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Warentransporte zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich seit 1.1.2021

Leitfaden für Speditionsunternehmen

Inhalt


Seit 1. Jänner 2021 gibt es ein neues Protokoll für die Abwicklung von Warentransporten zwischen der EU und dem Vereinigte Königreich (England, Schottland und Wales), welches einen deutlich höheren, administrativen Aufwand zum Ergebnis hat. Die Bereiche, in denen es zu Änderungen kam, sind vielfältig und betreffen einerseits die Frachtdokumente, notwendige Lizenzen, Genehmigungen, Sicherheitserklärungen sowie die Neudefinition von Verantwortungsbereichen bei der physischen Abwicklung des Warentransports, insbesondere bei den Zollverfahren. Anzumerken ist, dass hierzu auch auch Dritte (Zollagenten) im Eigen- oder Fremdauftrag hinzugezogen werden können. Einschneidende Änderungen gibt es auch bei den Prozessen im großteils digitalisierten Verkehrsmanagement in Häfen bzw. beim Eurotunnel. Die Britische Regierung hat hierzu ein praktisches Handbuch für Speditionsunternehmen (auch auf Deutsch) publiziert, das auf die wichtigsten Schritte Bezug nimmt und einen wertvolle Orientierung für die Branche darstellt.

Nachfolgend haben wir ausgewählte Punkte für Sie herausgegriffen:

Mehr Verantwortung

Auch wenn das Exportunternehmen dazu verpflichtet ist, die Zollanmeldungen vorzunehmen und korrekte Dokumente zur Verfügung zu stellen und das Speditionsunternehmen dafür sorgen muss, dass diese an die LKW-Fahrerinnen/-Fahrer ausgehändigt werden, trägt die bzw. der Fahrzeuglenkende, als das letzte Glied in der Beförderungskette, wesentliche Verantwortung und sollte daher im Zuge der neuen Zoll-und Grenzverfahren entsprechend geschult werden. Zum Beispiel muss sich die Fahrerin/der Fahrer vorm Verlassen der EU vergewissern, dass die EU-Ausfuhrverfahren abgeschlossen sind und die britischen Einfuhrbestimmungen erfüllt werden. Darüber hinaus muss ab 1. Oktober 2021 ein Reisepass für die Einreise in das Vereinigte Königreich mitgeführt werden.

Sicherung eines Fahrzeugs bei Fahrten ins VK – Illegale Einwandernde

Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten nutzen seit 2015 den Güterverkehr verstärkt, um illegal in das Vereinigte Königreich einzureisen. Besonders Stausituationen werden genutzt, um sich in Fahrzeugen zu verstecken. Der einzige Weg Strafen von bis zu 2.000 GBP (pro „blindem Passagier“!) möglichst zu vermeiden, ist ein striktes Sicherheitskontrollsystem (Checklisten, Alarmsysteme), auf das LKW-Lenkerinnen und Lenker eingeschult und welches bei jeder Fahrt lückenlos dokumentiert werden sollte. Weiterführende Informationen sind in der offiziellen Guideline der Britischen Regierung sowie auch im neu publizierten Handbuch für Speditionsunternehmen zu finden.

Temporäre Lockerung der Fahrzeiten für LKW Fahrer

Die britische Regierung hat – bedingt durch einen akuten (brexit-bedingten) Mangel an LKW Fahrern im VK - eine temporäre Lockerung der Arbeitszeitregulierung für LKW-Fahrer beschlossen, die mit 12. 7. in Kraft getreten ist und bis 31. 10. 2021verlängert wurde. 

Details zum Thema auf gov.uk

Kent Access Permit Certificate

Die Zugangsgenehmigung für die Region Kent für LKWs über 7,5 Tonnen (Kent Access Permit) wird seit 21. April 2021 nicht mehr benötigt.

Reminder: Änderung ab 1. Oktober 2021

Die Befreiung der „exit summary declaration“ (EXS) für Leergut, leere Fahrzeuge und bestimmte Roll on-Roll-off Waren ist mit 1. Oktober 2021 ausgelaufen. Allerdings ist die Abgabe einer EXS nur dann vorgeschrieben, wenn das Leergut oder das leere Fahrzeug im Rahmen eines „contract of carriage“ unterwegs ist. In diesem Fall erfolgt die Anmeldung über das CHIEF-System -- Details unter When to make an exit summary declaration. Für wiederverwendbare Verpackungen ist eine Erklärung u.U. „by conduct“ (also vor Ort, ohne vorherige Anmeldung) möglich. Details dazu unter Declaring reusable packaging for Great Britain imports and exports.

Weitere Quellen

Webinar Reihe: Brexit und Zoll – Mehraufwand und Unklarheiten | Teil 2


Sie haben noch Fragen? Wir helfen gerne weiter

AußenwirtschaftsCenter London
E london@wko.at
T +44 20 7584 4411


Newsticker – Hilfreiche Meldungen Herbst 2021

Stand: September 

25.09.21 Government taking action to tackle the shortage of HGV drivers

Die logistischen Engpässe ausgelöst durch einen Mangel and LKW Fahrer wurden von der Reigierung aufgegriffen.

13.9.21 UK Shipping Concierge service

Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat am 13. September ein „Shipping Concierge Service“ gestartet. Das Service ist rund um die Uhr verfügbaren (24/7) und soll bestehende und neue Unternehmen vernetzen und Import und Export auf dem Seeweg unterstützen. 


10.9.21 Driver testing changes

Änderungen aufgrund der Engpässe an LKW-Fahrern mit der Zielsetzung die Lizenzen zu verdoppeln: Wegfallen des Testes zum Anbringen von Anhängern, Kürzen des Praxistests für Reversieren und Beschleunigung Zulassung für Schwertransporte (Kürzung der praktischen Erfahrung mit Klein-LKWs)


6.9.21 Standard petrol has changed to E10

Seit September 2021 ist E10 der Standardtreibstoff auf allen Tankstellen im Vereinigen Königreich. Dadurch sollen jährlich 750,000 Tonnen CO2 eingespart werden. E10 beinhaltet bis zu 10% Bioethanol und ist für die meisten Fahrzeuge ab dem Baujahr 2011 unbedenklich. Auf Gov.uk/E10checker wird eine Beratung zur Fahrzeugs Verträglichkeit angeboten.


1.9.2021 International road haulage: HGV driver documents

Fahrzeuge gemeldet im Großbritannien benötigen am 28. September einen GB-Kleber für die Ausreise. 


26.8.2021 New rules for international road haulage in 2022

Die Regierung des Vereinigten Königreich weißt auf neue Regelungen im Rahmen des Trade and Cooperation Agreements für Warentransporte innerhalb der EU für LKWs und Schwerfahrzeuge ab 2022 hin.

  • Meldepflicht via Onlineservice zur Anmeldung von Transporte ab 2. Februar 2022
  • Vehicle Operator Licence wird ab 21. März 2022 für den Transport von Günter innerhalb Europas benötigt

» Details zur Meldepflicht


2.8.2021 International road haulage: HGV driver documents

Die Grüne Versicherungskarte wird für Fahrten in die EU, Andorra, Bosnien-Herzegowina, Island, Lichtenstein, Norwegen, Serbien und die Schweiz nicht mehr benötigt. 

Stand: