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Die tschechische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Prag hat die wichtigsten Informationen zur tschechischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die tschechische Wirtschaft hat sich auch 2018 gut entwickelt – im letzten Quartal des Vorjahres wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Jahresvergleich um 2,8 % und im Vergleich zum Vorquartal um 0,9 % – mit diesem Wert ist unser Nachbarland doppelt so schnell wie der EU-Durchschnitt (1,4 % bzw. 0,3 %) gewachsen. Im Gesamtjahr 2018 steigerte sich die tschechische Wirtschaft um 3 % und floriert damit seit 5 Jahren ohne Unterbrechung. Das Wachstum ist 2018 insbesondere der guten Inlandsnachfrage zu verdanken – die Bruttoanlageinvestitionen stiegen um über 10 % (vor allem in Gebäude, Maschinenausstattung und Verkehrsmittel, aber auch Exporte und die Bauwirtschaft erbrachten eine gute Leistung. Für 2019 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,5 % erwartet. 

Besondere Entwicklungen 

Tschechien gehört bereits seit einigen Jahren zu den am schnellsten wachsenden Ländern Europas und erlebt seine besten Jahre seit der internationalen Finanzkrise vor zehn Jahren. Die Investitionen sind kontinuierlich gestiegen, Firmen kaufen Maschinen und Technologien. Und die Bevölkerung, die sich an sichere Arbeitsplätze und steigende Einkommen gewöhnt hat, steigert die Konsumausgaben von Jahr zu Jahr. Die Wirtschaft steht zwar grundsätzlich auf gesunden Beinen – aber ob das gute Wachstum weiter anhalten wird – darüber werden vor allem Faktoren aus dem Ausland entscheiden, über die Tschechien keine Kontrolle hat. Ungünstige Entwicklungen (Konjunktur in Deutschland, Brexit, Handelskriege etc.) könnten für die stark vom Export abhängige tschechische Wirtschaft und damit auch bei der Beschäftigungslage Rückschläge bedeuten. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Auch 2018 konnte der bilaterale Warenhandel alle bisherigen Rekorde brechen: die österreichischen Ausfuhren nach Tschechien stiegen um 5,2 % auf 5,54 Mrd. Euro und die Einfuhren aus Tschechien um 5,5 % auf 6,7 Mrd. Euro. Das Handelsvolumen hat damit den neuen Höchststand von 12,24 Mrd. Euro erreicht. In Anbetracht der hohen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr (Exporte: +10 % bzw. Importe: +8 %) ist dies umso bemerkenswerter.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Tschechien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Prag für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Tschechien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive

Die Automobilbranche ist die Schlüsselindustrie der tschechischen Wirtschaft. Tschechische KFZ Hersteller und Zulieferbetriebe erwirtschaften rund 25 % des industriellen Outputs sowie aller tschechischen Exporte. Tschechien gehört in die Gruppe der 15 größten Automobilnationen der Welt. Betrachtet man den Output in Relation zur Bevölkerungsanzahl, dann ist es nach der Slowakei der zweitgrößte Autoproduzent der Welt. Im Jahr 2018 wurden über 1,4 Mio. Fahrzeuge bzw. fast 23.000 mehr als im Vorjahr produziert. Das Produktionsvolumen ist damit auf einen neuen Rekordwert gestiegen.

Neben den drei PKW Produzenten Škoda Auto (Anteil an Produktion: 61 %), Hyunday (Anteil an Produktion: 24 %) und TPCA (Toyota, Peugeot und Citroen – Anteil an Produktion 15 %), gibt es im Nutzfahrzeugbereich noch IVECO Bus, SOR, TATRA und AVIA sowie mehr als 900 Zulieferbetriebe. 56 der weltweit 100 bedeutendsten TIER 1 Unternehmen haben zumindest eine Produktionsstätte in Tschechien.

Chancen für österreichische Unternehmen

Abgesehen von den OEMs befinden sich unter den Zulieferbetrieben auch eine Reihe namhafter österreichischer Unternehmen.
Österreichische Unternehmen haben sich als Zulieferer der Automobilindustrie bestens etabliert. Tschechische Unternehmen wissen über die Qualität österreichischer Produkte und schätzen unser Preis- Leistungsverhältnis sowie auf Grund der geographischen Nähe die einfacheren Logistikwege. Mit der großen Anzahl und Vielfalt an Zulieferbetrieben ergeben sich viele Geschäftschancen. Veranstaltungen im Bereich Automotiv sind ein fixer Bestandteil unseres jährlichen Veranstaltungsprogrammes.

Sie suchen nähere Informationen über bzw. Kontakte zu der Automotive Industry? Das AußenwirtschaftsCenter Prag unterstütz Sie gerne? 

