Die Systemerhalter im Fokus: Arbeitsschutz gemeinsam stärken
Reinigungskräfte, Hausbetreuer:innen, Hausmeister:innen sowie Grünanlagen- und Winterdienste sichern den täglichen Betrieb von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, sind dabei jedoch verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Das Arbeitsinspektorat Vorarlberg führt daher 2026 Schwerpunktkontrollen in der Hausbetreuung und Gebäudereinigung durch, um Arbeitsbedingungen zu prüfen, Risiken früh zu erkennen und Verbesserungen anzustoßen.
Lesedauer: 1 Minute
„Mit den Schwerpunktkontrollen 2026 wollen wir den Arbeitsschutz in der Hausbetreuung und Gebäudereinigung gezielt in den Blick nehmen. Im Vordergrund steht dabei die Prävention: klare Gefährdungsbeurteilungen, wirksame Unterweisungen und geeignete Schutzmaßnahmen sind zentrale Bausteine, um Unfälle zu vermeiden und die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen. Dort, wo Verbesserungsbedarf besteht, sollen Betriebe Orientierung für eine rechtssichere und praxistaugliche Umsetzung erhalten“, erklärt Mag. Sandra Hirmann, Amtsleiterin Arbeitsinspektorat Vorarlberg.
Vielfältige Gefährdungen im Arbeitsalltag
Typische Risiken ergeben sich durch den Umgang mit Reinigungschemikalien, Arbeiten in der Höhe, körperlich belastende Tätigkeiten sowie den Einsatz von Maschinen. Grundlage wirksamer Prävention ist eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung mit klaren Maßnahmen – etwa bei Unterweisungen, persönlicher Schutzausrüstung, sicherem Umgang mit Arbeitsmitteln sowie bei Pausen- und Sanitäreinrichtungen.
Klare Zuständigkeiten und sichere Abläufe
In der Haus- und Grünanlagenbetreuung erfordert die Aufgabenvielfalt klare Abgrenzungen, insbesondere bei technischen oder elektrischen Arbeiten. Auch Alleinarbeit und abgelegene Einsatzorte erhöhen die Anforderungen an den Arbeitsschutz. Der sichere Umgang mit Maschinen setzt entsprechende Schulung und Unterweisung voraus.
Organisation als Schlüssel in der Reinigung
Wechselnde Einsatzorte, Zeitdruck und unterschiedliche Beschäftigungsformen stellen besondere Anforderungen an Koordination und Einschulung. Mängel bei Unterweisungen, Sprachbarrieren oder fehlende Schutzmaßnahmen erhöhen das Risiko für Unfälle und Gesundheitsschäden.
Prävention durch Zusammenarbeit
Die Arbeitsinspektion arbeitet im Schwerpunktjahr eng mit der Innung der Chemischen Gewerbe sowie der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger zusammen. Ziel ist es, Arbeitsschutz praxisnah zu vermitteln und Betriebe bei der Umsetzung zu unterstützen. Ausbildungsangebote – wie der zertifizierte Hausbetreuer in Vorarlberg – leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Die Innung bietet dazu in Vorarlberg unter anderem Kurse zum zertifizierten Hausbetreuer an. Dort werden rechtliche Grundlagen, Verantwortlichkeiten sowie organisatorische und praktische Maßnahmen für einen sicheren Arbeitsalltag behandelt.
Für Martin Halbrainer, Landesinnungsmeister der Chemischen Gewerbe & Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger Vorarlberg, profitieren die Mitgliedsbetriebe und ihre Beschäftigten von klaren Standards und einer guten Sicherheitsorganisation im Arbeitsalltag. „Wir unterstützen den präventiven Ansatz und die fachliche Zusammenarbeit, weil Arbeitsschutz in diesen vielfältigen Tätigkeitsfeldern nur über Information, Qualifizierung und praktikable Lösungen nachhaltig wirksam wird. Mit Aus- und Weiterbildungsangeboten – wie den Kursen zum zertifizierten Hausbetreuer in Vorarlberg – wollen wir Betriebe dabei unterstützen, Anforderungen verständlich umzusetzen und sichere Arbeitsbedingungen zu fördern“, sagt Halbreiner.
Klare Zielsetzung
Schwerpunktaktionen und Informationsmaßnahmen sollen dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Branchendaten – Chemisches Gewerbe und Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger Vorarlberg
Mitgliedsbetriebe: 631 (2024), 311 (2014)
Umsatz: 223 Mio. (2024), 91 Mio. (2014)
Hausbetreuer Betriebe: 447 (2024), 198 (2014)
Denkmal-, Fassaden- & Gebäudereiniger Betriebe: 99 (2024), 63 (2014)