WM-Fieber an der Börse - lohnt sich das?
Die Fußball-WM 2026 rückt näher - und mit ihr steigt weltweit wieder das Interesse am Sport. Die WM findet von 11. Juni bis 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den USA statt und wird erstmals mit 48 Teams ausgetragen. Für Anleger stellt sich eine spannende Frage: Ist Sport auch ein Investmentthema?
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Grundsätzlich ja. Der Sportmarkt ist längst mehr als Emotion, Fans und Großereignisse. Er umfasst Sportartikelhersteller, Ausrüster, Sportgeräteproduzenten, Medienrechte, Streaminganbieter, Eventveranstalter, Wettanbieter, E-Sports, Fitness- und Wellnessunternehmen sowie börsennotierte Sportvereine. Wer in diesen Bereich investieren möchte, kann dies über Einzelaktien oder über spezialisierte ETFs tun, die mehrere Unternehmen aus dem Sport- und Freizeitsegment bündeln.
Sportartikelhersteller
Besonders etabliert sind internationale Sportartikelhersteller. Marken wie Nike oder adidas zählen seit Jahren zu den bekanntesten Konsummarken der Welt. Sie profitieren von Trends rund um Gesundheit, Fitness, Lifestyle und Jugendkultur. Gerade rund um Großereignisse wie eine Fußball-WM steigt die öffentliche Aufmerksamkeit für Sportmarken, Sponsoring und Fanartikel. Für Anleger kann das interessant sein - allerdings ersetzt ein sportlicher Trend keine fundierte Unternehmensanalyse.
Fußballvereine an der Börse
Auch Fußballvereine selbst sind teilweise an der Börse notiert, sind sie doch selbst teils starke Wirtschaftsunternehmen. Beispiele sind Borussia Dortmund, Manchester United, Juventus Turin, Celtic Glasgow, Ajax Amsterdam, Sporting Lissabon oder Benfica Lissabon. Hier ist jedoch besondere Vorsicht gefragt: Vereinsaktien werden stark von sportlichen Erfolgen, Transfers, Sponsorenverträgen, Fanerwartungen und kurzfristigen Ereignissen beeinflusst. Eine erfolgreiche Champions-League-Saison kann die Attraktivität eines Clubs erhöhen, sportliche Misserfolge können den Kurs rasch belasten.
Genau hier liegt der zentrale Punkt für die Beratung: Wer in Fußballaktien investiert, sollte sich fragen, ob er als Fan oder als Anleger handelt. Sympathie für einen Verein ist noch keine Anlagestrategie. Gerade bei emotional stark aufgeladenen Investments besteht die Gefahr, die Ertragskraft zu überschätzen oder erhöhte Preise zu akzeptieren, weil viele Fans gleichzeitig zugreifen.
Fan-Anleihen
Eine Alternative zu Aktien einzelner Vereine können Fan-Anleihen sein. Sie werden von manchen Clubs ausgegeben, sind meist auf einige Jahre befristet und versprechen mitunter attraktive Renditen. Gleichzeitig tragen Anleger auch hier ein Risiko, weil die wirtschaftliche Lage eines Vereins stark schwanken kann und es natürlich auch schon Clubs gab, die Insolvenz anmelden mussten.
Sport-ETFs
Breiter gestreute Sport-ETFs können ebenfalls einen Zugang zum Fokus Investment in Sport bieten. Sie investieren je nach Ausrichtung in Sportbekleidung, Ausrüstung, Sportwetten, Medien, Fitness, Wellness oder E-Sports. Letzteres ein Thema, das man nicht unterschätzen sollte - E-Sports, also sportliche Wettkämpfe per Computer oder Konsole, erfreuen sich großer Beliebtheit. Selbst viele Sportvereine haben nebenher ein E-Sports-Team laufen. Durch breiter gestreute Sport-ETFs wird das Risiko einzelner Unternehmen reduziert, vollständig verschwinden die Marktrisiken aber nicht.
Gute Gespräche
Für Finanzdienstleister bietet das Thema Sport vielleicht die Chance auf neue Kunden, doch vor allem auch eines: einen guten Gesprächseinstieg. Die WM 2026 wird viele Menschen emotional erreichen. Daraus kann eine fachliche Diskussion entstehen - über Chancen, Risiken, Diversifikation, Volatilität und die Frage, wie Themen-Investments sinnvoll in eine langfristige Anlagestrategie eingebettet werden können.