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Werkverkehr

Aktuelle Infos: Definition und Voraussetzungen für Werkverkehr

„Werkverkehr“ ist das Selbstbedienungsrecht von Unternehmen, Transporte im Zusammenhang mit dem eigenen Betrieb durchführen zu dürfen, ohne dass sie eine Gewerbeberechtigung zur gewerbsmäßigen Güterbeförderung haben/benötigen. Sie müssen dabei die Voraussetzungen für Werkverkehr einhalten. Vereinfacht ausgedrückt, dürfen u. a. nur eigene Fahrzeuge und eigene Lenker eingesetzt werden, es dürfen nur Waren im Zusammenhang mit dem eigenen Betrieb befördert werden. Entgeltliche Beförderungsleistungen für andere sind also im Werkverkehr nicht erlaubt! Werkverkehr ist in der Gewerbeordnung ausdrücklich als Nebenrecht von Unternehmen verankert.

Voraussetzungen für Werkverkehr

Bei „Werkverkehr“ müssen folgenden Voraussetzungen gegeben sein:

  1. Die beförderten Güter müssen im Eigentum des Unternehmens stehen oder vom Unternehmen gekauft, verkauft, vermietet, gemietet, erzeugt, bearbeitet oder ausgebessert werden.
  2. Die Beförderung der Güter muss der Heranschaffung zum Unternehmen, ihrer Fortschaffung vom Unternehmen oder ihrer Überführung innerhalb oder – zum Eigengebrauch - außerhalb des Unternehmens dienen
    • Achtung: Zum Unternehmen gehören auch alle Zweigniederlassungen, weiteren Betriebsstätten udgl. sowie die auch nur vorübergehend betriebenen Arbeitsstellen, wie insbesondere Baustellen.
  3. Die verwendeten Fahrzeuge müssen vom eigenen Personal des Unternehmers oder von Leihpersonal gelenkt werden (oder vom Unternehmer selbst).
  4. Die Kraftfahrzeuge müssen dem Unternehmen gehören (auch gemietete oder geleaste Fahrzeuge sowie kurzfristige Ersatzfahrzeuge sind möglich).
  5. Die Beförderung darf nur eine „Hilfstätigkeit“ im Rahmen des gesamten Unternehmens darstellen.

Auch als Werkverkehr gilt das Abschleppen der im Unternehmen verwendeten Fahrzeuge sowie die Beförderung von Gütern in besonders eingerichteten Vorführungswagen zum ausschließlichen Zweck der Werbung oder Belehrung.

Fahrzeuge, die im Werkverkehr eingesetzt werden, sind durch die Eintragung der Verwendungsbestimmung „Werkverkehr“ im Zulassungsschein gekennzeichnet:

  • Korrekt lautet diese Eintragung „Zur Verwendung für den Werkverkehr bestimmt“, sie kann auch nur kurz durch die Kennziffer „19“ angeführt sein.
  • Bei Kraftfahrzeugen über 3,5 t höchstem zulässigen Gesamtgewicht (hzG) ist diese Eintragung verpflichtend, wenn sie fehlt, ist dies strafbar.
  • Bei Kraftfahrzeugen bis inkl. 3,5 t hzG (und auch bei Anhängern) ist das Fehlen dieser Eintragung zwar nicht strafbar, führt in der Praxis aber oft zu Problemen.

Daher sollte die Verwendungsbestimmung „Zur Verwendung für den Werkverkehr bestimmt“ bzw. die Kennziffer „19“ bei der Verwendungsbestimmung jedenfalls bei allen Lkw und Anhängern im Zulassungsschein eingetragen werden, die in Unternehmen im Werkverkehr verwendet werden.

Eintragung der Verwendungsbestimmung im Zulassungsschein

Kraftfahrzeuge im Werkverkehr

Entweder Text „zur Verwendung für den Werkverkehr bestimmt“ oder Kennziffer „19“.

  • Bei Kfz bis 3,5 t hzG und bei Anhängern nicht gesetzlich verpflichtend, aber empfohlen
  • Bei Kfz über 3,5 t hzG gesetzlich verpflichtend, bei Fehlen auch strafbar

Die nachträgliche Änderung der Verwendungsbestimmung ist kostenlos bei jeder Kfz-Zulassungsstelle in eigenen Bezirk möglich. Vorzulegen sind: Zulassungs- und Typenschein des Fahrzeuges sowie der Gewerbeschein.

Kraftfahrzeuge im gewerbsmäßigen Güterverkehr

Entweder Text „zur Verwendung für die gewerbsmäßige Güterbeförderung bestimmt“ oder Kennziffer „20“.