Anlagenbau/Smart Factory

Der Maschinen- und Anlagenbau ist in Tschechien eine traditionell tief verwurzelte Branche. Ihr Ursprung geht auf die Österreich-Ungarische Monarchie zurück. Sie blieb im Kommunismus bedeutend und ist heute mit den Zielmärkten in Westeuropa ein moderner dynamisch wachsender Bereich. In diesem Wirtschaftssektor beschäftigen knapp 5.000 Unternehmen rund 128.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von ca. 14 Mrd. Euro. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau eine der wichtigsten Branchen.
Wie auch bei den tschechischen Gesamtexporten gehen rund 33 % der Exporte dieses Bereiches nach Deutschland. Danach folgen die Slowakei, Frankreich und UK mit je 5 %.

Für uns ist unser nördlicher Nachbar einer unserer wichtigsten Abnehmer von Industriezulieferungen – von Maschinen und Anlagen über Komponenten bis hin zu Vormaterialien. Ein Bereich, der über Jahre hinweg stark stieg.
Als wichtigste Plattform in dieser Branche hat sich dabei die jährlich im Oktober stattfindende Maschinenbaumesse MSV etabliert. Sie wird traditionell mit einer Gruppenausstellung von uns beschickt – siehe unsere Veranstaltungsvorschau

Chancen für österreichische Unternehmen

Die Gründe weshalb Tschechien zu einem so wichtigen Abnehmer für unsere Industriezulieferungen wurde sind:

  • Hauptabnehmer von tschechischen Maschinen- und Anlagebauprodukten sind die EU Staaten, allen voran Deutschland. Um auf diesen Märkten erfolgreich zu sein, muss Tschechien erstklassige Anlagen anbieten. Um diese zu produzieren bedarf es wiederum erstklassiger Maschinen, Komponenten von Vorprodukten. Und das ist die klassische Spielwiese unserer österreichischen Unternehmen.
  • In Tschechien herrscht Arbeitskräftemangel. Rund 200.000 gemeldeten Arbeitslosen stehen mehr als 300.000 offene Stellen gegenüber. Daraus resultieren u.a. massiven Lohn- und Gehaltssteigerungen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die gute Auftragslage abarbeiten zu können, sind Automatisierung und modernste Produktionstechnologien stark nachgefragt 

Wir haben Ihr Interesse geweckt? Gerne steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Prag zur Verfügung. 

Elektro / Elektronik / Mechatronik

Die Elektro- und Elektronikindustrie zählt zu den bedeutendsten Branchen. Mehr als 15.000 Unternehmen, die rund 150.000 Mitarbeiter beschäftigen erzielen insgesamt einen Umsatz von rund 26 Mrd. Euro.

In diesem sehr heterogenen Wirtschaftssektor ist das Unternehmensspektrum sehr breit gestreut. Es reicht von traditionellen tschechischen Unternehmen bis hin zu internationalen Multis, die in Tschechien produzieren. So breit das Unternehmensspektrum ist, so breit ist auch das Produktionsprogramm. Es erstreckt sich von Unterhaltungselektronik mit Firmen wie Panasonic und Tatung über elektrische und elektronische Komponenten und Baugruppen für die Automobilindustrie bis hin zu Nischen, wie die Elektronenmikroskopie. Bei letzterer liegt der Weltmarktanteil der in Tschechien produzierten Geräte sogar bei 30 %.

Gerade bei dem in Tschechien sehr präsenten Thema Industrie 4.0 ist diese Branche in einer besonderen Position. Zum einen wird sie von diesen Entwicklungen selbst beeinflusst und zum anderen ist sie naturgemäß selbst in der Lage die Entwicklungen von Industrie 4.0 stark zu prägen. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Zum einen bietet die sehr breit aufgestellte tschechische Elektro- und Elektronikindustrie österreichischen Lieferanten eine Vielzahl an Zulieferchancen. Grundsätzlich ist zwar davon auszugehen, dass man hier nicht auf einen ungesättigten Markt stößt, österreichische Unternehmen haben sich aber weltweit einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet und es gibt auch in Tschechien kaum einen Grund sich nicht auch hier gegen den Mitbewerb durchzusetzen.

Österreichische Unternehmen haben das Know-how und die Technologien, um trotz hoher Lohn- und Gehaltskosten wettbewerbsfähig zu sein. Hier bietet sich jetzt eine gute Chance diese Technologien zu vermarkten. Zum einen zwingt der Arbeitskräftemangel tschechische Unternehmen zu Rationalisierungs- und Automatisierungsmaßnahmen, um die Nachfrage decken zu können. Zum anderen sind der Löhne und Gehälter zwar noch vergleichsweise niedrig, aber Steigerungsraten um die 8 %, wie sie in den letzten Jahren üblich waren, machen sich auch langsam hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit zu bemerken. Vielleicht ein interessantes Detail dazu: Im Vergleich zu den am Beginn des Kapitels genannten Daten erzielt die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie mit rund 65.000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 21 Mrd. Euro. 

Unter unserem umfassenden Veranstaltungsprogramm für Industriezulieferer befindet sich unter anderem eine Gruppenausstellung bei der Elektro- und Elektronikmesse AMPER 

Sie wollen sich den tschechischen Markt näher ansehen? Gerne berät Sie das AußenwirtschaftsCenter Prag.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Tschechien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Prag anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Tschechische Republik.

Das AußenwirtschaftsCenter Prag berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Tschechien haben.