Impulstalk
WKO-Impulstalk in der Südsteiermark: „Wir brauchen eine Allianz für Wachstum“
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Das Jahr 2026 als zentraler Wendepunkt: Mitte Jänner diskutierten Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Südsteiermark beim WKO-Impulstalk über die zentralen Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum in der Region. Im Mittelpunkt standen dabei leistungsfähige Infrastruktur, gezielte Standortentwicklung und die Sicherung von Fachkräften – Hebel, die entscheidend dafür sind, die Wettbewerbsfähigkeit der Südsteiermark langfristig zu stärken.
Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk fordert zum Jahresauftakt für die gesamte Steiermark eine Allianz für Wachstum: „Die Menschen spüren, dass wir an einem Wendepunkt angelangt sind. Wir können diesen 2026 aktiv gestalten – oder wir werden gestaltet. Wir haben eine klare Agenda: Es braucht definierte Rahmenbedingungen statt lähmender Bürokratie sowie den Mut, bestehende Strukturen neu zu denken und Ressourcen gezielt einzusetzen. Entscheidend sind zudem gezielte Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern. Leistung, Kooperation und Export sind Teil der DNA der Steiermark – darauf müssen wir aufbauen. Gleichzeitig kommen wir an grundlegenden Reformen im Arbeitsmarkt und im Bildungssystem nicht vorbei, wenn wir Wachstum wieder möglich machen wollen.“
Zentrale Hebel für den Aufschwung seien laut Herk eine Pensionsreform und leistbare Energie. Angesichts der demografischen Entwicklung spricht er sich für eine Annäherung an das dänische Modell mit einer automatischen Anpassung des Pensionsantrittsalters aus. Ebenso müssten angekündigte Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten rasch bei den Betrieben ankommen; insbesondere die deutlich höheren Netzentgelte belasteten den Standort Steiermark. Zudem bekennt sich Herk klar zu internationalen Abkommen wie Mercosur und fordert konsequent Deregulierung und Entbürokratisierung. Nur so könnten die Chancen der Koralmbahn und des neuen Wirtschaftsraums AREA SÜD genutzt werden – eine Jahrhundertchance für den Süden Österreichs im Jahr 2026.
Wachstumspotenziale in der Region gezielt nutzen
Die Südsteiermark zeichnet sich durch eine hohe wirtschaftliche Vielfalt und eine starke mittelständische Struktur aus. Zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe prägen den Bezirk, denken langfristig und sind tief in der Region verwurzelt. Gleichzeitig bietet der Standort mit seiner Nähe zu Graz und Slowenien, der Einbindung in den entstehenden Wirtschaftsraum AREA SÜD rund um die Koralmbahn sowie einer hohen Lebensqualität und Attraktivität als Wohnregion ausgezeichnete Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum. Um diese Potenziale langfristig abzusichern, seien gezielte Investitionen in Infrastruktur, Standortentwicklung und Qualifizierung entscheidend. „Für nachhaltiges Wachstum in der Südsteiermark sind leistungsfähige Infrastruktur und gezielte Standortentwicklung zentrale Voraussetzungen. Der Ausbau der A9 mit einer dritten Spur sowie der zweigleisige Ausbau der Südbahn sind entscheidend, um die Region verkehrstechnisch zukunftsfit zu machen. Mit der Koralmbahn und dem Semmering-Basistunnel entsteht mit der AREA SÜD ein neuer, international wettbewerbsfähiger Wirtschaftsraum, dessen Potenziale wir konsequent nutzen müssen“, betonen WKO-Regionalstellen-Obmann Dietmar Schweiggl und Regionalstellen-Leiter Martin Heidinger. Gleichzeitig brauche es auch verstärkte Anstrengungen gegen den Fachkräftemangel – insbesondere durch die Attraktivierung und Stärkung der Lehrausbildung, um jungen Menschen langfristige Perspektiven in der Region zu bieten, so Schweiggl.
Nachhaltiges Wachstum in der Region Südsteiermark
In der Diskussion mit regionalen Unternehmern wurde abermals deutlich, dass wirtschaftlicher Erfolg auf dem Zusammenspiel aus moderner Infrastruktur, regionaler Vernetzung und qualifizierten Arbeitskräften basiert. Sabine Wagner, Geschäftsführerin der Elsta Mosdorfer GmbH hob insbesondere die Bedeutung der Standortanbindung hervor: "Besonders die deutlich verdichtete Zugtaktung ist ein großer Vorteil für die Region - sie erleichtert den täglichen Arbeitsweg und erhöht die Attraktivität des Standorts, insbesondere für Mitarbeitende aus dem Großraum Graz.“ Ergänzend dazu betonte Teo Stoisser vom Karl Fink Druckgusswerk: „Wachstum entsteht für uns durch stetige Innovation, kontinuierliche Verbesserung und langjährige Partnerschaften mit regionalen sowie internationalen Unternehmen. Qualifizierte Fachkräfte sind dabei ein zentraler Erfolgsfaktor – hier profitieren wir in der Steiermark von sehr guten Weiterbildungsangeboten.“
Best Practices für Wachstum aus den Regionen
Zwei Unternehmen aus der Südsteiermark gaben beim Impulstalk Einblick in ihre internationalen Erfolgsstrategien. Daniel Dornauer von der Dornauer-Grillitsch GmbH, einem auf Metall- und Oberflächentechnik spezialisierten Auftragsfertiger, verwies auf den konsequenten Ausbau internationaler Märkte und nachhaltiger Geschäftsfelder: „Wir verfügen heute über ein starkes internationales Netzwerk und erzielen rund 55 Prozent unseres Umsatzes im Export – deutlich mehr, als ursprünglich bei der Gründung geplant war. Internationale Wachstumspotenziale sehen wir vor allem im Bereich des Schienenverkehrs sowie grundsätzlich in nachhaltigen Mobilitätslösungen.“ Christian Theuermann von der AXIS Flight Training Systems GmbH in Lebring strich heraus, welche Voraussetzungen es für Internationalisierung im Unternehmen benötigt: „Aus meiner Erfahrung braucht nachhaltiges Wachstum eine stabile Basis am Heimmarkt sowie eine sorgfältige Vorbereitung auf internationale Märkte. Entscheidend sind dabei verlässliche Partner und Kunden. Da rund 90 Prozent unseres Geschäfts im Export liegen, ist es für uns besonders wichtig, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Weg in Richtung Internationalisierung auch mitttragen.“