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Sparte Industrie

Chefinfo

Lesedauer: 5 Minuten

19.08.2026

1. Lehrlingswettbewerbe 2026 feierlich abgeschlossen

 399 Lehrlinge stellten beim 53. Lehrlingsleistungswettbewerb der Vorarlberger Industrie ihr Können unter Beweis. Bei der Abschlussfeier im neuen Stadion des SC Austria Lustenau wurden das Engagement und die Leistungen der Fachkräfte von morgen gewürdigt. 

Die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg lud im Juli 2026 zur feierlichen Abschlussveranstaltung des 53. Lehrlingsleistungswettbewerbs der Vorarlberger Industrie in das neue Stadion des SC Austria Lustenau. Rund 600 Gäste feierten gemeinsam die erfolgreichen Lehrlinge und würdigten deren Einsatz, Engagement und fachliche Leistungen.

„Der Wettbewerb dient seit vielen Jahren der Qualitätssicherung in der Lehrlingsausbildung und zeigt die hohe Qualität der dualen Ausbildung in den Vorarlberger Industriebetrieben. Gleichzeitig macht er die Leistungen der jungen Fachkräfte sowie die engagierte Arbeit der Ausbilderinnen und Ausbilder sichtbar“, betonte Alfred Felder, CEO der Zumtobel Group und Vorsitzender der VEM – Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie. 

Über 350 erfolgreiche Lehrlinge
Am Lehrlingsleistungswettbewerb nahmen 399 Lehrlinge aus dem zweiten Lehrjahr teil. Davon absolvierten 351 Jugendliche den Wettbewerb erfolgreich, 116 erreichten einen guten Erfolg und 65 Lehrlinge einen sehr guten Erfolg. 

Der Lehrlingsleistungswettbewerb bietet jungen Menschen während ihrer Lehrzeit die Möglichkeit, ihr fachliches Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Gleichzeitig erhalten die Betriebe eine wertvolle Rückmeldung über den Ausbildungsstand ihrer Lehrlinge. WKV-Präsident Karlheinz Kopf führte dazu aus: „Die Ergebnisse des diesjährigen Wettbewerbs zeigen die Qualität und das Engagement der Vorarlberger Lehrlinge. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überzeugten durch Einsatzbereitschaft, Motivation und fachliches Können.“ Karlheinz Kopf betonte zudem die Bedeutung von Leistung und Anerkennung: „Leistung gehört gewürdigt und soll Ansporn für weitere Erfolge sein. Leidenschaft, Leistungsbereitschaft und Innovationskraft sind jene Eigenschaften, die nicht nur den SC Austria Lustenau und seine neue Station prägen, sondern auch unsere Wirtschaft heute und in Zukunft stark machen.“

Die Sparte Industrie bedankt sich herzlich bei Alfred Felder, CEO der Zumtobel Group und Vorsitzender der VEM – Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie, WKV-Präsident Karlheinz Kopf, WKV-Direktor Julian Fässler, Gerhard Gassner von Doppelmayr sowie allen Ausbilderinnen und Ausbildern und den teilnehmenden Lehrlingen, die mit ihrer Teilnahme zum gelungenen Abschluss beigetragen haben.

SCR Altach
© Dietmar Mathis

2. Mythen & Fakten zu Equal Pensions Day & Angebung des Pensionsalters

Equal Pensions Day: Sind Frauen benachteiligt? 

Der bevorstehende Equal Pensions Day dreht sich ganz um eine Zahl, nämlich dass die durchschnittliche Monatspension von Frauen um 39 % niedriger ist als die von Männern.  

Die Fakten dahinter:

  • Das Pensionssystem soll in der Pension das Einkommensniveau sichern, das dem früheren Erwerbsleben entspricht. Die jetzigen Pensionen spiegeln den Arbeitsmarkt der letzten 60 Jahre wider, in denen viel weniger Frauen erwerbstätig waren als heute, dem entspricht eine niedrigere Monatspension.
  • In Summe erhalten Frauen gleich viel an Pensionen wie Männer (im Dezember 2024 2,04 von insgesamt 4,1 Mrd Euro, Quelle Stat. Handbuch der ö SV) aus folgenden Gründen: Sie beziehen die Pension viel länger als Männer, weil sie früher in Pension gehen und länger leben. Kindererziehungszeiten werden in Österreich angerechnet (gut so, Mütter sollen keine Nachteile haben). Und viele Frauen beziehen Witwenpensionen.
  • Österreich hat das zweitniedrigste Frauenpensionsalter in der EU nach Polen, das Pensionsniveau ist hingegen vergleichsweise hoch. Die Nettoersatzrate ist laut OECD 86,8 % (Pension in Prozent vom Erwerbseinkommen), in Deutschland nur 53,3 %
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© WKO

Der Arbeitsmarkt der letzten 60 Jahre, der den heutigen Pensionen zugrunde liegt, lässt sich nicht ändern, aber der künftige: Das steigende Frauenpensionsalter wird die Frauenpensionen verbessern, gut so. Um Einkommen und Pensionen von Frauen weiter zu heben, ist u.a. die Kinderbetreuung von Frauen auszubauen, stärker aufzuklären und Anreize für Mehrarbeit zu schaffen. 

Erhöht ein steigendes Pensionsalter die Beschäftigung oder die Arbeitslosigkeit?

Ein höheres Pensionsalter wird meist mit der Begründung abgelehnt, dass es vor allem die Arbeitslosigkeit erhöhe. 

Die Fakten:
Seit 1.1.2024 ist das gesetzliche Frauenpensionsalter schrittweise von 60 auf 61,5 Jahre gestiegen. Die Zahl der beschäftigten Frauen im Segment 60 bis 64 Jahre ist von Juni 2023 bis Juni 2026 um 52.408 gestiegen, die der arbeitslosen Frauen um 6.964. Der Arbeitsmarkt hat das zusätzliche Angebot somit zu 88,3 % aufgenommen, obwohl die Wirtschaft seit 2023 die längste Rezession nach dem Krieg erlebt.

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© wko

Geht ein Drittel aus Arbeitslosigkeit in Pension? 

AK & Co verbreiten das immer wieder und beklagen die geringe Beschäftigung Älterer. 

Die Fakten:

  • 2026 erfolgten 68,4 % der Pensionsantritte aus einer Beschäftigung heraus, 12,3 % aus Arbeitslosigkeit bzw. AMS-Vormerkung. 6,3 % der Pensionen wurden aus einer gesicherten erwerbsfernen Position (u.a. Rehageld, mehrfache geringf. Beschäftigung, Urlaubs- bzw. Kündigungsentschädigung) heraus angetreten, 10,3 % aus einer sonstigen erwerbsfernen Position (nicht erwerbstätig, nicht arbeitsuchend, keine Transfers; meist mitversichert oder freiwillig versichert).
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© wko
  • Noch günstiger ist die Situation bei Frauen: 2026 traten 73,3 % ihre Pension aus einer Beschäftigung heraus an, nur 7,6 % aus Arbeitslosigkeit. 2021 waren es noch 13,5 %. Das trotz der langen Rezession seit 2023 und des Anstiegs des Frauenpensionsalters von 60 auf 61,5 Jahre. 

Fazit: Die Demografie führt dazu, dass der Arbeitsmarkt ein steigendes Pensionsalter nicht nur aufnimmt, sondern sogar erfordert, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen. 

Von Mag. Dr. Rolf Gleißner