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Die kroatische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Zagreb hat die wichtigsten Informationen zur kroatischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Nach einem starken Wirtschaftseinbruch von -8,1% des BIP im Coronajahr 2020, gelang Kroatien ein fulminantes Comeback mit einem BIP-Wachstum von 10,4% 2021. Die wichtigsten Wachstumstreiber Privatkonsum, Investitionen und Dienstleistungsexporte erholten sich dank einer besser als erwarteten Sommertourismussaison. Die Erwartungen für 2022 sind durch die aktuelle Ukraine Krise gedämpft und liegen um die 3%.

Besondere Entwicklungen 

Kroatien hatte beim Corona-Management relativ früh mit strikten Maßnahmen auf die ersten Infektionsfälle reagiert und konnte dadurch die Zahl der Infizierten und Toten im ersten Halbjahr 2020 sehr niedrig halten. Etwa Mitte Juni stiegen die Neuinfektionen wieder an und Kroatien rutschte bei der Corona-Performance vom Musterschüler ins letzte Drittel der EU-Mitglieder ab. Nach einer positiven Entwicklung ab Dezember 2020 setzte im Februar 2021 die dritte Welle ein, welche erst relativ knapp vor der Sommertourismussaison abebbte. Diese war dann auch aufgrund ausbleibender Reisewarnungen sehr erfolgreich und die Grundlage für das hohe Wirtschaftswachstum 2021.

Kroatien fährt generell eine Politik der relativ geringen Einschränkungen auch bei hohen Infektionszahlen. Dadurch konnten auch die Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft 2021 wieder beschränkt werden.

Neben der praktisch als gesichert geltenden EURO Einführung am 1. Jänner 2023 zählen der Schengen-Beitritt und die Umsetzung des Nationalen Wiederaufbau und Resilienzplans zu den Prioritäten der Regierung.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Nach einem Minus von 8,4% bei den Warenausfuhren 2020 nach Kroatien, brachte 2021 eine kräftige Erholung mit +21,9% auf 1.505 Mio. EUR. Die kroatischen Warenausfuhren nach Österreich nahmen im gleichen Zeitraum um 23,4% auf 725 Mio. EUR zu.

Bei den Dienstleistungen hat Österreich aufgrund des Sommertourismus traditionell ein kräftiges Defizit mit Kroatien. Dieses ist im Corona-Jahr deutlich geringer ausgefallen. Die österreichischen Dienstleistungsausfuhren gingen 2020 um 18,5% auf 235 Mio. EUR zurück. Die kroatischen Dienstleistungsausfuhren nach Österreich brachen im gleichen Zeitraum um 52,5% auf 675 Mio. Euro ein. 2021 erholten sich die Dienstleistungsausfuhren Österreichs nach Kroatien mit 7,7% auf 362 Mio. EUR. Die Dienstleistungseinfuhren aus Kroatien näherten sich wieder dem Vorkrisenniveau an: +84,3% auf 1.069 Mio. EUR. Hier fällt der Tourismus aus Österreich stark ins Gewicht.

Österreich ist zweitgrößter Investor in Kroatien. Niederlassungen österreichischer Firmen sind in alle Branchen präsent. Lt. kroatischer Statistik lagen die kumulierten FDI Österreichs in Kroatien zum Ende 2021 bei 5,1 Mrd. EUR.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Kroatien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Zagreb für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Kroatien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Software & IT 

Kroatien investiert sowohl in den Ausbau und die Modernisierung des öffentlichen Kommunikationsnetzes, als auch in die Digitalisierung von staatlichen Einrichtungen (e-Government), der Industrie sowie in Smart-City Lösungen. Ein bedeutender Teil dieser Investitionen wird aus EU-Fördermitteln finanziert.

Gleichzeitig wurden die letzten Jahre durch eine starke Entwicklung der jungen kroatischen IT-Startup- und -Softwareszene geprägt, die immer bedeutender für die kroatische Wirtschaft wird.

Der kroatische IT-Sektor erwirtschaftet jährlich 2,8 Mrd. Euro und beschäftigt mehr als 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 4.649 Firmen. Der Sektor verzeichnet jährliche Wachstumsraten von bis zu 10 % und erzielt 810 Mio. Euro Exportumsatz. Die meisten kroatischen IT-Unternehmen sind im Dienstleistungs- und Softwarebereich international tätig, wobei es sich hauptsächlich um kleine (58 % der Unternehmen haben weniger als 5 Mitarbeiter) und mittelständische Unternehmen (40 % mit 5 – 100 Mitarbeitern) handelt. Vor allem der Software-Bereich, welcher hauptsächlich von innovationsstarken und international sehr erfolgreichen Unternehmen und Startups getrieben wird, verzeichnet die größten Wachstumsraten und gilt als Symbol des neuerlichen Booms in der kroatischen IT-Branche. Dies wird durch gute Ausbildungsmöglichkeiten sowie dem lokal vorhandenen Know-how der gut ausgebildeten Arbeitskräfte zusätzlich unterstützt. Kroatische IT-Fachkräfte sind daher auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt sehr begehrt. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Geschäftschancen ergeben sich aus sowohl aus Projekten der öffentlichen Hand (insb. e-government, smart-city etc.) als auch durch den Privatsektor. Kroatische IT Spezialisten bieten auch Potential für einerseits Kooperationen für fachspezifische Lösungen bei internationalen Projekten, und andererseits auch für Outsourcing-Dienstleistungstransfer. Das AußenwirtschaftsCenter Zagreb organisiert dazu mehrere Veranstaltungen und unterstützt Sie gerne bei der Geschäftspartner- und Kundensuche. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur IT-/Softwarebranche in Kroatien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Zagreb

Tourismus Know-how

Der Tourismus ist der stärkste Wirtschaftssektor Kroatiens mit rd. 25 % Anteil am BIP Kroatiens. Mit jährlichen Wachstumsraten von etwa 5 % – sowohl bei den Ankünften und Nächtigungen, als auch beim Umsatz und den Einnahmen – ist der Tourismus auch Treiber zahlreicher Investitionen in Tourismusinfrastruktur, welche zusätzlich mit EU-Förderprogrammen gestärkt werden.

