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Vier große Vorarlberger Unternehmen plädieren für einen leistungsfähigen Ausbau der Bahn im Unteren Rheintal.
© Blum GmbH

„Bahnausbau im Unteren Rheintal“: Unterstützung aus der Wirtschaft

Vier Vorarlberger Unternehmen beziehen klar Stellung.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 21.10.2026

Gebrüder Weiss, Rauch Fruchtsäfte, Rhomberg Gruppe und die Julius Blum GmbH unterstützen die gemeinsame Position von Land Vorarlberg, Gemeinden, Wirtschaftskammer und Bürgerinitiative, die einen leistungsfähigen Ausbau der Bahn im Unteren Rheintal bei gleichzeitigem Schutz des sensiblen Siedlungsraums befürworten.

Die international tätigen Vorarlberger Unternehmen plädieren für eine rasche Beseitigung der bestehenden Engpässe und eine ernsthafte und ergebnisoffene Prüfung unterirdischer Lösungen für jene Bereiche, in denen eine oberirdische Erweiterung mit erheblichen Eingriffen in Siedlungsraum und Lebensqualität verbunden wäre. Konkret geht es um den kapazitätserhöhenden Ausbau der Bahnverbindung zwischen Wolfurt und der deutschen Staatsgrenze. Das eingleisige Nadelöhr zwischen Bregenz und Lochau soll überwunden werden. Für den sensiblen Siedlungs- und Landschaftsraum entlang des Bodenseeufers soll im dicht besiedelten Abschnitt eine unterirdische Lösung, etwa als Unterflurtrasse oder Pfändertunnel, geprüft werden. Das Ziel: eine leistungsfähige Bahnverbindung für Personen- und Güterverkehr, die den Anforderungen von Wirtschaft, Bevölkerung und grenzüberschreitender Mobilität gerecht wird.

Zukunftsfähige Bahninfrastruktur von zentraler Bedeutung

„Für die exportorientierte Vorarlberger Wirtschaft ist eine leistungsfähige Bahnanbindung Richtung Deutschland und zu den Nordseehäfen von zentraler Bedeutung. Deutschland ist für viele unserer Kunden der wichtigste Absatz- und Beschaffungsmarkt. Unsere Region ist in Richtung Deutschland über die Straße hervorragend angebunden – auf der Schiene fehlt jedoch bis heute eine entsprechend leistungsfähige Verbindung“, erklärt Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Gebrüder Weiss, und betont weiter: „Wenn wir mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern wollen, braucht es deshalb einen raschen und zukunftsfähigen Ausbau der Bahnverbindung Richtung Deutschland. Der Güterbahnhof Wolfurt kann dabei als wichtige Schnittstelle zwischen Straße und Schiene eine zentrale Rolle für Vorarlberg und die gesamte Bodenseeregion spielen.“

Auch für Rauch ist die Schiene ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen und leistungsfähigen Transportlogistik. Das Unternehmen sieht in einem gezielten Infrastrukturausbau eine wesentliche Voraussetzung, um die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene weiter voranzutreiben. „Rauch setzt seit vielen Jahren konsequent auf die Schiene und zählt zu den größten Bahnkunden Österreichs. Damit das auch in Zukunft funktioniert, brauchen wir leistungsfähige Verbindungen ins Ausland. Wenn wir mehr Verkehr auf die Schiene bringen wollen, müssen wir auch die notwendige Infrastruktur schaffen“, so Harald Krammer, Geschäftsführer Operations bei Rauch Fruchtsäfte.

Einen ähnlichen Handlungsbedarf erkennt die Rhomberg Gruppe. Aus ihrer Sicht stößt die bestehende Bahninfrastruktur bereits heute an ihre Grenzen. Zusätzliche Anforderungen ergeben sich durch die Erweiterung des Güterbahnhofs Wolfurt und die steigenden Verkehrsströme im internationalen Bahnverkehr. Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhomberg Gruppe: „Die Bahninfrastruktur ist jedenfalls nicht fit für die Zukunft, wir haben nur eingleisige Verbindungen in die Nachbarländer und gleichzeitig immer höhere Frequenzen. Die Erweiterung des Wolfurter Güterbahnhofs erfordert zusätzlich einen Ausbau.“

Wie stark die Vorarlberger Industrie bereits heute auf den Schienengüterverkehr setzt, zeigt das Beispiel Blum. Der Beschlägehersteller transportiert einen erheblichen Teil seiner Produkte per Bahn, baut die eigene Infrastruktur kontinuierlich aus und sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Straßen und zur Reduktion von Emissionen. „Wir erleben jeden Tag, wie wichtig eine leistungsfähige Bahninfrastruktur für die zuverlässige Belieferung unserer Kunden ist. Mehr als ein Drittel unserer Produkte wird bereits per Bahn transportiert – damit vermeiden wir jährlich mehr als 20.000 Lkw-Fahrten“, betont Gerhard Humpeler, CFO der Blum Group. „Die Bahninfrastruktur im Ländle kommt jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Wenn wir den Güterverkehr weiter auf der Schiene halten und zusätzliche Transporte von der Straße auf die Schiene verlagern wollen, braucht es auch eine entsprechend leistungsfähige öffentliche Infrastruktur. Der laufende Bahnverkehr sollte dabei während der Bauzeit möglichst ohne nennenswerte Einschränkungen aufrechterhalten werden.