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WKV-Direktor Julian Fässler
© Matthias Rhomberg

Flächensparen mit Hausverstand

Grund und Boden sind eine wertvolle und begrenzte Ressource. Die Wirtschaft bekennt sich zu einem sorgsamen und effizienten Umgang damit.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 01.09.2026

Eine starre Obergrenze beim Bodenverbrauch wäre aber der falsche Weg – sie könnte letztlich auch zu einer Obergrenze für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand werden.
Gerade in Vorarlberg ist die Verfügbarkeit geeigneter Flächen eine zentrale Standortfrage. Niemand kann heute seriös vorhersagen, welche Flächen morgen für Betriebe, Wohnen oder Infrastruktur gebraucht werden. Eine pauschale Quote wie die vielfach diskutierten 2,5 Hektar pro Tag greift daher zu kurz. Sie könnte betriebliche Erweiterungen oder Neuansiedlungen erschweren und Investitionen an andere Standorte verdrängen.
Natürlich müssen wir Flächen effizienter nutzen. Innenverdichtung, Nachnutzung, Leerstandsmanagement, Bauen in die Höhe und eine bessere Nutzung bestehender Flächen bieten dafür viele Möglichkeiten. Aber auch sie werden einen zusätzlichen Flächenbedarf nicht vollständig verhindern können.
Und eines sollten wir in der Debatte nicht vergessen: In Vorarlberg sind lediglich 0,6 Prozent der Landesfläche als Betriebsgebiete gewidmet. Diese Flächen sind kein Selbstzweck: Sie schaffen die Grundlage für Investitionen, Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.
Deshalb brauchen wir keine starren Quoten, sondern eine vernünftige Gesamtabwägung. Bodenschutz, Wohnraum, Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung müssen  gemeinsam gedacht werden. Flächensparen ja – aber mit Hausverstand und mit Blick auf die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts.