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Spartenobfrau Carina Pollhammer
© WKV/A. Serra

Handelskonjunktur 2025: Erste Erholungstendenzen im Vorarlberger Handel

Die aktuelle Analyse „Konjunktur im Handel 2025“, erstellt vom Institut für Österreichs Wirtschaft im Auftrag der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Vorarlberg, zeigt ein differenziertes Bild: Nach einem Rückgang im Jahr 2024 verzeichnet der Vorarlberger Handel 2025 nominell wieder ein leichtes Wachstum, real bleibt die Situation jedoch angespannt.

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Aktualisiert am 04.03.2026

Der Gesamtumsatz im Vorarlberger Handel stieg 2025 nominell um +1,2 Prozent bzw. rund 130 Millionen Euro auf insgesamt 16,5 Milliarden Euro (netto). Preisbereinigt ergibt sich allerdings ein leichtes Minus von -0,3 Prozent. Die moderate Preisentwicklung im Handel (+1,5 Prozent) wirkt zwar weiterhin inflationsdämpfend, kann aber die reale Kaufzurückhaltung nicht vollständig kompensieren. „Die Zahlen zeigen klar: 2026 ist ein Jahr der Stabilisierung, aber wir sehen noch keinen echten Aufschwung. Unsere Betriebe stehen weiterhin unter Druck – insbesondere durch die verhaltene reale Kaufkraft und die angespannte Beschäftigungssituation. Positiv stimmt uns, dass einzelne Branchen und die Kfz-Wirtschaft bereits deutliche Impulse setzen. Entscheidend wird nun sein, das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten weiter zu stärken und die Rahmenbedingungen für unsere Handelsbetriebe zu verbessern. Wenn Inflation und Sparquote wie prognostiziert sinken, kann 2026 tatsächlich zu einem Jahr der nachhaltigen Erholung werden“, betont Carina Pollhammer, Obfrau in der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Die Sparte Handel sieht es daher als zentrale Aufgabe, die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken und gleichzeitig Impulse für Konsum, Investitionen und Beschäftigung zu setzen.

Unterschiedliche Entwicklungen in den Sektoren
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den einzelnen Handelssektoren:
    •    Der Einzelhandel wächst nominell um +1,9 Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro. Real stagniert er jedoch (0,0 Prozent).
    •    Der Großhandel bleibt auch 2025 unter Druck und verzeichnet nominell ein Minus von -0,3 Prozent (real -1,2 Prozent).
    •    Die Kfz-Wirtschaft entwickelt sich deutlich positiver: Mit einem nominellen Plus von +5,8 Prozent (real +2,9 Prozent) setzt sie einen klaren Erholungstrend.


Innerhalb des Einzelhandels zeigen sich starke branchenbezogene Unterschiede. Besonders dynamisch entwickeln sich Bekleidung und Schuhe (+7,7 Prozent nominell), Elektro-, Möbel- und Heimwerkerbedarf (+6,7 Prozent) sowie Uhren und Schmuck (+6,2 Prozent). Der umsatzstärkste Bereich – der Lebensmitteleinzelhandel – verzeichnet hingegen ein nominelles Minus von -2,4 Prozent und real sogar -5,7 Prozent.

Beschäftigung weiter rückläufig
Auch am Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Vorarlberger Handel sinkt 2025 um -2,4 Prozent bzw. 547 Arbeitsplätze auf insgesamt 22.376 Beschäftigte. Besonders stark betroffen ist der Großhandel (-3,8 Prozent), gefolgt vom Einzelhandel (-2,1 Prozent). Die Kfz-Wirtschaft zeigt sich mit -0,2 Prozent vergleichsweise stabil. Gleichzeitig steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Handel um +7,2 Prozent auf 1.691. Die offenen Stellen gehen deutlich zurück: Mit 515 gemeldeten offenen Stellen gibt es um 21,7 Prozent weniger Jobangebote als im Vorjahr.

Inflation bleibt hoch – Handel wirkt preisdämpfend
Österreichweit steigt die Inflation 2025 auf 3,6 Prozent (nach 2,9 Prozent 2024), insbesondere getrieben durch Energiepreise (+11,1 Prozent) und Tourismus (+5,8 Prozent). Der Handel wirkt weiterhin inflationsdämpfend: Die Preise im Einzelhandel steigen um moderate 1,9 Prozent, im Großhandel lediglich um 0,9 Prozent.

Ausblick 2026: Zeichen stehen auf Erholung
Für 2026 und 2027 prognostiziert das WIFO eine reale Steigerung der Bruttowertschöpfung im Handel von +1,4 Prozent bzw. +1,7 Prozent. Auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte sollen wieder leicht wachsen. Die Inflation wird sich voraussichtlich auf 2,6 Prozent (2026) und 2,4 Prozent (2027) abschwächen, die Sparquote soll sinken. Das sind beides Faktoren, die dem Handel zusätzlichen Rückenwind geben könnten.