion war in Chile noch bis vor einigen Jahren verschwindend gering, stieg jedoch zuletzt rasant an und liegt nun bei rund 18 %. Davon kommt der Großteil aus Solarenergie gefolgt von Windenergie. Für das Jahr 2022 wird eine Kapazität von 5.824 MW und für 2027 von 9.239 MW an ERNC prognostiziert. 2018 waren es 4.115 MW. Zum Vergleich, im Jahr 2006 lag der Anteil an nicht-konventionellen erneuerbaren Energien (Energías renovables no convencionales – ERNC) in Chile gerade einmal bei 1 %.

Immer wieder wird in Politik und Wirtschaft betont, dass der chilenische Energiesektor weiter diversifiziert und die unsichere Versorgungslage überwunden werden muss, will Chile sich zu einem industrialisierten Land entwickelt. In den vergangenen Jahren gelang es, die zuvor extrem hohen Strompreise für Endverbraucher deutlich zu senken.

Im Jahr 2014 skizzierte das Energieministerium in der Energieagenda 2050 die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele für den Sektor. So sollen die durchschnittlichen Stromkosten weiter sinken (unter den 3 günstigsten im OECD Vergleich im Jahr 2050), Stromausfälle verringert werden, 60 % der Energieproduktion 2050 aus erneuerbaren Quellen kommen, der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden und das nationale Stromnetz mit den Nachbarländern verbunden werden.

Im Rahmen von Meetings mit dem staatlichen Solarverband wurde uns Anfang des Jahres 2019 bestätigt, dass die Produktion und der Export von „grünem Wasserstoff“ ein wichtiges Zukunftsthema für Chile sein wird.

Das Thema Energieeffizienz und Green Building steckt in Chile noch in den Kinderschuhen. Teilweise gibt es noch kein Bewußtsein für dieses Thema. Investoren in Hochbau sehen noch keinen Mehrwert durch die Anwendung von „Green Building-Elementen“, weil sie die Objekte dadurch nicht teurer verkaufen/vermieten können. Auch die vom Staat vorgegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen, welche die Unternehmer zur Anwendung „grüner“ Technologien motivieren würden, sind noch nicht auf europäischen Niveau. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass es in Chile im Bereich Energieeffizienz zahlreiche Anwendungsfelder, sowohl im industriellen (z.B. in der Minen- und Lebensmittelindustrie, Transport, Waste to Energy, etc.) als auch im privaten Bereich (Wohn- und Hausbau, isolierende Baumaterialien, effiziente Heizungssysteme etc.) gibt.

Chancen für österreichische Unternehmen

Das bestehende Freihandelsabkommen der EU mit Chile, welches mehr als 98 % aller Waren die zollfreie Einfuhr nach Chile ermöglicht, ist die Grundlage für den einfachen Zugang zum chilenischen Markt für österreichische Produkte. Österreichische Technik hat sich in vielen Branchen Chiles bereits einen hervorragenden Ruf erworben.

Bisher war das Umweltbewusstsein in Chile und damit auch die Affinität für erneuerbare Energien und Energieeffizienz wenig stark ausgeprägt. Die Trends der letzten Jahre zeigen jedoch, dass die Bedeutung erneuerbarer Energien zunimmt, was auch Chancen für österreichische Unternehmen eröffnet.

Die große Summe an in Umsetzung befindlichen Kraftwerks- und Stromtransportprojekten bedeuten für österreichische Firmen zahlreiche Zulieferchancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Neben dem gesamten Bereich Maschinen und Anlagen ergeben sich auch gute Chancen für Dienstleistungsexporte, die allerdings bisher von österreichischen Unternehmen nur zaghaft wahrgenommen werden.

Aufgrund des stetig wachsenden Energieverbrauchs in Chile eröffnen sich auch interessante Investitionschancen bei der Umsetzung erneuerbarer Energieprojekten, die auch bereits von ersten österreichischen Firmen in Chile erkannt worden sind.

Durch Kontakte zu zahlreichen Opionen-Leadern aus dem Bereich Energieeffizienz können wir die österreichischen Unternehmen bereits in einer Frühphase mit den entsprechenden Partnern in Verbindung bringen.

Sie suchen ausführliche Informationen zu diesem Bereich? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Santiago.

Tourismus Know-How & Infrastruktur

Tourismus im Allgemeinen ist in Chile noch recht wenig entwickelt. Jahr für Jahr steigt jedoch die Zahl jener, die die einzigartige Natur des Landes bewundern wollen. Denn Chile ist in den letzten Jahren von unterschiedlichen internationalen Organisationen zum touristischen Ziel des Jahres gekührt worden. Auch die steigenden Investitionen in die Vermarktung der Destinationen ließen die Zahl der Touristen im Jahr 2017 auf einen Rekordwert von 6,5 Millionen steigen, die Gesamtausgaben in der Höhe von über 2,6 Milliarden US-Dollar tätigten. Somit konnte innerhalb der letzten zehn Jahre die Zahl der Touristen um durchschnittlich 9,5 % pro Jahr gesteigert werden.

