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PISA Studie 2026
© GettyImages vejaa

Basiskompetenzen: Alarmglocken läuten längst

Lesen, Rechnen und Verstehen sind keine Kür, sondern die Grundlage für Ausbildung und Beruf. Die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen: 

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 09.09.2026

Österreich darf nicht länger zuschauen.

Die aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie sind ein neuerlicher Weckruf: Die Lesekompetenz und die Mathematikkompetenz der Jugendlichen in Österreich haben sich weiter verschlechtert. Das ist alarmierend, denn es geht nicht nur um schulische Leistungen. Lesen, Verstehen, Rechnen, Zusammenhänge erkennen, logisch schlussfolgern, Quellen bewerten und Informationen kritisch hinterfragen sind grundlegende Fähigkeiten für Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe. Gerade in einer zunehmend digitalen und komplexen Arbeitswelt werden diese Kompetenzen wichtiger – gleichzeitig nehmen sie ab. 
„Die Alarmglocken läuten längst. Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass viele Jugendliche am Ende der Pflichtschule nicht über jene grundlegenden Kompetenzen verfügen, die sie für eine erfolgreiche Ausbildung und einen guten Start ins Berufsleben brauchen. Das bestätigt auch eindrucksvoll eine jüngste ibw-Studie zur Lehre“, erklärt Gudrun Petz-Bechter, Stv.-Direktorin der Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Auch ein Standort-Problem
Das ist nicht nur für die betroffenen Jugendlichen ein Problem, sondern auch für den Wirtschaftsstandort. Wenn Schulen junge Menschen nicht verlässlich auf Ausbildung und Beruf vorbereiten, müssen Betriebe diese Defizite nachträglich ausgleichen. Lehrbetriebe übernehmen damit zusätzliche Verantwortung und investieren viel Zeit und Ressourcen, um Grundlagen nachzuholen, die eigentlich während der Schulzeit vermittelt werden sollten.
Gerade in der Arbeitswelt von heute sind diese Basiskompetenzen unverzichtbar. Arbeitsanweisungen, Sicherheitsvorschriften, technische Dokumentationen, digitale Anwendungen und Kundenkommunikation setzen voraus, dass Informationen verstanden, eingeordnet und richtig angewendet werden können. Auch der souveräne Umgang mit künstlicher Intelligenz und digitalen Informationsquellen erfordert ein hohes Maß an Lese-, Mathematik- und Urteilskompetenz.
Gleichzeitig zeigt sich: Der soziale Hintergrund hat in Österreich nach wie vor einen starken Einfluss auf den Bildungserfolg. Bildungschancen dürfen aber nicht davon abhängen, aus welchem Elternhaus ein Kind kommt. „Es muss unser Anspruch sein, dass jedes Kind – unabhängig vom Elternhaus – die gleichen Chancen auf gute Bildung und eine erfolgreiche Ausbildung bekommt“, betont Petz-Bechter

Fokus auf  Basiskompetenzen
Dafür braucht es einen klaren Fokus auf die Vermittlung von Basiskompetenzen. „Wir können nicht jedes Jahr aufs Neue feststellen, dass die Kompetenzen zurückgehen, und anschließend zur Tagesordnung übergehen. Die Wirtschaft braucht junge Menschen, die ihre Zukunft selbstständig und aktiv gestalten können. Dafür brauchen sie solide Grundlagen. Lesen, Verstehen und Rechnen müssen wieder absolute Priorität haben“, fordert die Stv.-WKV-Direktorin.
Förderung muss früh beginnen und gezielt dort ansetzen, wo Kinder und Jugendliche Unterstützung brauchen. Der Ausbau der ganztätigen Schulform, die Einführung der Bildungspflicht, die Ausweitung des Chancenbonus und gezielte Investitionen in die Elementarpädagogik sind dafür wichtige Schritte. 
Österreich kann es sich nicht leisten, bei den Basiskompetenzen weiter zurückzufallen. Gute Bildung ist die Grundlage für individuelle Chancen – und für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts.