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Leitung Außenwirtschaft Andre Kranz
© WKV/Mauche

„Der Export ist die Lebensader unserer regionalen Wirtschaft“

Vorarlbergs Wirtschaft ist stark vom Export geprägt. Welche Bedeutung dieser für die heimischen Betriebe und die Bevölkerung hat, erläutert André Kranz, Leiter der Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, im Interview und informiert über den bevorstehenden 11. Exporttag.

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Aktualisiert am 16.03.2026

Warum ist der Export so wichtig?
Man muss es ganz deutlich sagen: Der Export ist nicht nur ein Thema für die Industrie, er ist das Fundament, auf dem unser gesamter Lebensstandard in Vorarlberg steht. Wenn wir uns die Zahlen anschauen, wird die Dimension erst richtig greifbar: In Vorarlberg wird jeder zweite Euro (56 Prozent) im Export verdient. Mit einem Exportwert von 32.000 Euro pro Kopf hängen wir selbst das Exportland Deutschland (42 Prozent) locker ab. Dahinter steckt eine enorme unternehmerische Leistung, die von der breiten Masse getragen wird. Wir sprechen hier nicht von einer Handvoll Großbetrieben, sondern von gut 4.200 Exporteuren im Land. Das reicht vom hochspezialisierten Familienbetrieb bis hin zum innovativen Mittelständler. Der internationale Handel ist die Lebensader unserer regionalen Wirtschaft.

Allerdings muss auch vieles importiert werden. Wie ist hier das Verhältnis?
Natürlich sind wir keine Insel. Wir importieren auch Waren und Rohstoffe, die wir für unser Leben und unsere Produktion brauchen. Aber das Entscheidende ist die Bilanz. Unter dem Strich bleibt jedem Vorarlberger und jeder Vorarlbergerin pro Kopf ein Plus von 9.460 Euro im Vergleich zum Import übrig. Das ist echtes Geld, das in unsere Region fließt, hier investiert wird und unseren Wohlstand stärkt.

Die Weltsituation ist derzeit sehr volatil. Was bedeutet das für exportierende Betriebe?
Export bedeutet heute wieder Kampf gegen Mauern. Zölle machen unsere Produkte im Ausland künstlich teuer und bremsen unsere Wirtschaft massiv aus. Besonders schmerzhaft ist die Entwicklung in den USA. Wenn dort protektionistische Maßnahmen zunehmen, trifft das Vorarlberg direkt ins Mark, da die USA einer unserer wichtigsten Handelspartner außerhalb der EU sind. Um diesen Druck auszugleichen, sind Freihandelsabkommen wie mit den Mercosur-Staaten (Südamerika) oder Indien für unseren Wohlstand überaus wichtig. Fällt diese Barriere durch Freihandelsabkommen weg, zündet ein doppelter Turbo für unseren Wohlstand. Unsere Qualitätsprodukte werden auf den Weltmärkten wettbewerbsfähiger, was hierzulande Arbeitsplätze sichert.


Stichwort Indien. Auf Indien und dem Nahen Osten liegt der Fokus des kommenden Exporttages. Weshalb braucht es Formate wie diese?

Der Exporttag schlägt die Brücke zwischen dem Ländle und der Welt. Wir holen die Expertise nach Feldkirch. Ein unschätzbarer Vorteil für unsere heimische Wirtschaft sind die österreichischen Wirtschaftsdelegierten. Das sind Experten, die nicht nur Theorie aus der Ferne betreiben, sondern direkt in den Zielmärkten leben. Sie wohnen dort, kennen die kulturellen Feinheiten sowie die bürokratischen Hürden in- und auswendig und arbeiten Tag für Tag als verlängerter Arm für unsere Unternehmen in Österreich. Genau diese Insider kommen jetzt nach Hause. Sie stehen für persönliche Gespräche am Exporttag zur Verfügung, um ihr Wissen direkt an unsere Vorarlberger Betriebe weiterzugeben und gemeinsam neue Marktchancen zu erschließen. Es geht aber auch um die Netzwerke untereinander. Wenn ein erfahrener Vorarlberger Exporteur einem Neueinsteiger Tipps gibt, wie man den Markteintritt in Frankreich meistert, dann stärkt das den gesamten Standort. Wir als Wirtschaftskammer sehen uns da als Ermöglicher. Unser Ziel ist es, die Barrieren im Kopf und auf dem Papier abzubauen. Denn jeder Euro, den ein Vorarlberger Betrieb im Ausland verdient, sichert hierzulande Arbeitsplätze und finanziert unseren Lebensstandard.

Danke für das Gespräch.

Das Gespräch führte Nora Ionian-Weiß