Chile ist neben Argentinien das einzige Land Lateinamerikas, das dank seiner gebirgigen Topographie und den geeigneten klimatischen Bedingungen über Schigebiete verfügt. Der Schisport ist in Chile eine exklusive Freizeitbetätigung und nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung leistbar: Preise für Tagesskipässe belaufen sich in den größeren Schigebieten auf ca. EUR 70; die Anschaffung einer Schiausrüstung ist wesentlich teurer als in Österreich. Um den Sport als Betätigung für die breite Masse zu etablieren – wofür Preisnachlässe auf Grund des niedrigen durchschnittlichen Einkommensniveaus unerlässlich sind– haben Skigebiete wie El Colorado Schneesportzentren eingerichtet, in denen erste Skilektionen noch vor dem Anfang des eigentlichen Skigebietes erteilt werden. Der Wintersport im Allgemeinen erfreut sich in Chile seit Jahren steigender Nachfrage. Laut dem Interessensverband der chilenischen Skigebiete belief sich die Zahl der Besucher während der Skisaison 2017 auf über 1,4 Millionen und die Anzahl der Skifahrertage* auf über 1 Million: eine Steigerung von fast 30 % gegenüber dem Jahr davor. Der Skisportmarkt in Chile ist aber immer noch vergleichsweise klein. Im Vergleich dazu verzeichnete Österreich in der Skisaison 2017/18 16,2 Millionen Besucher und über 50 Millionen Skifahrertage. Unter Skifahrertagen versteht man Gäste, die an einem Tag das erste Mal eine Liftanlage nutzen; ein Gast wird pro Tag aber nur einmal gezählt.

Vor allem im Bereich Infrastruktur der Wintersportgebiete besteht noch großer Aufholbedarf, denn trotz der Vielzahl an Projekten die in den letzten Jahren umgesetzt wurden, liegt der Qualitätsstandard der Liftanlagen noch immer unter dem europäischer Skigebiete. Positiv hervorzuheben bleibt jedoch, dass in den letzten Jahren große Fortschritte bei den Besucherzahlen erzielt werden konnten und sich das Investitionsklima merklich verbessert hat.

Im Laufe der letzten Jahre wurden außerdem kontinuierlich neue, spezialisierte Skigebiete gegründet, wie zum Beispiel Corralco, das auf naturnahes Skifahren ausgerichtet ist. Diese Skigebiete fallen in der Regel eher klein aus, sind mit wenigen Liften ausgestattet und haben das Ziel, vor allem Familien anzusprechen. Bisher waren es oftmals europäische Unternehmen, die für die Errichtung der Infrastruktur verantwortlich waren.

Immer mehr Skigebiete beginnen damit, die Lifte mit modernen elektronischen Zutrittssystemen (z.B. Skidata, Axess) auszustatten und in den Skigebieten nahe Santiago setzen die Betreiber auf großflächige künstliche Beschneiung der Pisten. Auch Skikindergärten erfreuen sich zunehmend größerer Beliebtheit.

Chancen für österreichische Unternehmen

Im Bereich der Tourismus Infrastruktur sind für österreichische Unternehmen durchaus Marktchancen vorhanden, jedoch eingeschränkt, da relativ wenige Investitionen in neue Anlagen stattfinden. Viele der Liftanlagen sind aus den 80er Jahren und entsprechen nicht den internationalen Standards. Im Vergleich zu europäischen Schigebieten sind chilenische Zentren eher klein, mit einer überschaubaren Anzahl an Aufstiegshilfen. Anders als in den Alpenländern wie Österreich und der Schweiz, wo es üblich ist, dass auf Gemeindeinitiative hin Projekte geplant und durchgeführt werden, sind es in Chile zumeist die Eigentümerfamilien der Landflächen, die die Verantwortung tragen. Die regulatorischen Richtlinien für das Erbauen von Infrastruktur wie Seilbahnen sind noch wenig entwickelt. Die jüngsten Entwicklungen bei den Importen von Aufstiegshilfen (z.B. Skiförderbänder) zeigen jedoch, dass in den letzten Jahren durchaus Investitionen getätigt wurden und sich die Lage in den nächsten Jahren voraussichtlich verbessern wird.

Sie suchen ausführliche Informationen zur Branche Tourismus Know-How & Infrastruktur? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Santiago.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Chile problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Santiago de Chile anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Chile.  

Das AußenwirtschaftsCenter Santiago de Chile berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Chile haben.