  • Bei allen Kfz gesetzlich verpflichtend, bei Fehlen auch strafbar
Zulassungsschein

Einsatz von Mietfahrzeugen

Sowohl im Werkverkehr also auch im gewerbsmäßigen Güterverkehr dürfen auch Mietfahrzeuge eingesetzt werden

  • In beiden Fällen müssen bei Fahrten mit Mietfahrzeugen der Mietvertrag und der Beschäftigungsvertrag des Lenkers mitgeführt werden
  • Im gewerbsmäßigen Güterverkehr darf die Anzahl der in der Konzession festgelegten Fahrzeuge nicht überschritten werden, weiters ist eine Abschrift der Konzessionsurkunde bzw. die EU-Lizenz mitzuführen.

„Werkverkehr“ ist eine Ausnahme von bestimmten gewerberechtlichen Vorschriften für gewerbsmäßige Güterbeförderungsunternehmen

Im Werkverkehr gelten folgende gewerberechtliche Verpflichtungen für gewerbsmäßige Güterbeförderungsunternehmen nicht,

  • Erfordernis einer Gewerbeberechtigung zur gewerbsmäßigen Güterbeförderung
  • Verpflichtendes Mitführen der EU-Lizenz oder einer beglaubigten Abschrift eines Auszugs aus dem Gewerberegister
  • Verpflichtendes Mitführen einer Fahrerbescheinigung für Drittstaatenangehörige
  • Verpflichtendes Mitführen eines Begleitpapiers bei jeder Beförderung

Diese Erleichterungen und die Voraussetzungen für das Vorliegen von Werkverkehr sind EU-weit einheitlich geregelt, Werkverkehr ist also auch grenzüberschreitend zulässig.

Da es in einigen Staaten Probleme bei der Unterscheidung zwischen Werkverkehr und gewerbsmäßigem Güterverkehr gibt, stellt die WK-Organisation eigene mehrsprachige Informationen dazu zur Verfügung:

Auch im Werkverkehr gelten aber ansonsten alle Vorschriften für Straßen-Güterbeförderungen in der Wirtschaft 

Hier Verweise auf wichtige Vorschriftenbereiche und, wo Sie auf wko.at dazu Informationen finden:

Gewerbsmäßige Güterbeförderungen

Liegen nicht (alle) der oben genannten Voraussetzungen des Werkverkehrs vor (z. B. die Waren stehen in keinem Bezug zum Unternehmen oder ein Händler will einen Transport direkt vom Erzeuger zum Kunden durchführen, ohne Berührung des eigenen Betriebes/Lagers), so handelt es sich um eine gewerbsmäßige Güterbeförderung. Dies ist die Beförderung von Gütern (körperliche, bewegliche Sachen, auch wenn sie keinen Verkehrswert haben) gegen ein Frachtentgelt für andere.

  • Sollten dabei Kraftfahrzeuge eingesetzt werden, die (inkl. Anhänger) bis 3,5 t hzG haben, fallen diese unter den Begriff „Kleintransporteur“; dafür benötigt man keine speziellen Voraussetzungen.
  • Sollte der eingesetzte LKW, LKW mit Anhänger oder das Sattelzugfahrzeug mehr als 3,5 t hzG haben, benötigt der Unternehmer eine Konzession für den innerstaatlichen bzw. grenzüberschreitenden Güterverkehr. Die Erlangung der Konzession ist an eine Reihe von Voraussetzungen gebunden.

Nähere Auskünfte geben die Fachgruppen der Güterbeförderung in der jeweiligen Landeskammer.

Private Transporte

Daneben gibt es auch noch die private Beförderung von Gütern (zB. Umzugsgut, Bootstransport, Heimbringen des Einkaufes), die nicht geregelt ist. Hier gibt es keine besonderen Vorschriften, es kommen aber auch die Bestimmungen des Kraftfahrgesetzes zur Anwendung (zB. Gewichtsgrenzen, Ladungssicherung, Abmessungen und sonstige technische Vorschriften).

„Werkverkehr“ ist nicht gleich „Werksverkehr“!

Werkverkehr (ohne „s“) ist also keinesfalls nur reiner interner Verkehr auf einem geschlossenen Betriebsgelände, der oft als „Werksverkehr“ (mit „s“) bezeichnet wird.

Der Begriff „Werksverkehr“ mit „s“ wird oft auch auf öffentlichen Straßen in Verbindung mit dem Verkehrszeichen „Andere Gefahr“ verwendet. Solche Verkehrszeichen haben mit „Werkverkehr“ (ohne „s“) nichts zu tun.

Achtung Schild mit Aufschrift Werksverkehr

Rechtsgrundlagen:

§§ 1, 6, 10 und 11 Güterbeförderungsgesetz, § 37 Kraftfahrgesetz, § 32 Abs. 1 Ziffer 13 Gewerbeordnung 

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