Nach einem schwierigen Coronajahr 2020 konnte der kroatische Tourismus 2021 fast wieder an die Rekordergebnisse vor Corona anschließen. Das kroatische Tourismusministerium ist bemüht, die Tourismussaison von der bislang fast ausschließlichen Sommersaison an der Küste, auf das ganze Jahr und auch auf das ganze Land auszudehnen. Hier soll insbesondere der Gesundheitstourismus forciert werden, aber auch verschiedene Konzepte für den Ausbau des Kontinentaltourismus wie z.B. Radtourismus, Genussreisen etc. werden entwickelt bzw. auch gesucht. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Die Tourismusbranche bietet zahlreiche Geschäftschancen für österreichische Firmen – einerseits für Investitionen und Projektbeteiligungen, andererseits für Tourismuszulieferungen, wie Hotel- und Gastronomieausstattung, oder Lebensmittel und Getränke. Tourismusprojekte bieten Chancen für Baubeteiligungen, Design- und Einrichtungsleistungen, Montagen und Partnerschaften in verschiedenen begleitenden Infrastrukturprojekten. Der Markt bietet auch genügend Potenzial für Beratungsdienstleistungen bei Tourismusprojekten.

Nicht zuletzt steigt auch die Zahl kroatischer Touristen nach Österreich an, weswegen der Markt zunehmend für österreichische Tourismusanbieter interessant wird. Das AußenwirtschaftsCenter Zagreb organisiert daher mehrere Messeauftritte und Fachveranstaltungen im Tourismusbereich (siehe Veranstaltungen zu Kroatien) und unterstützt Sie gerne bei der Geschäftspartner- und Kundensuche.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Tourismusbranche in Kroatien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Zagreb

Infrastruktur 

Kroatien kann aus verschiedenen EU-Förderinstrumenten in den nächsten zehn Jahren mit rd. 25 Mrd. EUR rechnen. EUR 12,6 Mrd. kommen aus dem MFR und EUR 9,9 Mrd. aus dem Wiederaufbau und Resilienzfonds. Alleine daraus sind EUR 6,3 Mrd. EUR verlorene Zuschüsse. Weitere Mittel kommen noch aus verschiedensten Programmen hinzu. Wesentliche Teile dieser Mittel sind für Verbesserung der Infrastruktur vorgesehen, insbesondere in den Bereichen Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft und Verkehrsinfrastruktur. Gerade bei großen Infrastrukturprojekten kam es oft zu erheblichen Verzögerungen, weswegen viele Projekte in nächster Zeit zur Ausschreibung kommen werden.

In den Bereichen Wasser/Abwasser werden neben weiteren Kläranlagenprojekten auch Bau-/Sanierung von Leitungen sowie Maßnahmen zur Reduktion von Wasserverlusten und Hochwasserschutz erwartet. Zu den Projekten der Kommunen im Wasser-und Abwasserbereich hat das AußenwirtschaftsCenter Zagreb eine Projektliste erstellt. Für nähere Informationen schreiben Sie bitte an zagreb@wko.at.

Auch Kroatiens Abfallsektor steht im Zuge der Anpassung an EU-Standards immer noch vor großen Herausforderungen. Investitionen in Abfallwirtschaftszentren und Deponiesanierungen stehen dabei im Fokus. Insbesondere Mülltrennung und Wiederverwertung sind Schwerpunkte.

Kroatien verfügt dank früherer milliardenschwerer Investitionen über ein sehr gut ausgebautes Autobahn- und Straßennetz. Der Schienensektor wurde bei den Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur allerdings in den letzten Jahrzehnten stark vernachlässigt. Darunter leidet auch der Ausbau des Hafens Rijeka, welcher aufgrund seiner natürlichen Tiefe großes Potenzial als Logistik-Hub hätte, sofern eine effiziente Eisenbahnanbindung ins Hinterland – sowohl nach Norden als auch Osten – gegeben wäre. Die kroatische Eisenbahninfrastrukturgesellschaft und der Hafen Rijeka planen nun intensiv Investitionsprojekte zum Ausbau und zur Verbesserung der bestehenden Bahn- und Hafeninfrastruktur, sowohl in Rijeka als auch kroatienweit.

Chancen für österreichische Unternehmen

Für österreichische Unternehmen ergeben sich daraus Geschäftschancen in vielen Bereichen, darunter z.B. Planungsleistungen, Beratungsleistungen/Projektmanagement/Bauüberwachung, Bauleistungen, Equipmentzulieferungen, uvm. Das AußenwirtschaftsCenter Zagreb organisiert dazu mehrere Veranstaltungen in Kroatien und unterstützt Sie gerne bei der Geschäftspartner- und Kundensuche. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Infrastrukturprojekten in Kroatien? Dann ist vielleicht unser Newsletter Update Ausschreibungen/Förderungen/Aufträge für Sie interessant! Für Informationen dazu und auch generell zum Thema Infrastruktur in Kroatien, kontaktieren Sie bitte das AußenwirtschaftsCenter Zagreb.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Kroatien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Zagreb anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Kroatien

Das AußenwirtschaftsCenter Zagreb berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Kroatien haben.

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